Gedenkkonzert in Bad Rodach Ein Diener der Musik

Im Februar verstarb Reinhard Schmidt, Mitbegründer der Coburger Sommeroperette. An seinem Geburtstag gedenken Freunde und Wegbegleiter seiner jetzt mit einem besonderen Konzert.

Die Kerzen flackern leicht, Blumen schmücken den Altar, buntes Licht schimmert in den Ecken des Gotteshauses. Die Atmosphäre ist feierlich, die Besucher sind festlich gekleidet. Es ist kein Gottesdienst, der die Menschen am Sonntagabend in die St. Johanniskirche führt, sondern ein Gedenkkonzert zu Ehren des Mitbegründers und langjährigen Leiters der Coburger Sommeroperette: Reinhard Schmidt. Im Februar ist der, immer der Waldbühne Heldritt verbundene, Dirigent verstorben. Am 13. Juli, seinem 79. Geburtstag, möchten nun Freunde, Wegbegleiter und Kollegen ihn ehren und seiner gedenken.

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Noten über alles

„Es wird die erste Saison auf der Waldbühne ohne ihn sein, er ist dann nicht mehr jeden Tag ganz einfach und selbstverständlich da“, formuliert es Harald Wurmsdobler, Intendant der Sommeroperette Heldritt, in berührenden Worten. Wurmsdobler verabschiedet sich sichtlich bewegt von einem „Menschen, der der Musik diente, sie über alles stellte, auf Distanz zu Konfrontationen ging und dabei nie laut wurde.“ „Und so ging er auch, leise.“ Dass es Schmidt nicht gut gegangen sei, habe er während eines Telefonats zwei Tage vor seinem Tode gemerkt, doch dass er ihn nicht lebend wiedersehen würde, nie gedacht. Wurmsdobler flicht kleine, liebenswerte Anekdoten über seinen musikalischen Weggefährten ein, berichtet schmunzelnd von der Feier zum 60., als alle Gäste da waren und das Geburtstagskind erst erschien, als alles vorbei war: „Er musste Noten prüfen.“

Große Dankbarkeit und Anerkennung schimmert aus den Worten, Worte, die von Bad Rodachs Bürgermeister Tobias Ehrlicher noch einmal aufgegriffen und verstärkt werden: „Reinhard fehlt immer mehr, ich denke ständig, der nette, ältere Herr müsste doch jetzt auch kommen. Er war immer da, immer hilfsbereit, auf allen Festen zugegen, wie der ruhende Pol im Hintergrund.“ Und er habe dazu beigetragen, dass sich Ehrlicher dem Thema Operette, „bisher nicht so ganz meins“, angenommen habe. „Danke für deine Musik, deine Zeit und dein großes Herz“, sagt er abschließend und verneigt sich vor dem schwarzen Rahmen.

Töne als Botschaft

Mehr Worte sind nicht nötig, dann spricht und fasziniert die Musik. Zwölf unterschiedliche Stücke stehen auf dem Programm, teils instrumental, teils mit vokaler Verstärkung.

Ruhige, gelassene und gleichmäßige Töne am Violoncello erklingen von Max Fahnler, der ein Prélude aus der Suite für Violoncello von Bach und den ersten Satz einer Sonate in D-Dur von Georg Philipp Telemann interpretiert, gefolgt von Arien und geistlichen Stücken Puccinis, die Solistin Nicola Becht mit warmem, klarem Sopran gefühlvoll zum Besten gibt. Posaune, Klavier, Violine, Violoncello, gespielt von Beatrix Seidlitz, Christian Reissinger, Dario Moehrke und Ulrike Maria Gossel, blasen, streichen und intonieren Ruhiges, Meditatives, Geistliches und Weltliches. Auch Harald Wurmsdobler ist als Solist zugange und singt – wie könnte es anders sein – das Lied „Ich bin nur ein armer Wandergesell“ aus Künnekes Operette „Der Vetter aus Dingsda“.

Auch der Chor der Sommeroperette unter der Leitung von Stefan Meier ist vertreten und verbreitet tiefe spirituelle Atmosphäre mit der Motette „Notre Père“ von Maurice Duruflé, bevor er sich mit dem irischen Segenslied „May the Road rise“ von den Gästen verabschiedet. Ein Wunsch für eine gute Reise an einen Menschen, der vielen fehlen wird.