Gemeint sind damit Nutzungsgebühren für Straßen, die je nach Tageszeit oder Größe des Fahrzeugs und Auslastung variieren können. "Bislang läuft die Finanzierung der Infrastruktur zum großen Teil über die Treibstoffsteuer, aber bei der wachsenden Zahl von Elektrofahrzeugen wird das immer weniger", sagt er. "Ein faires Modell wäre, wenn die, die die Straßen am stärksten nutzen - durch schwere Autos oder viele Fahrten - auch am meisten zahlen."
Fluggesellschaften und die Bahn machten dies schon lange so: zu Spitzenzeiten, wenn alle fliegen oder Bahn fahren wollen, sind die Preise höher als an anderen Tagen.
Wie kommen die Pläne in Brüssel oder Baden-Württemberg an?
Der CDU-Europaabgeordnete Andreas Schwab hält wenig von der Transitgebühr. "Einseitige Maßnahmen dieser Art sind kein Schritt nach vorn", sagt er auf dpa-Anfrage. "Unsere Grenzgebiete leben von Verlässlichkeit, der Vereinfachung von Regeln sowie einem offenen und reibungslosen Zusammenleben mit den Nachbarländern auf Augenhöhe und ohne jegliche Diskriminierung."
So sieht es auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Felix Schreiner aus dem Wahlkreis Waldshut-Tiengen an der Grenze zur Schweiz. Ausländische Autofahrerinnen und Autofahrer dürften nicht zu Sündenböcken gemacht werden, sagt er. "Ich bin überzeugt, dass sich verkehrspolitische Herausforderungen im Herzen Europas nur gemeinsam lösen lassen. Der richtige Weg ist daher nicht Abschottung, sondern mehr Kooperation."
Sauter-Servaes, der aus Berlin stammt, gibt zu bedenken: "Wenn jedes Land so denken würde und nur die Ausländer abkassieren will, haben wir ein Problem. Dann würden sich Regierungen fragen: Warum soll der Deutsche auf dem Weg in den Italienurlaub in der Schweiz zahlen, der Schweizer auf dem Weg nach Dänemark in Deutschland aber nicht?"