Das Landratsamt Cham und die Marktgemeinde Lam haben nach eigenen Angaben den Hotelbetreiber bis auf weiteres auf touristischen Webseiten gesperrt und aus dem touristischen Marketing genommen. "Antisemitismus hat im Landkreis Cham keinen Platz", hieß es. "Ein solcher Einzelfall darf nicht das Bild unserer zahlreichen engagierten und weltoffenen Gastgeber prägen."
Juniorchef Vogl kritisierte indes die Art und Weise, wie das Ganze in den sozialen Medien ausgeschlachtet werde. Die Folge: Beleidigungen und sogar Morddrohungen auf verschiedensten Kanälen.
Hoffen auf Wiedergutmachung
In der E-Mail lud das Hotel den Gast und dessen Familie für eine Woche kostenlos in die Oberpfalz ein, "um uns persönlich kennenzulernen, und um Ihnen zu beweisen, dass wir keine schlechten Menschen sind, die andere diskriminieren". Beim Hotel hofft man: "Vielleicht entsteht eine Freundschaft, wie auch immer". Was der Gast dazu sagt? Unklar. Er wolle sich nicht äußern und bitte darum, seine Privatsphäre zu respektieren, sagte er der dpa in Tel Aviv.
Internationale "Empörung und Trauer"
Der Imageschaden dürfte indes gewaltig sein. Weltweit hörten Überlebende der deutschen Konzentrations- und Vernichtungslager diese Nachricht des antisemitischen Hasses "mit Empörung und Trauer", hieß es vom Internationalen Auschwitz Komitee. Dessen Präsidentin Eva Umlauf verwies auf ein von ihr verfasstes Buch über Beobachtungen im Deutschland von heute. "Es trägt den Titel: "Genau so fängt es an". Es ist dennoch entsetzlich, wenn meine Eindrücke jetzt auf erneute und so bizarre Weise bestätigt werden."
Und Christoph Heubner, Exekutiv-Vizepräsident des Komitees erinnert an eine Begegnung in Argentinien. ""Haben sie dort überhaupt irgendetwas gelernt?", fragte mich eine über 90-Jährige, die als jüdisches Kind aus dem Warschauer Ghetto geschmuggelt wurde und so überlebt hat."