Fußball-Landesliga Rückschlag für den FC Coburg

Hartmut Guhling
Enge Ballführung: Coburgs Tayfun Özdemir (in Weiß). Foto: Hartmut Guhling

Der FC Coburg verliert in der Fußball-Landesliga in Gochsheim mit 0:2 und verpasst damit den Sprung an die Tabellenspitze.

Unerwarteter Rückschlag für den FC Coburg: Die zuletzt fünfmal in Folge siegreichen Vestekicker haben in der Fußball-Landesliga Nordwest beim TSV Gochsheim eine empfindliche 0:2-Schlappe hinnehmen müssen. Den kampfstarken Gochsheimern gelang damit erneut das Kunststück, Coburgs sonst so starke Offensive zu neutralisieren – bereits in der Vorsaison hatte die Elf von Stefan Riegler den FCC mit 2:0 entzaubert. Die dritte Saisonniederlage (alle auswärts) war für den FCC mehrfach schmerzlich: Er ließ die Chance ungenutzt, am FC Fuchsstadt vorbeizuziehen und die Tabellenspitze zu erklimmen und muss obendrein in den kommenden wichtigen Partien auf Torjäger Sertan Sener und Außenstürmer Ricardo König verzichten, die sich in der hektischen Nachspielzeit zwei völlig überflüssige Rote Karten einhandelten.

TSV Gochsheim – FC Coburg 2:0 (2:0). Nicht nur wegen des Resultats, sondern auch aufgrund des Spielablaufs dürfte die Begegnung Coburgs Coach Lars Müller als unliebsames Déjà Vu erschienen sein. „Das war genau wie beim letzten Mal“, lautete sein frustriertes Fazit. Denn wieder war Gochsheim deutlich bissiger sowie griffiger und mit blitzschnellen Kontern auch torgefährlicher. TSV-Trainer Riegler frohlockte zu Recht: „Das war ein sehr starkes Spiel meiner Jungs. Sie haben den Matchplan genau umgesetzt: Wir wollten kompakt und nicht zu tief stehen und ins Umschaltspiel kommen, weil wir wussten, dass sie da anfällig sind.“ Das gelang perfekt. Coburg brauchte 24 Minuten, um durch Kapitän Davide Dilauro erstmals einen gefährlichen Torschuss abzugeben. Praktisch im Gegenzug düpierte der starke Yannick Sprenger über rechts die FCC-Defensive, Keeper Luis Krempel parierte, doch Marcial Weisensel war per Abstauber zur Stelle. Nur dank ihres überragend haltenden Keepers – Krempel rettete gegen Mario Ketterls Schlenzer (28.), Alexander Derras Kopfball (29.) und Weisenseels Schuss (36.) großartig – blieben die Gäste im Spiel.

So bot sich Adrian Guhling über rechts (42.) und Jonas Kirchner per Kopfball (43.) sogar die Ausgleichschance, aber auch TSV-Torhüter Irnes Husic machte einen ausgezeichneten Job. Und wieder war Gochsheim im Gegenzug zur Stelle: Kapitän Tino Kummer entwischte der aufgerückten FCC-Abwehr, umkurvte Krempel und erzielte das durchaus verdiente 2:0.

Diesem Rückstand rannten die Vestekicker in Durchgang zwei ebenso verzweifelt wie – trotz deutlicher Leistungssteigerung – erfolglos hinterher. Norik Höhn kam mit seinem Pfostenschuss (54.) und einem Kopfball (90.+3) dem Anschlusstreffer noch am nächsten, Tayfun Özdemir zielte dreimal aus guter Position daneben. Auf der anderen Seite verhinderte Krempel gegen Weisensel (61.) und Sprenger (80.) zweimal brillant den vorzeitigen Knockout.

Als das Match praktisch gelaufen war, kam es unmittelbar vor einem finalen FCC-Freistoß dann zum unschönen Showdown, als König und Eduard Krüger aneinander gerieten. Nach dem anschließenden minutenlangen Tumult zeigte Referee Hofmann nicht nur ihnen, sondern auch Sertan Sener Rot und verhängte gegen Gökhan Sener eine Zeitstrafe. Passende bittere FCC-Schlusspointe: Der Freistoß von Aykut Civelek landete nur am Innenpfosten.

„Das war eine verdiente Niederlage. Wir waren zu ängstlich, haben gerade in Halbzeit eins viel zu viel hinten herumgespielt, uns zu wenig gepusht, uns nicht gegenseitig geholfen und hatten viel zu wenig Kommunikation“, benannte Coburgs Chefanweiser Müller die Defizite seiner Elf schonungslos. Sein Gegenüber Riegler spendete einerseits Trost: „Für mich ist Coburg nach wie vor die stärkste Mannschaft der Liga.“ Er merkte aber auch an: „Wir haben gezeigt, wie man sie bearbeiten muss. Und sie haben Disziplinprobleme, wenn es nicht so läuft.“

Am nun kommenden Doppelspieltag haben die Vestekicker gegen Haibach und in Karlburg in zwei Topspielen die Gelegenheit, das Gegenteil zu beweisen.

Die Statistik

TSV Gochsheim: Husic – Heimrich, Derra, Zweiböhmer, Weisensel (67. N. Kummer), Ketterl (74. Eisend), Gmehling (76. Sommer), Mekic, T. Kummer (87. Krüger), Sprenger (85. Schott), Tewelde.

FC Coburg: Krempel – Heinze (46. König), Civelek, Knie, Kirchner, S. Sener, Siller (46. Höhn), G. Sener, A. Guhling (67. F. Carl), Dilauro, Özdemir.

Schiedsrichter: Hofmann.

Zuschauer: 130.

Tore: 1:0 Marcial Weisensel (25.), 2:0 Yannick Sprenger (44.).

Rote Karten: Eduard Krüger (90.+3)/Ricardo König und Sertan Sener (90.+3).

Zeitstrafen: –/Gökhan Sener (90.+3).

 

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