Gemeinderat Weitramsdorf will Freizeitanlage für Jugendliche

Bettina Knauth

Der Gemeinderat berät über die Schaffung einer Freizeitanlage für Jugendliche. Im Gespräch ist unter anderem ein Skatepark. Jetzt will man die Zielgruppe fragen.

  Foto: Frank Wunderatsch/NP- Archiv

Weitramsdorf - Einen zeitgemäßen Versammlungsort mit einer Rollsportanlage wünschen sich die Fraktionen Freie Wähler und Freie Wähler-Bürgerverein Weitramsdorf für die Kinder und Jugendlichen der Gemeinde. Ein „Mix aus Rückzugsort, Treffpunkt und selbstbestimmter sportlicher Aktivität“ sei ideal, um „der Zukunft unserer Kinder und ihren Wünschen gerecht“ zu werden, heißt es in dem gemeinsamen Antrag. Dieser Ort könnte dem Nachwuchs nach der Corona-bedingten Isolation wieder soziale Kontakte ermöglichen. Am Montag beriet der Gemeinderat bei seiner Sitzung in der Weidacher Rudolf-Reißenweber-Schule darüber.

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„Es ist Zeit, dass wir den Kindern und Jugendlichen der Gemeinde etwas zurückgeben“, schreibt Uwe Knorr stellvertretend für die Antragssteller. Der Bedarf an etwas „Eigenem“ sei in den Altersgruppen groß, die zu alt für den Kinderspielplatz seien. Nebenbei könnte eine Rollsportanlage die Gemeinde „attraktiver und moderner – oder, einfach gesagt, halt cooler – machen“. Als Anlage sei ein Skatepark wie in Großheirath oder Bad Rodach, ein Pumptrack oder eine Dirt Jump Line wie in Litzendorf oder Diespeck denkbar. Entsprechende Fotos hatte Knorr dem Antrag hinzugefügt.

Grundsätzlich sahen die Gemeinderäte durchaus die Notwendigkeit, mehr für die Genannten zu tun. „Wir brauchen da etwas“, betonte Bürgermeister Andreas Carl (DGN). Uneins waren sie sich über das Wie und Wo einer solchen Anlage. „Ich kann mir schon vorstellen, wo wir so etwas hinmachen könnten“, sagte Carl, der sich bereits über ähnliche bestehende Anlagen informiert hat. Eventuell käme auch die Ortsmitte infrage. Ulrich Kräußlich (FW) brachte den Greinberg ins Spiel. Damit der Antrag nicht ebenso ins Leere läuft wie im Sommer 2019 Dominic Jucks (SPD) Wunsch nach einer Mountainbike-Piste im Gemeindewald, der an Haftungsfragen scheiterte, gilt es Carl zufolge vorher die Rahmenbedingungen zu klären. Kämmerer Christian Reuß bedauerte, dass die Pläne nicht schon zur Haushaltsberatung vorlagen. Genannt wurden Kosten um 70 000 Euro für einen Skatepark. Eine Dirt Jump Line läge laut Knoll deutlich darunter, da für sie nur Erdarbeiten nötig seien.

Schließlich kamen die Räte überein, dass erst die Bedürfnisse der Zielgruppe zu klären sind. Dabei sollen auch Jugendpfleger Florian Herrmann, die Jugendbeauftragten des Gemeinderats, Melanie Eberlein und Max Kräußlich, sowie die Vereine und Kirchengemeinden einbezogen werden. Statt des einengenden Begriffs „Rollsportanlage“ soll allgemein von einer Freizeitanlage die Rede sein. Henning Kupfer (CSU) regte an, gleichzeitig auch an die Senioren zu denken: „Auch da fehlen Sportmöglichkeiten.“

Um ein Zeichen zu setzen, wie es sich Max Kräußlich (FW) wünschte, nahm der Gemeinderat einstimmig den Bedarf für „einen neuen, zeitgemäßen Treffpunkt inklusive Freizeitanlage“ zur Kenntnis. Bürgermeister und Verwaltung wurden beauftragt, geeignete Standorte zu prüfen und dem Gremium zur Beratung vorzulegen. Außerdem – so der zweite Beschluss – sollen sie im Dialog mit den Genannten und der Ortsjugend den genauen Bedarf sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen klären. Am Ende soll ein Entwurf stehen, der dem Rat zum Beschluss vorzulegen ist.

Ohne Gegenstimmen auf den Weg brachte das Gremium zwei Flächennutzungs- und Landschaftspläne: Änderungen im Bereich „Truckenbach“ in der Kerngemeinde sowie im Bereich der Weidacher „Lärchenhöhe“. Am Truckenbach sollen die ursprünglichen Nutzungen von Mischgebiet zu „Allgemeinem Wohngebiet“ (im nördlichen Bereich) oder umgekehrt (im südwestlichen Bereich) wechseln. Dort sind nun Baugrundstücke für Einfamilienhäuser ebenso möglich wie die Ansiedlung einer Firma. Auch im Bereich der „Lärchenhöhe“ werden drei Flächen von „Mischgebiet“ in ein reines Wohngebiet umgewandelt, um die Bebauung zu ermöglichen.

Wann es endlich mit dem Anbau an die „Villa Kunterbunt“ losgehen kann, darüber informierte Silke Görbert-Schultheiß von der technischen Bauverwaltung. Nach Problemen mit der Baugenehmigung hofft sie, dass die Erdarbeiten „noch heuer zu bewerkstelligen sind“. Um die umfangreichen Fördergelder in Anspruch nehmen zu können, müssten die Bauarbeiten zwingend noch 2021 beginnen.