Gemeindewald Maroldsweisach Folgen der letzten Jahre spürbar

Helmut Will
Alle Arbeiten im Maroldsweisacher Wald haben sich heuer auf die Beseitigung der Auswirkungen von Trockenheit und Käferbefall konzentriert. Foto: dpa/Matthias Bein

Trockenheit und Käferbefall sind auch heuer das Thema, wenn es um den Wald in Maroldsweisach geht. Zwar hat es heuer mehr geregnet, doch die Folgen aus den vergangenen Jahren sind immer noch spürbar.

Maroldsweisach - Der Forstwirtschaftsplan für den Gemeindewald Maroldsweisach wurde in der Sitzung des Marktgemeinderates am Dienstagabend im Rathaus von dem Forstbeamten Wolfgang Meiners vorgestellt und erläutert. Weiter wurden nach Erläuterungen durch die Geografin Marlene Theiner von der Bürogemeinschaft für Ortsplanung und Stadtentwicklung (OPLA) aus Augsburg Beschlüsse zu den geplanten Solarparks Saarhof und Marbach gefasst.

Wolfgang Meiners vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF), der den Gemeindewald von Maroldsweisach betreut, gab zunächst einen Rückblick auf das Forstwirtschaftsjahr 2021. „Dieses Jahr war geprägt von den Auswirkungen der Trockenschäden der letzten beiden Vorjahre und vom Aufarbeiten der Borkenkäferschäden in den Nadelholzbeständen“, sagte Meiners. Alle Arbeiten seien darauf ausgerichtet gewesen. Diese Auswirkungen werde man auch im Jahr 2022 noch spüren.

Dann führte Meiners aus, dass 1330 Festmeter Holz eingeschlagen worden seien, hauptsächlich Nadelholz und davon 1061 Festmeter vom Borkenkäfer befallenes Holz. Vor allem das „Holz für die Zukunft“, quasi mittelaltes Holz, war mit 500 Festmetern beteiligt. Er nannte die vor allem vom Borkenkäfer befallenen Flächen des Gemeindewaldes. Zudem ging er auf die Zaunbauflächen ein, welche größtenteils in feldnahen Bereichen nötig waren. Pflanzarbeiten wurden nötig und Jugendpflegearbeiten in den Bereichen, wo das starke Fichtenholz entnommen werden musste. „Arbeiten und Holztransporte im Wald haben auf den Waldwegen Spuren hinterlassen, die wir wieder sanieren müssen“, so der Forstmann. Vertragsnaturschutz sei ein wichtiges Thema, was im Bereich Erlach in Altenstein mit 8000 Euro vorgenommen wurde.

Auf den Jahresbetriebsplan 2022 eingehend stellte der Förster fest, dass im Plan bei der Altdurchforstung 800, der Jungdurchforstung 300 und der Jungpflege 150 Festmeter vorgesehen sind. Bei der Holzernte wird für 2022 mit Ausgaben von 24 000 Euro gerechnet. In der Bestandsbegründung sind 14 500 Euro für Ausgrasen und Ergänzungspflanzungen vorgesehen. Für Jungwuchspflege wird die Summe von 2400 Euro veranschlagt. „Hier müssen wir vor allem die Eiche herausarbeiten“, so Meiners. Für Zaunreparaturen sind 2000 Euro eingeplant, für Zaunneubau 4800 Euro.

„Der Waldschutz beschäftigt uns die nächsten Jahre mehr“, sagte der Forstbeamte. Vorbeugender Schutz in der Borkenkäferbekämpfung wird mit der Summe von 8000 Euro veranschlagt. Für Wegeunterhaltung sind 18 480 Euro eingestellt. „Hier ist vor allem der Sandbergweg in schlechtem Zustand und im Rotholzweg müssen Teilstrecken ausgebessert werden und auch Rückgassen sind wieder herzurichten“, erläuterte Wolfgang Meiners. Die Jahresbilanz: Einnahmen 93 400 Euro, Ausgaben 81 480 Euro, sodass ein Plus von 11 920 Euro zu Buche steht. Meiners relativierte: „Wir müssen sehen, ob wir da hinkommen. Das hängt natürlich von der Entwicklung der Holzpreise ab, wenn die runter gehen, haben wir den Ertrag so nicht. Aber wir werden versuchen, alle möglichen Bezuschussungen heraus zu holen.“ Der Marktgemeinderat beschloss den Forstwirtschaftsplan einstimmig.

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Längere Zeit nahm die Behandlung der eingegangenen Stellungnahmen in Sachen Freiflächen-Fotovoltaikanlagen Saarhof und Marbach in Anspruch. Hierzu erläuterte die Geografin Marlene Theiner von der Bürogemeinschaft für Ortsplanung und Stadtentwicklung (OPLA) aus Augsburg die verschiedenen Stellungnahmen und gab entsprechende Erläuterungen dazu. „Insgesamt sind keine größeren Einwände der beteiligten Behörden gekommen, eher Anregungen und Hinweise“, sagte Marlene Theiner. Der Marktgemeinderat nahm alles zur Kenntnis, fasste Billigungs- und Aufstellungsbeschlüsse zu den beiden Vorhaben und beauftragte die Verwaltung die Verfahren fortzuführen.

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Bürgermeister Wolfram Thein informierte den Gemeinderat, dass die Freizeitlinie zwischen den Städten Ebern und Bad Rodach mit dem „Heimat-Hopper“, am Samstag, 16. Oktober, gestartet sei (die Neue Presse berichtete). „Diese Linie wird an allen Samstagen des Jahres betrieben und ist bis Jahresende noch kostenlos. Ab 2022 kostet sie, je nach Fahrtstrecke, zwischen 2,50 und fünf Euro“, erläuterte Thein. Er rief dazu auf, diese rege zu nutzen.

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Weiter informierte er das Gremium, dass das Förderprogramm der Gemeinde zur Unterstützung junger Familien für den Kauf oder Instandsetzung von Anwesen auslaufe. Bei einer folgenden Sitzung soll darüber beraten werden, ob dieses Förderprogramm verlängert und eventuell modifiziert werden sollte. Bekannt gegeben wurden auch die Sitzungstermine für den Marktgemeinderat für das Jahr 2022.

 

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