Ausbildungskosten in der Pflege durch Steuern finanzieren
Kindshofer plädierte zudem dafür, Versicherung und Pflegebedürftige von den Kosten für die Pflegeausbildung zu befreien. "Hier ist der Freistaat in der Pflicht, denn die Ausbildung von Pflegekräften stellt eine öffentliche Aufgabe dar und muss deshalb über Steuern finanziert werden." Außerdem solle Bayern die Investitionskosten für Bau, Instandhaltung und Ausstattung der Pflegeheime übernehmen.
Bei seinen Forderungen erhält Kindshofer zum Teil Unterstützung von Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach (CSU). "Die Ausbildung von Pflegekräften ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und sollte deshalb von Steuern finanziert werden", teilte sie als Reaktion mit. Eine Zuständigkeit der Länder für die Betriebskosten von Pflegeeinrichtungen gebe es hingegen nicht. Für Investitionen habe der Freistaat seit 2020 rund 410 Millionen Euro bereitgestellt, um rund 8.900 Pflegeplätze zu modernisieren oder zu schaffen.
Für ihren Pflegereport hat die Kasse die anonymisierten Daten ihrer rund 1,1 Millionen Versicherten in Bayern ausgewertet und auf die Gesamtbevölkerung hochgerechnet. Wegen der breiten Datenbasis gelten die Ergebnisse als repräsentativ.