Fußball-Landesliga Friesen will für Klarheit sorgen

Hans Haberzettl
Friesens Trainer Peter Reichel (rechts) appelliert an sein Team, Kleinrinderfeld nicht zu unterschätzen. Foto: H. Weiß

Der SV Friesen tritt in der Abstiegsrunde der Fußball-Landesliga in Kleinrinderfeld an. Trainer Reichel will mit einem Sieg die Planungen für kommende Spielzeit erleichtern.

Am vorletzten Spieltag der Landesliga Nordwest müssen alle vier Klubs aus dem Fußballkreis Coburg/Kronach am Samstag um 16 Uhr auswärts Farbe bekennen. Unter Erfolgsdruck ist der Schleuderplatzinhaber SC Sylvia Ebersdorf (18 Punkte) beim Tabellennachbarn TSV Lengfeld (5./20 Punkte). Als eindeutiger Favorit reist der SV Friesen (22 Punkte) zum Absteiger TSV Kleinrinderfeld (4 Punkte). In der Aufstiegsrunde erwartet den FC Coburg (6./17 Punkte) beim TuS Röllbach (2./26 Punkte) ein heißer Tanz.

Abstiegsrunde

TSV Kleinrinderfeld – SV Friesen. Den Grundstein zum direkten Klassenerhalt legte der SV Friesen innerhalb von drei Tagen durch zwei Last-Minute-Siege beim TSV Unterpleichfeld und zu Hause gegen Unterpleichfeld. „Es waren glückliche Erfolge, aber wir wurden letztlich für unseren Fleiß und unsere Disziplin belohnt. Ausschlaggebend war, dass wir beide Male in der Defensive kompakter standen als in den Begegnungen zuvor. In der Offensive hätte es allerdings ein bisschen mehr sein können“, betont Coach Peter Reichel.

Trotz des zum Greifen nahen Happy Ends erwartet er, dass seine Jungs die Bodenhaftung nicht verlieren: „Bei einem Dreierpack hätten wir die Lizenz für eine weitere Saison Landesliga in der Tasche. Wir dürfen die Kleinrinderfelder nicht auf die leichte Schulter nehmen, denn diese wollen sich mit Anstand aus der Liga verabschieden.“ Als Beleg für diese These führte der Chefanweiser der Frankenwälder zuletzt zwei Unentschieden des Gegners in Gochsheim und gegen Ebersdorf an. Ins gleiche Horn bläst SVF-Vorsitzender Alexander Graf. „Vielleicht reicht auch schon ein Unentschieden zur Absicherung des rettenden Ufers. Wir wollen jedoch nicht bis zum abschließenden Heimspiel gegen Viktoria Kahl zittern müssen“, meint er.

SV Friesen (Aufgebot): Bauerschmidt/ETW Mahozi – Roger, Baier, Bachinger, Pflaum, Sesselmann F. Müller, Firnschild, Graf, Nassel, Kunz, Schülein, Gerold, Welscher, D. Fischer. – Es fehlen: Altwasser, Do Adro, Riedel, Münch, Mosert, Daumann (verletzt oder verhindert), Aust, J. Müller, Nützel, Neubauer (alle langzeitverletzt).

TSV Lengfeld – SC Sylvia Ebersdorf. Mit einem Sieg und einem weiteren am nächsten Wochenende gegen die TG Höchberg würde man den Klassenerhalt definitiv aus eigener Kraft schaffen. Sollte man jedoch nicht über ein Remis hinauskommen oder gar verlieren, hängt es auch vom Ausgang der Partien Kleinrinderfeld gegen Friesen und Höchberg gegen Memmelsdorf ab, ob Ebersdorf am letzten Spieltag noch eine Chance auf den direkten Klassenverbleib hat. Die Relegation hat der SC Sylvia durch den Rückzug von Viktoria Kahl ohnehin bereits sicher.

Der TSV Lengfeld, der einige sehr routinierte Spieler mit Regionalliga- und Bayernliga-Erfahrung im Kader hat, war bereits zweimal in den vergangenen Wochen Gegner des Teams von Jakob Engelmann. Beim torlosen Remis im Punktspiel in Ebersdorf scheiterten die Sylvianer an ihrer eigenen Chancenverwertung, beim Pokalspiel in Lengfeld unterlag man ersatzgeschächt nach 3:0-Führung noch mit 3:5.

„Den Klassenerhalt haben wir nun wieder in der eigenen Hand und mit unserem Sieg gegen Kahl auch entsprechend Selbstvertrauen getankt“, fasst Engelmann, der wegen einer Knieverletzung nicht mehr als Spieler zum Einsatz kommen wird, die aktuelle Situation zusammen. „Diese Chance wollen wir unbedingt nutzen. Was in Lengfeld auf uns zukommt wissen wir, aber auch diese Mannschaft ist schlagbar. Um als Sieger vom Platz zu gehen, müssen wir vor allem die Lengfelder Schlüsselspieler in den Griff bekommen. Am Samstag wollen wir den ersten Schritt machen, damit wir nächste Woche in einem Endspiel gegen Höchberg den Klassenerhalt sichern können.“

SC Sylvia Ebersdorf (Aufgebot): U. Knauer, ETW Rutz – Dinc, Heidenreich, Nana Tonzi, Sapienza, P. Schmidt, Autsch, Filic, Hakimi, A. Schmidt, Bergmann, Böhnlein, Werner. – Es fehlen: F. Carl, Dalke, Engelmann, Özdemir, Thiel, Tranziska, Trivuncevic.

Aufstiegsrunde

TuS Röllbach – FC Coburg. Für die Vestestädter lautet die Devise, aus den verbleibenden Partien in Röllbach, dem Nachholspiel am Dienstag um 18.30 Uhr gegen Rottendorf und dem Finale gegen Haibach möglichst viele Zähler zu sammeln. Wir wollen in der Tabelle noch einen Platz gutmachen“, sagt der Sportliche Leiter des FCC, Christian Tremel. Dem Trip nach Röllbach kommt dabei seiner Darstellung nach eine große Bedeutung zu: „Wir wollen uns für unsere wenig überzeugende Vorstellung bei unserer 4:5-Heimniederlage im ersten Aufeinandertreffen im Dr.-Stocke-Stadion rehabilitieren. Des Weiteren möchten wir uns nicht nachsagen lassen, dass wir unsere letzten Prüfungen nicht ernst nehmen.“ Sollten die Gastgeber triumphieren, hätten sie die Aufstiegsrelegation vorzeitig in trockenen Tüchern.

Bei Coburg fehlen die verletzten Stammspieler Maximilian Weinreich und Adrian Guhling sowie die verhinderten Leistungsträger Sertan und Gökhan Sener.

FC Coburg (Aufgebot): Krempel/ETW Krug – Alles, Müller, Dilauro, Heinze, Knie, Hartmann, Civelek, McCullough, König, Kolb, Sam, Schmidt, Klemb, Fichtmüller.

SV Alemannia Haibach – FC Lichtenfels. Nach der 3:5-Heimpleite im vorentscheidenden Gipfeltreffen um Rang zwei gegen Röllbach scheint beim FC Lichtenfels die Luft raus zu sein. In Haibach muss das Trainerduo Christian Goller und Oliver Müller auf eine ganze Reihe verletzter, coronaerkrankter und verhinderter Akteure verzichten.

 

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