Auerbach Haus in Flammen: acht Verletzte, Gebäude unbewohnbar

, aktualisiert am 06.04.2021 - 16:01 Uhr

Acht Verletzte und Sachschaden in Höhe von rund 400.000 Euro forderte ein Wohnhausbrand am späten Montagabend in Auerbach in der Oberpfalz. Das Feuer war kurz vor 21 Uhr in einem früheren Metzgereigeschäft in der Bahnhofstraße ausgebrochen.

Auerbach - Fünf Feuerwehren aus drei Gemeinden und zahlreiche Rettungskräfte des Roten Kreuzes waren im Einsatz. Oberstes Augenmerk lag auf der Rettung der im Haus befindlichen Personen.

In einem Wohnhaus an der Wiesenstraße waren nach den Ausbruch des Feuers die verzweifelten Rufe der Hausbewohner zu hören. Christian Schwindl holte kurzerhand eine Leiter von seinem Anwesen und rettete damit zwei Menschen aus dem Haus.

Auch die Feuerwehr holte Betroffene aus dem Gebäude. „Einige wollten gleich wieder zurück und bei den Rettungsarbeiten helfen“, erinnert sich Kommandant Sven Zocher.

Mehrere Anrufe  eingegangen

Kurz vor 21 Uhr war die Ortsfeuerwehr per Sirene alarmiert worden. Bei der Leitstelle waren gleich mehrere Anrufe eingegangen. Beim Eintreffen der Feuerwehr  stand das Erdgeschoss in Flammen. Die Löscharbeiten waren nur mit Atemschutzausrüstung möglich. Wegen des Qualms war die Sicht dabei extrem schlecht. 36 Atemschutzgeräte wurden während der Brandbekämpfung und für die Nachlöscharbeiten benötigt.

Die Ortswehr aus Auerbach, die mit 46 Aktiven ausgerückt war, benutzte alle vorhandenen 18 Atemschutzgeräte. Eingesetzt wurden auch acht Geräteträger aus Neuhaus/Pegnitz sowie vier aus Michelfeld. Die Kameraden der Ortsteilwehr hatten erst am Donnerstag ein neues Feuerwehrauto bekommen. Dass es gleich am Montag erstmals zu einem Einsatz gerufen wird, hatte niemand erwartet.

Froh war die Ortswehr über den mitgebrachten Gerätecontainer der Feuerwehr Pegnitz, aus dem weitere sechs Atemschutzgeräte entnommen wurden. Bei der Wasserversorgung halfen die Kameraden der Feuerwehr Nitzlbuch. Innerhalb einer Stunde war der Gebäudebrand unter Kontrolle. Nachlöscharbeiten waren allerdings noch länger nötig.

Der verheerende Brand hatte sich im Fehlboden verbreitet, so dass die Böden von der Feuerwehr geöffnet werden mussten, um mit der Wärmebildkamera alle Glutnester zu entdecken. Die Einsatzleitung hatte der Auerbacher Kommandant Sven Zocher; ihm zur Seite stand die Unterstützungsgruppe des Landkreises. Zur Dokumentation der Löscharbeiten wurde auch die Drohne des Kreisfeuerwehrverbandes eingesetzt. Insgesamt waren rund 120 Aktive gefordert.

An der Einsatzstelle waren Kreisbrandrat Fredi Weiß, Kreisbrandinspektor Hans Sperber sowie die beiden Kreisbrandmeister Christian Meyer und Michael Schmidt. Auch Bürgermeister Joachim Neuß überzeugte sich von der Schlagkraft seiner Feuerwehr. Die Ortswehr sei schnell und diszipliniert vorgegangen, lobte Weiß die Kameraden. Auch die Menschenrettung als wichtigste Aufgabe sei sehr gut koordiniert worden.

Die zügige Rettung der Personen, die starke Brandlast im Erdgeschoss des Hauses und die enorme Hitze beim Erstangriff nannte Sven Zocher als die größten Herausforderungen des Einsatzes, der für einen Teil der Kameraden bis 4 Uhr am Morgen dauerte. Wer früh zur Arbeit musste, wurde um Mitternacht „entlassen“. Ein Übergreifen der Flammen auf Nachbargebäude konnte verhindert werden. Bei späterer Alarmierung wäre es wohl schwieriger gewesen, so der Kommandant.

Etwa um 21.15 Uhr schaltete ein Mitarbeiter des Bayernwerks den Strom der gesamten Häuserzeile in der Bahnhofstraße aus Sicherheitsgründen vorübergehend ab. Im Erdgeschoss des früheren Metzger-Fachgeschäfts war erst im Vorjahr eine Shisha-Bar eingerichtet worden. Die Eigentümer des Hauses stehen nun vor dem Nichts. Das Gebäude brannte vom Erdgeschoss bis zum Dach aus und ist nicht mehr bewohnbar.

Der Sachschaden dürfte sich nach ersten Schätzungen der Polizei auf rund 400.000 Euro belaufen. Zur Brandursache können bislang keine Angaben gemacht werden.

Die Polizeiinspektion Auerbach und die Kriminalpolizei Amberg sind in die Brandermittlungen eingebunden.

 

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