Gemeinderat Weidhausen Tempodrossler bleiben umstritten

Mathias Mathes

Wie sinnvoll sind die Schwellen auf der Straße? Schon zweimal haben sich die Bürger dazu geäußert. Nun soll es erneut eine Umfrage dazu geben – die letzte.

Sinnvoll oder nicht? Über die Temposchwellen in Neuensorg gehen die Meinungen auseinander. Foto: Frank Wunderatsch

Weidhausen - Die Anwohner von Flurstraße, Frohnlacher Straße und Am Pechgraben in Neuensorg erhalten demnächst Post von der Gemeinde Weidhausen. Damit werden sie zur Abstimmung aufgerufen über ein verkehrstechnisches Thema, das schon seit Jahren zur Debatte steht.

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Zur Abstimmung stehen die Schwellen zur Reduzierung der Geschwindigkeit in Frohnlacher und Flurstraße. Gemeinderätin Nina Kutscher von der Fraktion Dorfgemeinschaft wohnt selbst in einer der Straßen. Wie Kutscher in der Gemeinderatssitzung am Montagabend erläuterte, seien die Bürgerinnen und Bürger bereits zweimal nach ihrer Meinung zu den Temposchwellen gefragt worden, zuletzt erst in diesem Jahr.

Letztlich habe sich herausgestellt, dass es keine sinnvolle und verkehrsrechtlich machbare Alternative gebe, so die Gemeinderätin. Sie habe sich daher zu einem Antrag im Gemeinderat entschlossen, der ein für alle Mal eine Lösung bringen soll. Demnach sollen die Anwohner ein weiteres Mal zur Abstimmung gebeten werden. Schwellen ja oder nein soll die Frage lauten. Die Frage nach einer alternativen Maßnahme, wie bei der letzten Befragung, soll wegfallen. „Seit zehn Jahren ist das Thema ein Dauerbrenner“, meinte Bürgermeister Markus Mönch. Dabei würden nicht einmal 250 Autos pro Woche die Frohnlacher Straße befahren. Schließlich verschloss sich der Bürgermeister aber ebenso wenig wie der Gemeinderat einer weiteren Befragung, wie im Antrag gewünscht.

Kurz vor der Gemeinderatssitzung haben die Mitglieder des Bauausschusses den Weg frei gemacht für weiteren Wohnraum in Weidhausen. Der Ausschuss befürwortete den Antrag eines Bauunternehmens aus Haßfurt zum Bau von 18 Wohnungen in zwei Häusern mit dazugehörigen Carports. Die neuen Wohnhäuser sollen in der Nähe der Schule in Weidhausen stehen. „Das geplante Vorhaben ergänzt den Neubau von 24 ambulant betreuten Wohngemeinschaften und sieben Wohnungen auf dem Nachbargrundstück“, erklärte Gemeindegeschäftsführer Walter Bott. Die verschiedenen Wohnformen sind für Bürgermeister Mönch „eine gute Kombination“, zumal sie in der Nähe der Schule angesiedelt sind.

Was Mönch von Mitfahrbänken hält, sagte er mit deutlichen Worten: „Originaler Schwachsinn.“ Dennoch werde er den Beschluss des Gemeinderats natürlich umsetzen und solche Bänke in der Gemeinde aufstellen lassen. Seniorenbeauftragter Walter Lorper (Freie Bürger) sah sich indessen falsch verstanden. Ihm sei es nicht um die teuren Bänke mit Hinweisschildern für das jeweilige Fahrziel gegangen. Er habe lediglich herkömmliche Sitzgelegenheiten für ältere Menschen bei den am Ortsrand von Weidhausen gelegenen Lebensmittelmärkten schaffen wollen. Wenn sich so eine Mitfahrgelegenheit zurück nach Hause ergebe, sei das ein willkommener Nebeneffekt. Auch er favorisiere gängige Ruhebänke, entgegnete der Bürgermeister. Daher werbe er für das staatlich geförderte Projekt „Alle 100 Meter eine Bank“, wie es erfolgreich zum Beispiel in Neustadt bei Coburg umgesetzt werde.