Fußball-Landesliga Derby-Zeit im Frankenwald

Hans Haberzettl
Der Coburger Tevin McCullough (in Rot) zeigte im vergangenen November im Derby gegen Friesen eine Topleistung inklusive zweier Tore. Ob ihm ein solch starker Auftritt auch dieses Mal gelingen wird? Foto: Hartmut Guhling

Der SV Friesen empfängt in der Fußball-Landesliga den favorisierten Nachbarn aus Coburg. Mönchröden bekommt es zu Hause mit Höchberg zu tun.

In einem Coburg/Kronacher Spielkreisderby der Fußball-Landesliga Nordwest empfängt der SV Friesen (14. Platz/4 Spiele/6 Punkte) am Samstag um 16 Uhr den FC Coburg (1. Platz/5 Spiele/12 Punkte). Als Trumpfkarte wollen die Gastgeber ihre Heimstärke in die Waagschale werfen. Der Spitzenreiter baut hingegen auf seine Offensivpower. Bereits 21 Treffer stehen in fünf Begegnungen für die Vestekicker zu Buche.

In der vergangenen Saison feierten die Vestestädter in den direkten Vergleichen zwei Siege. Im Dr.-Stocke-Stadion fertigten sie die damals noch von Ex-Profi Armin Eck gecoachten Friesener mit 5:1 ab. Im Rückspiel qualifizierten sie sich durch einen hart erkämpften 2:1-Erfolg im Frankenwald-Stadion für die Aufstiegsrunde, in der sie Rang fünf belegten. Friesen musste in die Abstiegsrunde und schaffte – bereits unter der Regie von Peter Reichel – den Klassenerhalt souverän. Diesmal rechnen die Verantwortlichen beider Klubs mit einem Kampf auf Biegen und Brechen und hoffen auf eine stattliche Zuschauerkulisse.

Bezüglich des jüngsten 1:0-Arbeitssieges gegen den Bayernligaabsteiger Vatan Spor Aschaffenburg hatte der SVF-Coach für sein Team ein dickes Lob parat: „So stelle ich mir Landesliga-Fußball vor. Wir haben uns reingebissen in eine Partie von immenser Bedeutung für uns. Unsere Abwehr strahlte über 90 Minuten enorme Stabilität aus. Wie hatten keinen Schwachpunkt.“

Reichels Pendant, Coburgs Co-Trainer David Reich, sagt über den 3:2-Zittersieg seiner Vestekicker gegen Schwebenried/Schwemmelsbach: „Im Großen und Ganzen bin ich mit der Leistung meiner Jungs zufrieden, vor allem in der zweiten Halbzeit, in der wir aus dem Spiel heraus keine echte Tormöglichkeit des Gegners zuließen. Allerdings haben wir uns im ersten Durchgang durch zwei individuelle Fehler im Spielaufbau, die bestraft wurden, selbst in Schwierigkeiten gebracht.“ Und dennoch: Die Favoritenrolle liegt klar bei den Coburgern. „Wir fahren mit breiter Brust nach Friesen“, sagt Christian Tremel, Sportlicher Leiter des FCC, und fügt noch hinzu: „Und wollen nicht mit leeren Händen nach Hause fahren.“

Die Reichel-Schützlinge können bis auf den beruflich verhinderten Lukas Riedel aus dem Vollen schöpfen. Offensiv stellt der torgefährliche Nils Firnschild nach dreiwöchiger krankheitsbedingter Pause eine zusätzliche Alternative dar. Die Bank ist qualitativ gut besetzt. Bei den Gästen befindet sich Kapitän Davide Dilauro im Urlaub. Der Einsatz von Innenverteidiger Gökhan Sener ist wegen einer Bänderdehnung im Knöchel fraglich. Veraussichtlich wird Neuzugang Maximilian Tranziska, der am Wochenende nachverpflichtet wurde, in der Anfangsformation stehen, ebenso Youngster Norik Höhn nach einer Schulterblessur.

