Fußball Landesliga Nordwest im Livestream

Hans Haberzettl

Die Vestekicker und Lichtenfels wollen am letzten Spieltag der Landesligavorrunde den Sprung in die Aufstiegsrunde sichern. Dem SV Friesen kann nur ein Derbysieg gegen Coburg helfen.

Friesen/Coburg/Lichtenfels/Ebersdorf - Spannender kann Fußball kaum sein. Vor dem letzten Spieltag der Vorrundengruppe 1 der Fußball-Landesliga Nordwest haben mit dem FC Coburg, dem FC Lichtenfels, dem SV Euerbach/Kützberg, dem SV Memmelsdorf und mit Abstrichen auch dem SV Friesen noch fünf Klubs Chancen auf die Plätze drei und vier. Die besten Vier aus den beiden Nordwest-Vorrundengruppen sind sicher in der Aufstiegsrunde (ab 19./20. März 2022), dazu der beste Tabellenfünfte laut Koeffizientem (erzielte Punkte geteilt durch Anzahl der Spiele) aus beiden Gruppen. Coburg und Lichtenfels haben es in der eigenen Hand, mit abschließenden Siegen den Sack zuzumachen. Der SV Friesen hat eine minimale Chance mit einem Sieg im Derby gegen den FC Coburg und Schützenhilfe der Konkurrenten.

An diesem Samstag, jeweils um 14 Uhr, kommt es zu den Duellen SV Friesen (7. Platz/19 Punkte) gegen FC Coburg (3./22), FC Lichtenfels (4./21) gegen TSV Gochsheim (8./14), SV Euerbach/Kützberg (5./20) gegen SC Sylvia Ebersdorf (9./10) sowie SV Memmelsdorf/Ofr. (6./20) gegen FT Schweinfurt (2./29). Spielfrei ist der FC Geesdorf (1./37). Zuschauer haben weiterhin unbegrenzt Zutritt zu den Spielen. Für das Betreten der Sportheime gilt coronabedingt die 2G-Regel (geimpft oder genesen).

SV Friesen

Der SV Friesen greift im Coburg-Kronacher Spielkreisderby gegen Coburg nach dem allerletzten Strohhalm, sprich drei Punkte. Nur in diesem Falle könnten sich die Schützlinge von Ex-Profi Armin Eck Minimalchancen auf Rang vier oder fünf ausrechnen. „Wir haben gute Spieler und eine intakte Mannschaft. Außerdem geben wir nie auf. Nachdem einige verletzte oder zuletzt verhinderte Akteure wieder dabei sind, haben wir uns deutlich gesteigert“, umreißt der Sportliche Leiter Detlef Dawel den Status quo. Leider habe der Landesliga-Dauerbrenner „einige Partien gegen Widersacher aus der unteren Tabelle leichtfertig vergeigt“, unter anderem in Form einer Heimpleite gegen den Vorletzten TSV Gochsheim. Im krassen Gegensatz dazu stehen zwei Dreierpacks gegen Überflieger FC Geesdorf, der insgesamt nur dreimal verloren hat. Beim jüngsten 2:1-Paukenschlag in Geesdorf erwiesen sich Kapitän Andreas Bauer und seine Mitstreiter als äußerst effektiv. Goalgetter Nico Nassel befindet sich wieder in Topverfassung. Es fehlen die Langzeitausfälle Altwasser, Kunz, Schülein und Aust.

SV Friesen (Aufgebot): Bauerschmidt/ETW Wolf – Sesselmann, Graf, Baier, Bachinger, Mosert, Daumann, Pflaum, Riedel, Nassel, Firnschild, Neubauer, Münch, Nützel, Schütz, F. Müller, I. Müller, J. Müller, Roger (?).

FC Coburg

Durch seinen 1:0-Sieg über den SV Memmelsdorf/Ofr. hat sich der FC Coburg erstmals in dieser Saison auf Rang drei vorgeschoben und kann aus eigener Kraft das Ticket für die Aufstiegsrunde lösen. Beim SV Friesen genügt ein Remis, um zumindest auf Rang vier der Tabelle zu finishen. „Auch wenn unser Gegner nur noch ganz geringe Aussichten hat, wird er mit Sicherheit alles daran setzen, um die 1:5-Niederlage aus dem Hinspiel wett zu machen“, prognostiziert der Sportliche Leiter der Vestekicker Christian Tremel. Die letzten Resultate der Frankenwälder hätten deutlich gezeigt, dass die jetzige Mannschaft nicht mehr mit der vor einigen Wochen zu vergleichen sei. Einige verletzte Akteure sind wieder fit.

