Tatsächlich habe man das „weltweit einzigartige Projekt“ schon in anderen Bundesländern auf die Beine stellen wollen, ging IFA-Geschäftsführer Kastler am Freitagnachmittag noch einmal darauf ein. Häufig hätten neue Flächen erschlossen werden müssen, wobei der Naturschutz oder andere Hürden eine Verwirklichung verhindert hätten. Eine Mitarbeiterin der Stadt Ebern habe Kastler bei einem zufälligen Aufeinandertreffen an Bürgermeister Jürgen Hennemann verwiesen und so den Kontakt geknüpft. „In Ebern waren die Plätze da und die Gebäude auch“, erzählte so Hennemann. Die Fußballakademie habe wieder ein Gebäude einer Nutzung zugeführt. Von 45 Gebäuden würden inzwischen 42 wieder genutzt. Kastlers IFA-Projekt runde diese „Erfolgsgeschichte“ damit ab.
Abgesehen davon sollen die jungen Fußball-Talente zu Spielen an den Wochenenden auch mit einem Bus-Shuttle gefahren werden, so Kastler und sich so auch an Gepflogenheiten aus dem Leben der Profi-Sportler gewöhnen.
Der erste IFA-Schützling
Am Freitag wurde neben dem aktuellen Stand der Planung auch der erste Spieler vorgestellt, der über die IFA in Ebern ausgebildet wird: Chris-Stephan Dierke. Der 19-Jährige steht derzeit beim unterfränkischen Viertligisten TSV Aubstadt unter Vertrag, hat allerdings als Jugendlicher bereits gut zwei Jahre für den 1. FC Nürnberg und zuletzt sieben Jahre bei der SpVgg Greuther Fürth gespielt. Nachdem sein Vertrag dort aber nicht verlängert wurde, sei er offen dafür, seine Karriere auch international anzugehen. „Mein Traum ist es, Fußball zu spielen. Und der Ball ist überall rund“, brachte es Dierke auf den Punkt. Über die Ausbildung bei der IFA in Ebern, so hege er die Hoffnung, sollten sich ihm diese Türen öffnen. Derzeit pendele Dierke zwischen dem Training in Ebern und seiner Heimat Erlangen. Wegen Corona sind derzeit weder Spiele noch Gruppentrainings möglich, wie er ausführte. Er nutze die Zeit jedoch für „körperliches Training“, um fit zu bleiben. Über eine Fern-Uni studiere er zudem Sportökonomie.