Im Achtelfinale gegen Ägypten (3:2) gab es in der hitzigen Schlussphase mehrere strittige Szenen, die zu Toren der Südamerikaner führten. Sie hatten elf Minuten vor Schluss noch mit 0:2 zurückgelegen. "Alle strittigen Entscheidungen sind gegen Ägypten getroffen worden. Die negativen Emotionen, die da herauskommen, die sind nachvollziehbar", sagte Schiri-Experte Ittrich dazu. Ägypten-Coach Hossam Hassan wütete: "Das war ganz klar ein manipuliertes Spiel." Er ergänzte: "Vielleicht wollten sie den Weltmeister im Wettbewerb halten. Vielleicht wollten sie, dass Messi im Rennen bleibt."
Fakt ist aber auch: Die besagten Szenen waren allesamt nicht eindeutig. Schiedsrichter Francois Letexier aus Frankreich wurde für seine Leistung auch gelobt.
Die Hand vor dem Mund
Iván Barton ist Fußball-Fans nach dieser WM ein Begriff - weil er für ein Novum in der WM-Geschichte sorgte und dazu noch die perfekte Vorlage für Memes und sogar einen Song lieferte. Als erster Schiedsrichter zeigte er einem Profi die Rote Karte, weil der sich in einem Disput mit dem Gegner die Hand vor den Mund gehalten hatte. Paraguays Nationalspieler Miguel Almirón flog im Gruppenspiel gegen die Türkei vom Platz, nachdem Barton seine inzwischen berühmten Sätze über das Stadionmikrofon sprach: "After Review. Number 10. Paraguay. Covered his mouth. Decision is: Red Card!"
Die Regel war erst vor der WM eingeführt worden und soll rassistische Diskriminierung von Gegenspielern unterbinden. Indem sie den Mund verdecken, wollen Spieler häufig verhindern, dass erkannt werden kann, was sie sagen. Almirón hatte in einer Spielunterbrechung mit vorgehaltener Hand etwas zu seinem türkischen Gegenspieler Mert Müldür gesagt. Barton, der aus El Salvador kommt, traf die Entscheidung für den Platzverweis nach einem Hinweis des Videoschiedsrichters.