„Es erwartet uns eine kampfbetonte Auseinandersetzung, in der uns alles abverlangt wird. Wir müssen hoch konzentriert zu Werke gehen und alles geben, um zumindest den für uns so wichtigen einen Punkt einzufahren“, fordert Tremel. Coach Lars Müller muss weiterhin auf den erkrankten Joker Daniel Sam sowie die verletzten Jonathan Baur, René Knie und Hartmann verzichten. Der Trainer der Vesteckicker fordert dennoch mehr Effektivität im Abschluss als zuletzt.

FC Coburg (Aufgebot): Krempel/ETW Churilov – Alles, Sener, Weinreich, Heinze, Rom, A. Guhling, Dilauro, Civelek, McCullough, König, Baur, Knie, Müller, Hartmann, Kolb.

FC Lichtenfels

Auf einen goldenen Herbst blickt der FC Lichtenfels zurück. Die bittere 0:1-Heimniederlage am elften Spieltag ausgerechnet gegen den Nachbarn FC Coburg löste eine Initialzündung aus. In den vergangenen fünf Begegnungen fuhren die Korbstädter drei Siege und zwei Unentschieden ein. „Beim jüngsten 3:0-Triumph in Ebersdorf waren wir von der ersten Minute an überlegen“, so Christian Goller, der zusammen mit Oliver Müller ein funktionierendes Trainergespann bildet.

Gegen Aufsteiger Gochsheim, der in der Rückrunde elf seiner 14 Zähler erkämpfte, erwartet er alles andere als ein Honiglecken. „Die haben sich nach und nach an die Anforderungen der Landesliga gewöhnt und sind inzwischen absolut konkurrenzfähig“, betont Goller. Bereits am Ende der Vorrunde bekam dies der FCL zu spüren. Nach 0:3-Rückstand kamen die Unterfranken noch auf 2:3 heran. Wieder im Kader steht Neuzugang Jonas Krüger nach langer Verletzungspause.

FC Lichtenfels (Aufgebot): Weise/ETW Michel – Hartmann, Hellmuth, Funk, Schamel, Zollnhofer, L. Jankowiak, Holzheid, Kleylein, Brehm, Pfadenhauer, M. Jankowiak, Schaller, Graf, Haselmann, Krüger, Lausch (?).

SC Sylvia Ebersdorf

Unabhängig vom Spielausgang wird der SC Sylvia Ebersdorf nach der Auswärtspartie beim SV Euerbach/Kützberg die Vorrundengruppe 1 Nordwest als Tabellenletzter beenden. Dies stand bereits nach der ernüchternden 0:3-Heimniederlage gegen den FC Lichtenfels am vergangenen Wochenende fest. Euerbach hat je nach Ausgang der andere Partien durchaus noch die Chance, in die Aufstiegsrunde einzuziehen. Andererseits könnten die Ebersdorfer bei einem Sieg die gewonnenen drei Punkte sicher mit ins nächste Jahr nehmen. Ob aber das Ergebnis dieses Spiels tatsächlich in die Wertung einfließt, steht erst nach Ablauf der 90 Minuten fest, denn am letzten Spieltag der beiden Vorrundengruppen kann noch einiges durcheinandergewirbelt werden.

Nach den zwei indiskutablen Leistungen in den letzten Heimspielen gegen Mitkonkurrenten, will Sylvia-Trainer Dieter Kurth die Vorrunde trotz des bisherigen alles andere als optimal verlaufenen Saisonverlaufs gerne mit einem positiven Erlebnis abschließen, er weiß jedoch um die Schwere der Aufgabe, insbesondere da der krankheitsbedingte Ausfall mehrerer Spieler droht.

SC Sylvia Ebersdorf (Aufgebot): U. Knauer, Neuber – Engelmann, Heidenreich, Tranziska, Tscherner – Autsch, Dalke, Özdemir, A. Schmidt, Thiel – F. Carl, Bergmann, Böhnlein, Mehmedaj. – Es fehlen: J. Carl, Dinc, P. Schmidt, Trivuncevic, Werner. jvo

 

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