Gemeinderat Maroldsweisach Solarfeld stößt auf Ablehnung

Helmut Will
Gegenüber der Ortschaft Allertshausen soll nach dem Wunsch des Antragstellers eine Fotovoltaikanlage mit einer Leistung von 1500 Kilowatt-Peak (kWp) entstehen. Foto: /Helmut Will

Der Gemeinderat Maroldsweisach stimmt gegen die Errichtung einer größeren Solaranlage bei Allertshausen. Grund sind die Nähe zum Ort und auch eine eventuelle Blendwirkung.

Ein heftig diskutierter Punkt bei der Sitzung des Marktgemeinderates Maroldsweisach war ein Antrag der Fress GmbH aus dem Ortsteil Allertshausen auf Errichtung eines Solarfeldes mit Einzäunung im Gewerbegebiet Allertshausen. Die beabsichtigte Fläche liegt westlich der Ortschaft Allertshausen, nur getrennt durch die Staatsstraße 2284, Maroldsweisach – Hellingen. Das Solarfeld ist mit einer Leistung von 1500 Kilowatt-Peak (kWp) vorgesehen.

In dieser Angelegenheit lag dem Gremium eine Stellungnahme des Landratsamtes Haßberge vor, das nach Eingang des Antrages bei der Marktverwaltung um Stellungnahme gebeten wurde. Die Behörde in Haßfurt führte hierzu aus, dass grundsätzlich frei stehende Fotovoltaikanlagen zu den Gewerbebetrieben aller Art nach den Bestimmungen im Gewerbegebiet regelmäßig zulässig seien.

Auch der Umstand, dass diese Anlage einen großen Flächenbedarf hätte und entsprechend das festgesetzte Gewerbegebiet räumlich in Anspruch nehme, hindere nicht die Annahme ihrer bauplanungsrechtlichen Zulässigkeit. Auch der Hinderungsgrund von einer ausgehenden Blendwirkung dürfte im Gewerbegebiet fraglich sein, schrieb das Amt. Dazu müsse sich jedoch das Staatliche Bauamt Schweinfurt äußern und die Gemeinde sollte in ihrem Beschluss auf ein Blendgutachten hinweisen.

Andre Grüner, Leiter des Bauamtes der Marktgemeinde Maroldsweisach, erläuterte die rechtlichen Bestimmungen im Detail und sagte, dass er zu einem Blendgutachten keine Aussage treffen könne. „Wir wollten die Fakten dem Gemeinderat vortragen, entscheiden muss das Gremium“, so Grüner. Gemeinderat Dieter Hepp (CSU) meldete Bedenken an und fragte nach, ob die Stellungnahme des Landratsamtes als verbindlich anzusehen sei. „Ich sehe das kritisch, da die geplante Fläche sehr nahe an der Ortschaft Allertshausen liegt“, sagte er. Auch seine Fraktionskollegin, zweite Bürgermeisterin Heidi Müller-Gärtner ergänzte, dass man sich viele Gedanken über den Antrag gemacht habe.

Bürgermeister Wolfram Thein (SPD) wies darauf hin, dass die beantragte Fläche eher eine kleinere sei und mit einer Gewerbehalle mit einer Fotovoltaikanlage in etwa vergleichbar wäre. „Was ist, wenn andere Gewerbetreibende eventuell wegen dieser Anlage nicht kommen“, frage Dieter Hepp.

Schließlich beantragte Gemeinderätin Doreen Büschel (SPD), darüber abzustimmen. Der Beschlussvorschlag, dass der Gemeinderat unter der Auflage eines Blendgutachtens sein Einvernehmen zur Errichtung eines Solarfeldes durch die Firma Fress GmbH erteilt, wurde mit acht zu drei Stimmen abgelehnt. Entscheiden muss nun das Landratsamt.

 

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