Gemeinderat Maroldsweisach Friedwald sorgt für Diskussionen

Helmut Will
Für reichlich Gesprächsbedarf sorgte in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates Maroldsweisach die Anfrage von Heinrich Graf zu Ortenburg auf Errichtung eines Friedwaldes. Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild/Bernd Settnik

Wie die Gemeinderäte in Maroldsweisach in dieser Woche erfuhren, geht der Trend wohl zur Urnenbestattung. Ein Grund: es ist billiger. Viele Menschen, so die Begründung, müssten aufs Geld schauen.

Maroldsweisach - Ein Tagesordnungspunkt, der ursprünglich im nichtöffentlichen Teil vorgesehen war, aber auf Antrag in den öffentlichen Teil verlegt wurde, sorgte bei der Gemeinderatssitzung am Montagabend im Saalbau Hartleb für die längste Diskussion. Es ging um eine Anfrage wegen eines Friedwaldes im Gebiet der Marktgemeinde Maroldsweisach.

Gemeinderat Stefan Böhm (JCU) hatte eingangs der Sitzung gefragt, warum der entsprechende Tagesordnungspunkt nicht im öffentlichen Teil behandelt werde. Seiner Meinung nach seien hier Gesichtspunkte vorhanden, welche den Gemeindebürgern nicht vorenthalten werden sollten. Daraufhin stellte Gemeinderat Harald Deringer (CSU) den Antrag, den Tagesordnungspunkt in den öffentlichen Teil der Sitzung zu verlegen, was mehrheitlich angenommen wurde.

Bürgermeister Wolfram Thein (SPD) teilte dann mit, dass eine Anfrage von Heinrich Graf zu Ortenburg auf Errichtung eines Friedwaldes vorliege. Verwaltungsangestellte Yvonne Beck, zuständig für das Friedhofswesen in der Marktgemeinde, ging dann zunächst auf die Bestattungen im Bereich des Gemeindegebietes von Maroldsweisach ein. Nach ihren Worten waren im Jahr 2019 insgesamt elf Erd- und 32 Urnenbestattungen. „Davon wurden 27 in einem Erdgrab vorgenommen“, sagte Yvonne Beck.

Auch im Jahr 2021 wurden viele Urnenbestattungen in Familiengräbern vorgenommen. „Die Tendenz geht eindeutig zu Urnenbestattungen, da diese billiger sind, viele Leute müssen auf den Preis schauen“, sagte die Sachbearbeiterin.

Dazu stellte Bürgermeister Wolfram Thein fest, dass bei den Friedhofsgebühren noch eine Unterdeckung vorhanden sei. Die Frage wurde aufgeworfen, ob ein Friedwald eine Konkurrenz zu den gemeindlichen Bestattungen darstelle und ob man so etwas als Gemeinde nicht selber machen könne.

Yvonne Beck führte aus, dass es eine Umfrage gegeben habe: Bestattungen würden zu 95 Prozent auf den Heimatfriedhöfen angestrebt, so das Ergebnis. „So, wie es halt schon immer war“, sagte Beck. Man müsse grundsätzlich überlegen, in welche Richtung man bei Bestattungen gehen möchte, was auch der Bürgermeister unterstützte.

Gemeinderat Harald Deringer stellte Überlegungen an, ob die Gemeinde möglicherweise nicht selbst Friedwaldbestattung anbieten sollte. Dazu erklärten der Bürgermeister und die Sachbearbeiterin für das Friedhofswesen, dass der Aufwand und die Bestimmungen dafür nicht „ganz ohne“ und genau zu überlegen sei, ob sich der Aufwand für die Gemeinde lohnen könne. Außerdem gab man zu bedenken, dass bei dem 270 Hektar Gemeindewald keine geeigneten Bestände vorhanden wären. „Es würde in diesem Fall eine horrende Arbeit auf die Gemeinde zukommen“, so Yvonne Beck. Auch die Gemeinderäte Wolfgang Harnauer (SPD), Peter Hellmuth (JB), Martin Schramm (FWG), Stefan Böhm (JCU) sowie Ortssprecher Christian Vogel plädierten dafür, auf den bestehenden Friedhöfen die Urnenbestattungen attraktiver zu gestalten. Als Gemeinde solle man sich eher nicht auf das „Abenteuer Friedwald“ einlassen. Schließlich einigte man sich, dass man sich bei Dienstleistern und Betreibern erst einmal informieren sollte, um dann weiter zu überlegen.

Aus dem Gemeinderat in Kürze
Auf Antrag der CSU-Fraktion werden am Dorfplatz Maroldsweisach und in Altenstein in der Nähe des Freibades Ladestationen für Fahrräder angebracht. Mit den Betreibern des neuen Gewerbegebiets soll der Bürgermeister außerdem Gespräche führen, ob von diesen dort nicht selbst eine Ladestation eingerichtet werden könne. Zur Debatte stand weiter, wie man künftig mit Bauanträgen umgehen sollte, die von der Verwaltung an das Landratsamt weiter geleitet wurden. „Bisher haben wir diese Bauanträge in den Gemeinderatssitzungen erörtert und wir schlagen von der Verwaltung aus vor, diese künftig ins Ratsinformationssystem einzustellen und bei den Gemeinderatssitzungen nicht mehr zu behandeln“, sagte der Bürgermeister. Aus Zeitersparnisgründen wäre das sinnvoll. Da kam „Gegenwind“ von Gemeinderat Dieter Hepp (CSU). „Ich bin der Meinung, dass diese Anträge im Gemeinderat genannt werden sollen, damit auch die Öffentlichkeit umfassend über Bautätigkeiten in unserem Gemeindegebiet informiert werden kann“, sagte Hepp. Erläutern müsse man diese Anträge ja nicht weiter. Beschlossen wurde dann, dass diese Anträge im Ratsinformationssystem eingestellt und bei den Sitzungen kurz angesprochen werden, ohne Erläuterungen von Plänen. Bestätigt wurden vom Gemeinderat Christian Menzel als Kommandant der Feuerwehr Wasmuthhausen und der zweite Kommandant Torsten Schmitt.
 

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