Die Verpflichtung des Wunschkandidaten hatte schon zuletzt klare Züge angenommen. "Wir sind nicht weit davon entfernt, etwas verkünden zu können. Das sollte in den nächsten Tagen passieren", hatte Klopp noch in seiner Funktion als WM-Experte von MagentaTV vor dem Finale zwischen Spanien und Argentinien (1:0 n.V.) in East Rutherford gesagt.
Red-Bull-Lösung als wichtiger Schritt
Mit der Beendigung seiner Verpflichtungen aus dem Vertrag mit Red Bull als weltweiter Fußball-Chefstratege des Getränkeunternehmens hatte Klopp selbst einen Beitrag geleistet, nun in seinen neuen Traumjob starten zu können, zwei Jahre, nachdem er beim FC Liverpool auch aus großer Erschöpfung sein bisher letztes überaus erfolgreiches Trainer-Engagement beendet hatte.
Die DFB-Führung unter Neuendorf und seinem Stellvertreter Hans-Joachim Watzke hatte sich schnell nach dem WM-Debakel mit dem Zwischenrunden-Aus gegen Paraguay und dem folgenden Rücktritt von Nagelsmann auf Klopp als klaren Top-Kandidaten festgelegt. Das DFB-Spitzenduo war für ein Meeting mit dem Wunschcoach nach New York geflogen. Danach kam schon die Nachricht einer prinzipiellen Einigung.
Anschließend wurde auch mit Red-Bull-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff eine Lösung gefunden. Laut "Bild"-Zeitung bekommt die Stiftung des Unternehmens eine Spende von einer Million Euro als Entschädigung. Das wäre eine vergleichsweise kostengünstige Lösung. Der DFB kommentierte oder bestätigte Vertragsinhalte bisher nicht.
Premiere in den Niederlanden
Klopp hat nun noch neun Wochen Zeit, sich auf die nächsten Länderspiele der Nationalmannschaft vorzubereiten. Am 24. September (20.45 Uhr/RTL) steht in Amsterdam die Premiere für ihn in der Nations League gleich mit dem Prestigeduell gegen die Niederlande an. Binnen zehn Tagen folgen die nächsten Partien gegen Griechenland (27. September), gegen Serbien (1. Oktober) und in Griechenland (4. Oktober).
Bis zur ersten Kadernominierung Mitte September muss Klopp wichtige Personalien klären. Erwartet wird, dass Joshua Kimmich Kapitän der DFB-Elf bleibt. Offen ist, auf welchen Torwart der neue Bundestrainer nach dem Rücktritt von Manuel Neuer setzt. Der junge Jonas Urbig (22) vom FC Bayern München oder die routinierten Oliver Baumann (36) und Marc-André ter Stegen (34) wären Kandidaten.
Nach den abschließenden Länderspielen des Jahres in der Nations-League-Gruppenphase am 13. November in Serbien und drei Tage später in Berlin gegen die Niederlande hat Klopp noch einen wichtigen Termin. Am 6. Dezember werden in Belfast die Qualifikationsgruppen für die EM 2028 ausgelost. Da wird auch Zidane als Frankreich-Coach bestimmt zugegen sein.