2002: Erlösung vom Punkt
Vier Jahre später schlug Beckhams Stunde. 7. Juni 2002, WM, Gruppenphase. Bei dem Spiel im japanischen Sapporo bekommt England einen Elfmeter zugesprochen. Kapitän Beckham tritt an, hämmert den Ball mit Vollspann in die Mitte des Tores. England gewinnt 1:0 - und Argentinien fährt schon nach der Gruppenphase nach Hause.
2012: "Agüeroooooo"
Das Skurrile an der Rivalität zwischen England und Argentinien ist die Liebe der Fans in der Premier League für die Spieler aus dem südamerikanischen Land. Sergio Agüero, Vater von Maradonas Enkel Benjamin, schoss das wohl berühmteste Tor des Jahrhunderts in der besten Liga der Welt. 3. Mai 2012, letzter Spieltag der Premier League. Manchester City braucht einen Sieg gegen Abstiegskandidat Queens Park Rangers. Bis in die Nachspielzeit liegt man 1:2 zurück, dann glich Edin Dzeko aus.
Nach exakt 93:20 Minuten setzt Sky-Kommentator Martin Tyler zu einem Kommentar an, der ihn unsterblich macht: "Agüeroooooo. Ich schwöre, Sie werden so etwas nie wieder sehen. Also schauen Sie hin, saugen Sie es auf." Agüero hatte City zum 3:2 und damit zum nicht mehr für möglich gehaltenen Titel geschossen.
Die Ironie des Duells der beiden Nationen liegt vor allem darin, dass britische Einwanderer den Fußball einst nach Argentinien brachten. Messis Jugendverein Newell's Old Boys ist nach dem Engländer Isaac Newell benannt. Als Vater des argentinischen Fußballs gilt der schottische Lehrer Alexander Watson Hutton. Er gründete 1893 den Verband.