Im Aufenthaltsraum auf der Ebene 4 sitzen zwei Frauen an Tischen, beide lesen, leise Musik dudelt im Hintergrund. An der Wand hängt ein langer, breiter Papierstreifen, auf dem die Tipps der Patienten für den Ausgang des EM-Halbfinalspiels Deutschland gegen Spanien: 3:1, 1:2, 1:1 und so weiter. Professor Dr. Johannes Kraft betritt gut gelaunt den Raum und grüßt in die Runde. Er setzt sich an den großen Flügel im Eck, seine Finger fliegen nur so über die Tasten. Die zwei Frauen blicken auf und lächeln. „Hier darf jeder drauf spielen“, sagt Kraft dann und an eine Mitarbeiterin gerichtet: „Der Deckel müsste bitte offen bleiben, das ist besser für das Instrument.“ Eine Atmosphäre, die dazu beitragen dürfte, dass sich kranke Menschen wohlfühlen und schneller genesen.