Gemeinderat Untermerzbach trifft Entscheidung Künftig Namen statt Zahlenchaos

Helmut Will
„Geraucht“, hat es, respektive heiß diskutiert wurde vor der Abstimmung über Straßennamen für den Ortsteil Gereuth, weil nicht alle mit einer Benennung von Straßennamen einverstanden waren. Hier heißt die Durchgangsstraße künftig „Gereuther Berg.“ Foto: /Helmut Will

Was lange währt, wird endlich gut. So könnte man das Kapitel „Straßennamen“ in Gereuth zusammenfassen. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates kam es nun zu einer Entscheidung und zur Namensvergabe.

Untermerzbach - Mehrmals wurde in den letzten zwei Jahren über die Einführung von Straßennamen für den Ortsteil Gereuth diskutiert. Angestoßen hatte das der ehemalige Gemeinderat Josef Grundler, der bei der Sitzung ebenso zugegen war, wie weitere Gereuther Bürger. Bürgermeister Helmut Dietz erläuterte im Rahmen der Sitzung des Gemeinderates Untermerzbach am Montagabend in der Turnhalle der Grundschule zunächst die bisherigen Schritte in dieser Angelegenheit, worauf Gemeinderätin Birgit Finzel beantragte, getrennte Abstimmungen durchzuführen, ob überhaupt Straßennamen gewünscht sind und erst dann über mögliche Straßennamen zu entscheiden. Auch sollte man erst den Gereuthern die angedachten Straßennamen zur Kenntnis geben, damit sie mitentscheiden könnten.

Hier entgegnete Dietz: „Mit dem Thema sind wir schon lange unterwegs. Der Gemeinderat hätte alles schon beschließen können, wir haben alle Bestimmungen beachtet und schon drei Ortsteile im Gemeindegebiet mit Straßennamen benannt. Ich verstehe nicht, weshalb wir uns da so schwertun. Es wurde schon ein Jahr diskutiert, nun müssen wir zu einem Entschluss kommen.“

Dritter Bürgermeister Gerald Karl (FWG) bedauerte, dass der Vorschlag seiner Fraktion als „unsolidarisch“ abgetan worden sei. Gemeinderat Florian Zang (SPD) hingegen unterstützte den Bürgermeister, indem er darlegte, dass seitens des Gemeindeoberhauptes und auch des Gemeinderates genügend Informationen an die Bürger des Ortsteiles Gereuth gegeben wurden.

Marion Leonhardt (FWG), Gemeinderätin aus dem Ortsteil Gereuth, warf dem Bürgermeister vor, dass sie Vorschläge der Bürger eingebracht hatte, diese aber abgelehnt worden seien. „Das finde ich nicht in Ordnung“, so Marion Leonhardt. Der ehemalige Gemeinderat Reinhold Meixner sah die Umfrage mit Listen, die im Vorfeld erfolgte. als nicht zielführend an. „Da hätte man die Liste ja kopieren und sie fünfmal abgeben können“, sagte er. Hier wurde er von seinem Sohn unterstützt, der sich und die Bürger „nicht mitgenommen“ sah.

Dagegen verwehrte sich Dietz: „Die Gereuther hatten genügend Zeit, Vorschläge zu machen; es war genügend Vorlaufzeit gegeben“, sagte er. Auch den Vorwurf, dass manches „niedergebügelt“ worden sei, ließ er nicht gelten, wobei er die Unterstützung des zweiten Bürgermeisters Dieter Reisenweber (CSU) erhielt.

Schließlich brachte Gemeinderätin Birgit Finzel, die vehement gegen einen abschließenden Beschluss votierte, den Antrag ein, dass die Bürger nochmals zu den angedachten Straßennamen gehört werden sollten. Das wurde bei sieben Gegenstimmen abgelehnt.

Sodann wurde mit neun Ja-Stimmen beschlossen, dass die Ortsdurchfahrt in „Gereuther Berg“ benannt wird. Die Straße am Friedhof wurde mit sieben Ja-Stimmen als „Gereuther Grund“ benannt. „Gereuther Höhe“ wird die Straße am Neubaugebiet heißen. Hierfür gab es zehn Ja-Stimmen. Die Straße zum Feuerwehrgerätehaus wird künftig „Gereuther Quelle“ heißen, dafür gab es neun Ja-Stimmen und die Straße Richtung Kurzewind wird „Gereuther Straße“ heißen. Neun im Gremium waren dafür. Weiterhin wurde die Verwaltung beauftragt, weitere Schritte in die Wege zu leiten. Wert hatte man offensichtlich darauf gelegt, dass der Name Gereuth bei jeder Straßenbezeichnung zu finden ist. Reinhold Meixner, dem Rederecht erteilt wurde, bedauerte die Entscheidung und meinte, dass die Straßen, beispielsweise vom Rettungsdienst, nicht zu finden seien, da es dauere, bis sie im Navi zu finden sind.

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Ebenfalls in der Gemeinderatssitzung am Montag wurden für den Kindergartenumbau in Memmelsdorf zwölf Aufträge in Höhe von insgesamt 172 497 Euro vergeben. Derzeit werden Teile des Kindergartens „Sonnenschein“ abgebrochen, wie Bürgermeister Helmut Dietz ausführte. Damit der Umbau weiter gehen kann, wurden Aufträge an Firmen vergeben. Gerüstbauarbeiten schlagen mit 6524 Euro zu Buche. Den Auftrag erhielt eine Firma aus dem Landkreis Coburg. 45 196 Euro fallen für Abbrucharbeiten an. Dieser Auftrag wurde an eine Firma in Thüringen vergeben. Für Rohbauarbeiten werden 189 786 Euro fällig, die eine Firma aus dem Landkreis Coburg erhielt. 93 911 Euro kosten Zimmerer- und Holzbauarbeiten, die ebenfalls an eine Firma aus dem Landkreis Coburg vergeben wurde, ebenso Klempnerarbeiten mit dem Betrag von 22 631 Euro. Nach Thüringen ging der Auftrag für Fenster mit der Summe von 27 643 Euro, Außenputzarbeiten mit dem Betrag von 16 830 Euro gingen wieder in den Landkreis Coburg. Arbeiten für Rollladen- und Sonnenschutz wurden mit dem Betrag von 7.267 Euro an eine Firma aus dem Landkreis Bamberg vergeben. Trockenputzarbeiten gingen mit der Summe von 68 081 Euro an eine Firma im Landkreis Coburg und Estricharbeiten in Höhe von 14 211 Euro an eine Firma im Landkreis Haßberge. Wie der Bürgermeister sagte, hätten Mitarbeiter des Bauhofes Untermerzbach am Kindergarten gute Vorarbeiten geleistet.

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Schließlich wurde noch ein Bauantrag für den Anbau eines Balkons in Gereuth und eine Bauvoranfrage zum Bau eines Gartengerätehauses in Recheldorf positiv beschieden. Der Bürgermeister informierte noch, dass durch die Umstellung der Straßenbeleuchtung im Jahr 11 524 Euro an Stromkosten eingespart werden konnten.

Florian Zang erklärte sich bereit, das Amt des Jugendbeauftragten im Gemeinderat zu übernehmen. Das Gremium stimmte zu.

 

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