SV Friesen (Aufgebot): Bauerschmidt/ETW Hopf – Baier, Pflaum, Schülein, Schorn, Altwasser, Sesselmann, J. Müller, F. Müller, Graf, Nassel, Gerold, L. Bachinger, Firnschild, Daumann, Fehn, Renk, Hergenröther. – Es fehlt: Riedel.

FC Coburg (Aufgebot): Krempel/ETW Koray – Kirchner, G. Sener (?), Tranziska, T. Oikonomides, Heinze, Höhn, Civelek, McCullough, S. Sener, Rom, Müller, Knie, König, A. Guhling, L. Oikonomides, Kolb – Es fehlen: Carl (verletzt), Dilauro, Sam, Özdemir (alle Urlaub).

Verletzungen bei Beichel und Ciray

Eine bittere 0:2-Auswärtsniederlage musste der TSV Mönchröden am Dienstagabend beim TSV Karlburg hinnehmen. Die Mannschaft von Trainer Thomas Hüttl ärgerte sich über die verlorenen Punkte. Schließlich agierten die Mönche über weite Strecken der Partie gegen den Bayernligaabsteiger auf Augenhöhe. Lediglich im zweiten Durchgang präsentierten sich die lauffreudigen und körperlich stark aufspielenden Karlburger weitestgehend frischer als die Mannschaft der Mönche, welcher man die dritte Englische Woche in Folge anmerkte.

So musste TSV-Keeper Jonas Köhn in der zweiten Hälfte folglich zweimal hinter sich greifen. Neben der eventuellen schwindenden körperlichen Frische sieht Köhn ebenfalls die Effektivität als entscheidenden Knackpunkt, der zur Niederlage führte: „Wir haben zwei gute Gelegenheiten gehabt, um 1:0 in Führung zu gehen, doch dann wird das ein ganz anderes Spiel. Karlburg hatte auch nicht mehr Chancen, jedoch haben sie zwei davon im Tor untergebracht.“ Aufgrund der Verletzungen von Nick Beichel und Deren Ciray tut die Niederlage für den TSV gleich doppelt weh. Beide Spieler werden wohl für einige Zeit nicht zur Verfügung stehen.

So auch am Samstagnachmittag, wenn der TSV Mönchröden die TG Höchberg im heimischen Wildpark erwartet. Die TG steht mit einem Punkt auf dem 18. Tabellenplatz und verlor bisher vier ihrer fünf Spiele. Den einzigen Punkt erkämpfte sich die Mannschaft von Trainer Dirk Pschiebl gegen den Tabellendritten FT Schweinfurt. Zuletzt verloren die Pschiebl-Schützlinge zweimal in Folge gegen die Landesligaaufsteiger TuS Frammersbach und ASV Rimpar.

Im Aufeinandertreffen gegen Mönchröden – ebenfalls Landesliganeuling – soll nun der erste Dreier gelingen, um allmählich die untere Tabellenregion der Nordwest-Staffel zu verlassen. Jonas Köhn verweist darauf, dass die Tabelle bisher wenig aussagekräftig ist: „Mit der TG Höchberg kommt am Wochenende eine gestandene Landesligamannschaft in den Wildpark. In der Vergangenheit hat Höchberg einen sicheren Platz im Mittelfeld oder sogar im vorderen Teil der Tabelle erreicht. Wir müssen wieder an unsere Leistungsgrenze kommen und vorne effektiv sein, um zu punkten.“

TSV Mönchröden (Aufgebot): J. Köhn – Lauerbach, Scheler, L. Köhn, Salaske, Holzheid, Puff, Hartmann, Engel, Jungkunz, Pleiner, Ehrlich, Kreuz, Göhring. – Es fehlen: Stedefeld, Späth, Beichel, Biemann, Knauer, Ciray, Stammberger, Schad, Schneider, Bonengel, Bayersdorfer, Engelhardt.

 

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