Fußball-Landesliga Vestekicker reiten die Erfolgswelle

Hartmut Guhling

Der FC Coburg erkämpft in der Fußball-Landesliga Nordwest den dritten Sieg im dritten Spiel der neuen Saison. Youngster Norik Höhn sorgt mit dem 3:2 im Derby gegen Lichtenfels für die Entscheidung.

Die Erfolgswelle, die der FC Coburg vom Saisonstart weg erwischt hat, wächst sich aus: Auch gegen den FC Lichtenfels, seines Zeichens Dritter der Vorsaison, haben die Vestekicker einen Dreier eingefahren, mit dem sie nach Spieltag drei nun sogar auf den ersten Tabellenplatz der Fußball-Landesliga Nordwest vorgespült worden sind. Beim 3:2-Derbysieg war Coburg vor 425 Zuschauern unter dem Strich das etwas glücklichere und vor allem effizientere Team. Gegen die besonders in der Anfangsviertelstunde klar überlegenen Gäste zeigte der FCC erneut defensive Schwächen, bewies aber andererseits auch zum wiederholten Mal mächtige Comeback-Fähigkeiten und enormes offensives Potenzial. Ein Torverhältnis von 16:8 nach drei Partien spricht für sich und zeigt, dass die FCC-Spiele aktuell vor allem eines sind: Ein absolutes Spektakel.

FC Coburg – 1. FC Lichtenfels 3:2 (2:2). Für jenes Spektakel sorgten zu Beginn allerdings erst einmal ausschließlich die Korbstädter, die bissiger, handlungsschneller und besser organisiert waren. Schon in Minute eins musste FCC-Keeper Luis Krempel per Fußabwehr gegen den durchgebrochenen Lukasz Jankowiak retten. Fabian Funks Kopfball küsste die Latte (8.), Coburgs Kapitän Davide Dilauro klärte gegen Adrian Brehm auf der Linie (9.) und Daniel Oppel ließ zwei Hochkaräter liegen (12.; 16.). Nur Coburg traf, jedoch durch Gökhan Sener zum 0:1 ins eigene Netz (10.).

Tevin Mc Cullough gleicht aus

Aber plötzlich war der FCC da: Erst verfehlte der herrlich freigespielte Mittelfeldstratege Tayfun Özdemir aus 14 Metern das Ziel (17.), dann nutzte Tevin Mc Cullough ein kapitales Lichtenfelser Missverständnis per listigem Heber zum Ausgleich (20.). Die Partie war nun nicht nur ergebnismäßig ausgeglichen, und Oppel für die Gäste (24.) sowie Kirchner und Mc Cullough per Kopf für den FCC (40.; 43.) hatten gute Gelegenheiten. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte überschlugen sich die Ereignisse: Erst schoss Brehm die Gästefarben mit einem fulminanten 18-Meter-Linksschuss wieder in Front (45.+2), dann ließ Jankowiak frei vor Krempel das 1:3 liegen, was Mc Cullough Sekunden später mit dem 2:2 bestrafte (45.+4).

Ein solches Tempo an packenden Szenen konnte die zweite Halbzeit nicht bieten. Coburg hatte das Spiel nun wesentlich besser im Griff, während Lichtenfels seine Torgefahr offensichtlich in der Kabine gelassen hatte und in Hälfte zwei nur noch zu einer Halbchance durch Maximilian Pfadenhauer kam (88.). Da hatten sich die Vestekicker längst die Führung erspielt: Mc Cullough „arbeitete“ das Leder zu Sertan Sener, dessen strammen Rechtsschuss Gästekeeper Niklas Weise parieren konnte.

Höhn steht goldrichtig

Doch Coburgs Youngster Norik Höhn stand goldrichtig und entschied damit letztlich schon das zweite Derby für seine Elf (61.). In der Folgezeit ließ der FCC bei einem Pfostentreffer von Höhn (67.), einem satten Schuss von Daniel Sam (85.) und einem Fast-Eigentor von FCL-Kapitän Martin Hellmuth (86.) mehrfach die Vorentscheidung liegen, was angesichts der clever verteidigten 3:2-Führung jedoch verschmerzbar war.

Unter dem Strich war es eine Partie mit zwei ziemlich unterschiedlichen Hälften. „In Halbzeit eins waren wir die klar bessere Mannschaft, und das 2:2 war für Coburg schmeichelhaft“, trauerte FCL-Übungsleiter Oliver Müller den vergebenen Chancen nach.

FCC-Coach Müller: „Verdienter Sieg“

FCC-Coach Lars Müller wollte da nicht widersprechen: „Die Leistung in Durchgang eins war haarsträubend, und wir können von Glück reden und uns bei Tevin bedanken, dass wir zur Pause nicht zurücklagen. Wir waren einfach immer zu weit weg vom Gegner.“ Keine Einigkeit herrschte bei der Bewertung des weiteren Spielverlaufs. Oliver Müller: „Ich habe die zweite Halbzeit relativ ausgeglichen gesehen. Aber: Glückwunsch an Coburg.“ Demgegenüber meinte Lars Müller: „Aufgrund der zweiten 45 Minuten war unser Sieg doch verdient. Wir hätten bei den Kontern allerdings kaltschnäuziger sein müssen.“

Statistik

FC Coburg: Krempel – Heinze (83. Sam), Civelek, Kirchner, Mc Cullough (75. König), T. Oikonomides, S. Sener (83. Knie), Höhn (67. Carl), G. Sener, Dilauro, Özdemir.

FC Lichtenfels: Weise – Schaller (83. Schunke), Schreiber (62. Pfadenhauer), Hartmann, Hellmuth, Lulei, Oppel (78. Kleylein), Funk, Jankowiak, Holzheid (89. Wiege), Brehm (62. Lausch).

Tore: 0:1 G. Sener (Eigentor, 10.), 1:1 Mc Cullough (20.), 1:2 Brehm (45.+2), 2:2 Mc Cullough (45.+3), 3:2 Höhn (61.).

Schiedsrichter: Marius Heerwagen (SpVgg Hainsacker). – Zuschauer: 425.

 

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