"Hessen hat sich in Berlin für die Psychotherapie eingesetzt"
Das hessische Gesundheitsministerium teilte auf Anfrage mit, die Sorgen der Patientinnen und Patienten sowie Therapeutinnen und Therapeuten ernst zu nehmen. "Hessen hat sich in Berlin für die Psychotherapie eingesetzt", hieß es. "Sie ist ein wichtiger Teil der medizinischen Versorgung und für viele Menschen unverzichtbar - gerade vor dem Hintergrund steigender Fallzahlen psychischer Erkrankungen und der teils langen Wartezeiten auf einen Therapieplatz."
Das Ministerium verweist auf Regelungen, die im parlamentarischen Verfahren zum Gesetz ergänzt worden seien. "So ist vorgesehen, dass bereits begonnene psychotherapeutische Behandlungen bis zu ihrem Abschluss weiterhin ohne Abzüge vergütet werden", heißt es. "Damit ist sichergestellt, dass Patientinnen und Patienten, die sich bereits in Therapie befinden, diese verlässlich fortführen können." Die damalige Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hatte Anfang Juli gesagt, die Reform sei nötig, denn mit der jetzigen Ausgabendynamik liefe es sonst über kurz oder lang auf einen "Systemkollaps" hinaus.
Martin Badzura und Laura Pacios Prado sind enttäuscht von den Politikerinnen und Politikern. "Wir müssen uns fragen, ob unsere Gesellschaft das will", sagt Badzura. "Ob es in der Zukunft eine Zwei-Klassen-Gesellschaft bezogen auf Psychotherapie geben soll und Psychotherapie langfristig nur noch ein Luxusgut für Vermögende sein sollte." Für Pacios Prado gibt es bloß eine Möglichkeit: "Wir müssen weiterhin laut sein", sagt sie. "Es ist keine Option, still zu sein und das alles mitzumachen. Ich bin besorgt um unsere Gesellschaft und um das System, darum, wie unsere Gesellschaft funktioniert."