Radeln für den guten Zweck Voller Erfolg für Familie Schrapel

Christoffer Hebisch, Leiter der Ronald McDonald-Oase in Erlangen, empfing Ramona, Maik und Simon Schrapel mit einem großen Dankeschön – und einem Herz-Trikot für den Zehnjährigen, das er gleich stolz anzog. Foto: privat

Gemeinsam mit Sohn Simon setzten sich Maik und Ramona Schrapel aus Geroldswind am Sonntag für den guten Zweck aufs Rad: Für das Ronald McDonald-Haus in Erlangen kamen stolze 3700 Euro zusammen.

Ja, sie hatten gutes Wetter bestellt. „Nur haben wir leider vergessen, die Temperatur nach oben zu begrenzen“, lacht Ramona Schrapel. Am bisher heißesten Wochenende des Jahres war Familie Schrapel aufs Rad gestiegen – um beim Solo Charity Spenden für das Ronald McDonald-Haus Erlangen zu erradeln. Dort hatte die Familie aus Geroldswind vor zwölf Jahren selbst große Unterstützung erfahren (die Neue Presse berichtete).

Unter dem Motto „Radeln. Spenden. Gutes tun“ machten sich die Schrapels am Sonntag gemeinsam mit vielen anderen Spenden-Fahrern auf den Weg. In ihrem Fall begann dieser Weg im heimischen Geroldswind, und zwar um sechs Uhr am frühen Morgen – schließlich hatte man bis zum Zielort Erlangen rund 90 Kilometer vor sich. „Bis Bamberg war die Hitze noch erträglich“, berichtet Ramona Schrapel. Ab Bamberg am Main-Donau Kanal entlang habe es dann allerdings nur sehr wenig Schatten gegeben, und „nur staubige Wege“, wie die Geroldswinderin sagt: „Die Räder sahen danach aus, als ob wir in der Wüste unterwegs gewesen wären.“

Los ging es zuhause zu dritt – Ramona Schrapel, ihr Mann Maik sowie Sohn Simon -, in Ebern und Bamberg kamen noch Familienangehörige und Freunde dazu. Die Unterstützung gab zusätzlich Kraft, ebenso das laue Lüftchen, das die Hitze erträglicher machte. Und natürlich der Einsatz der Schwiegereltern, die mit einem Versorgungsfahrzeug mit Essen und vor allem kalten Getränken nebenher fuhren. „Wie bei den Profis“, lacht Ramona Schrapel. Apropos Profis: „Am Tag zuvor hatte uns noch ein Rennradfahrer den Tipp gegeben, zwei Radhosen übereinander anzuziehen, dieser Tipp war Gold wert.“

Mit vielen Trinkpausen und über 90 Kilometern in den Beinen erreichte das „Team Schrapel“ um 14.45 Uhr den Innenhof des Ronald McDonald-Hauses in Erlangen, wo es einen herzlichen Empfang für die erschöpften Radler gab. Und ein großes Dankeschön, denn die Schrapels hatten einen sagenhaften Spendenstand von 3700 Euro im Gepäck, der alle tief bewegte. „Der Link ist noch bis 4. Juli aktiv, vielleicht knacken wir noch die 4000 Euro“, hofft Ramona Schrapel.

Das Geld kommt dem Ronald McDonald-Haus in Erlangen zugute. Die McDonald’s Kinderhilfe Stiftung betreibt bundesweit 22 solcher Häuser in der Nähe von Kinderkliniken als „Zuhause auf Zeit“ für Familien schwer kranker Kinder. Vor zwölf Jahren haben Ramona und Maik Schrapel selbst in einem solchen Haus gelebt. Ihr Sohn Christoph war im Kinderklinikum Erlangen mit einem Herzfehler zur Welt gekommen und in den folgenden Wochen mehrfach operiert, war aber zu schwach und ist im Alter von vier Wochen gestorben. In dieser Zeit hatten die Eltern viel Unterstützung durch die ehrenamtlichen Helfer erfahren und die Einrichtung als wahren Segen wahrgenommen. Nun wollte man etwas zurückgeben.

Die Fahrt war für die Familie in mehrfacher Hinsicht ein Kraftakt. „Nicht nur die Hitze hat uns zu schaffen gemacht, sondern auch die Erinnerungen, die auch nach zwölf Jahren wieder aufwühlen und bewegen“, gesteht Ramona Schrapel am Tag danach. Dennoch: „Die enorme Spendenbereitschaft und die Unterstützung von Familie und Freunden bei der Rad-Aktion hat uns Kraft gegeben und jetzt haben wir persönlich auch schöne Erinnerungen, die wir mit dem Haus verknüpfen können.“ Sie seien froh und stolz zugleich, an dem Solo Charity Ride für den guten Zweck teilgenommen zu haben, sagt Ramona Schrapel, und will eines noch unbedingt loswerden: „Vielen herzlichen Dank allen Spendern, ihr seid großartig!“

Besonders stolz ist Sohn Simon. Der Zehnjährige hat ein besonderes Souvenir von diesem denkwürdigen Tag mitnehmen können. Unter allen Teams, die für das Ronald McDonald-Haus Erlangen angetreten waren, konnte das Haus nämlich ein „Herz-Trikot“ vergeben. „Die Mitarbeiter des Hauses haben entschieden, dass Simon dieses Herz-Trikot bekommen soll, welches er natürlich sofort angezogen hat“, berichtet seine Mama: „Er war darüber sehr stolz.“ Zurück nach Geroldswind ging es an diesem Tag übrigens dann nicht mehr mit dem Rad. Ursprünglich geplant war eine Rückfahrt mit dem Zug inklusive Räder, was jedoch aktuell mit dem 9-Euro-Ticket und den überfüllten Zügen schwer realisierbar gewesen wäre. Also bot sich ein Freund der Familie an, alle samt ihren Drahteseln mit dem Anhänger und VW Bus abzuholen, dankbar, erschöpft und mit vielen neuen Erinnerungen – und dem Bewusstsein, sich erfolgreich für eine sehr gute Sache ins Zeug gelegt zu haben.

>> Familie radelt für den guten Zweck

Spendenmöglichkeit
Wer helfen will, kann das auch auf der entsprechenden Website. Diese ist erreichbar unter: McDonald’s Kinderhilfe SOLOCharity Ride

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