Gemeinderat Ebelsbach Hauptaugenmerk liegt auf dem Schloss

Günther Geiling

In der jüngsten Gemeinderatssitzung in Ebelsbach ging es um ein Entwicklungskonzept für die Altorte Ebelsbach und Gleisenau. Im Fokus stand zudem das Thema „Steigerung der Wohnqualität“.

Links blühen schon die Forsythien des nahenden Frühlings auf und bei einer Untersuchung soll auch dem Schloss ein Hauptaugenmerk gehören. Ob es damit auch wieder aufblüht? Foto:  

Vorbereitende Untersuchungen zur Sanierungsbedürftigkeit der Altorte Ebelsbach und Gleisenau gab der Gemeinderat in Auftrag und grenzte diese auf die Kernbereiche der beiden Altorte mit den beiden Schlossanlagen und den verbindenden Grünzug durch das Sport- und Freizeitgelände ein. „Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf dem Schloss in Ebelsbach“, betonte Bürgermeister Martin Horn.

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Bürgermeister Martin Horn (SPD) verwies darauf, dass derzeit durch Architekten und Stadtplaner ein „integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept“ (ISEK) erarbeitet werde. Bestandteil dafür seien vertiefende vorbereitende Untersuchungen. Eine spätere förmliche Festlegung eines Sanierungsgebietes setze nämlich voraus, dass zuvor in dem in Frage kommenden Gebiet weitere Untersuchungen durchgeführt würden. Ihr Ziel sei es, Beurteilungsgrundlagen über die Notwendigkeit der Sanierung sowie über die Ziele und Durchführbarkeit der Sanierung zu gewinnen. „Die förmliche Festlegung des Sanierungsgebietes eröffnet der Gemeinde dann die Anwendung des städtebaurechtlichen Instrumentariums und biete finanzielle Vorteile und Anreize in der Umsetzung. Ein Sanierungsgebiet ist zudem eine Förderkulisse für die Städtebauförderung“, betonte der Bürgermeister.

Als Ergebnis der bisherigen Untersuchungen lasse sich für die Altorte ein Sanierungsverdacht formulieren. Auch die Gestaltung des öffentlichen Raumes im Verlauf der Staatsstraße in Richtung Stettfeld sei verkehrsbezogen, wobei die Gestaltungs- und Aufenthaltsqualitäten in diesen Bereichen mangelhaft seien. Der Grünzug mit angegliederten Sport- und Freizeitmöglichkeiten als mögliches verbindendes Element zwischen den Altorten sei überwiegend ungegliedert, in Teilen stark versiegelt und bedürfe einer funktionalen Neuordnung und gestalterischen Aufwertung. Das Untersuchungsgebiet umfasse eine Fläche von 45 Hektar.

Als vorläufige Ziele wurden tituliert: die Schaffung von Ortskernen mit Identität, die Aufwertung der Gemeinde als Wohnstandort und Entwicklung bedarfsgerechter Wohnformen sowie den Erhalt und die Entwicklung der attraktiven Kulturlandschaft und der Freizeitangebote sowie des öffentlichen Raumes. Auch die zukunftsweisende Mobilität wurde angesprochen mit dem Erhalt und Ausbau der Funktionsfähigkeit des Gebietes auf den fließenden und ruhenden Verkehr sowie zukünftigen Anforderungen an die Mobilität und Barrierefreiheit.

Gerald Makowski stellte die Frage, warum man nicht auch den Bereich am Feuerwehrgerätehaus in Gleisenau sowie den Bahnhofsbereich in Ebelsbach in das Untersuchungsgebiet einbeziehe und dann auch gestalten könne. Hierzu vermerkte Bürgermeister Horn, dass nur die Bereiche Sinn machten, in denen man etwas verändern könne. Im „Kirschental“ in Gleisenau könne man wenig verändern und auch im Bahnhofsgebiet habe man den Einzelhandel herausgelassen, weil man hier keinen Entwicklungsbedarf mehr habe. Er könne diese Bereiche aber noch einmal ansprechen. So wurde die Gemeindeverwaltung beauftragt, die weiteren Schritte für die vorbereitenden Untersuchungen zu veranlassen.

Mit Blick auf den Gemeindebauhof führte Bürgermeister Horn aus, dass der Bauhof für die Grünanlagen zur Abfuhr des Mähgutes und zum Transport der Gerätschaften einen neuen Pritschenwagen benötige. Der bisher verwendete Pritschenwagen werde dann für die Bauarbeiter und den Maurertrupp verwendet, der bisher einen Schlepper als Transportfahrzeug nutzte. Dies sei aber wenig sinnvoll. Die Kosten für das neue Auto wurden mit ca. 50 000 Euro angegeben und der Kauf wurde dann auch beschlossen.

Dann ging es um eine Kostenübernahme für die Mittagsbetreuung in Ebelsbach. Seit Mitte des Jahres 2021 ist diese Betreuung von Schulkindern neue geregelt, die bis dahin durch die evang. luth. Kirchengemeinde organisiert wurde und jetzt unter der Trägerschaft von „Innovative Sozialarbeit“ aus Bamberg läuft. Der Gemeinde lag dazu noch die Jahresrechnung aus dem Jahre 2020 vor. Die Ausgaben beliefen sich auf 127 466 Euro, denen aber nur Einnahmen in Höhe von 99 977 Euro gegenüberstanden vom Bezirk mit 36 000 Euro, Gemeinde 33 000 Euro, Elternbeiträge 30 711 Euro und Spenden 265 Euro. Damit verblieb ein Defizit von 27 489 Euro. Der Gemeinderat sprach sich veranlasst, das aufgelaufene Defizit zu übernehmen.

Für den Ortsteil Rudendorf hatte die Firma Will Landtechnik GmbH & Co. KG einen Bauplan eingereicht für den Neubau einer Reparaturwerkstatt für landwirtschaftliche Maschinen und einen Ausstellungsraum. Dabei plant der Bauherr den Teilabbruch der alten Werkstatt und des bestehenden Waschplatzes. Im Gegenzug soll eine neue Werkstatthalle mit Büro und Aufenthaltsräumen (Länge: 26 Meter, Breite 21 Meter), eine Heizzentrale mit Hackschnitzelbunker und eine überdachte Freifläche mit Waschplatz entstehen. Der Gemeinderat begrüßte das Vorhaben und erteilte dem Bauantrag das Einvernehmen.