Gesundheitswochen und Prävention Das Ungeborene trinkt immer mit

Hin und wieder ein Gläschen Wein, ein kleiner Sekt, ein Bierchen in der Schwangerschaft: Das ist doch bestimmt nicht gefährlich – oder vielleicht doch? Eine Ausstellung im Foyer der Haßberg-Kliniken klärt über die Folgen auf.

Null Promille – für Schwangere sollte das das oberste Gebot sein. Was passieren kann, wenn Frau trotzdem nicht auf das Glas Sekt verzichtet, zeigt eine Wanderausstellung in den Haßberg-Kliniken. Foto: picture alliance/dpa/dpa-tmn/Christin Klose

Die Schwangerschaft ist eine Zeit guter Hoffnung. Guter Hoffnung darauf, dass das Baby gesund zur Welt kommt, sich gut entwickelt, zu einem glücklichen und zufriedenen Menschen heranwächst. Es gibt viel, was Eltern dafür tun können. Dazu gehört auch, in der Schwangerschaft keinen Alkohol zu trinken. Von Beginn der Schwangerschaft an ist Alkohol eine Gefährdung für das neue Leben.

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Wichtige Botschaft

„Schwanger? Null Promille!“ – mit dieser wichtigen Botschaft macht die Ausstellung des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) und des Bayerischen Zentrums für Prävention und Gesundheitsförderung im Foyer des Krankenhauses in Haßfurt vom 19. bis 27. Oktober auf das Problem von Alkoholkonsum während der Schwangerschaft aufmerksam. Die Ausstellung wird im Rahmen des Jahresschwerpunktes 2024 und der Gesundheitswochen vom Gesundheitsamt des Landratsamtes Haßberge ausgeliehen.

Alkohol ist die häufigste Ursache für angeborene, nicht genetisch bedingte Behinderungen, was leider immer noch viel zu wenig bekannt ist. Der Verzicht auf Alkohol während der Schwangerschaft mag für viele selbstverständlich sein, dennoch werden jedes Jahr circa 13 000 Kinder mit alkoholbedingten Schäden in Deutschland geboren.

Vielfältige Schäden

Jeder Alkohol, den eine werdende Mutter zu sich nimmt, gelangt über ihr Blut, die Plazenta und die Nabelschnur ungehindert in den Blutkreislauf des Kindes – und bleibt dort lange erhalten, denn der kleine, noch unreife Körper des Kindes kann Alkohol nur sehr langsam abbauen. Als Zellgift beeinträchtigt Alkohol das Wachstum und die Entwicklung der Organe, besonders der empfindlichen Nervenverbindungen im Gehirn.

Die Schäden, die dadurch entstehen können, haben ganz unterschiedliche Ausprägungen, sie reichen von Verhaltensauffälligkeiten, Konzentrationsschwächen und Lernschwierigkeiten bis hin zu schweren geistigen Beeinträchtigungen und sichtbaren körperlichen Auffälligkeiten. Diese Schädigungen durch Alkoholkonsum während der Schwangerschaft werden unter dem Oberbegriff Fetale Alkoholspektrumstörungen (FASD) zusammengefasst. Die schwerste Form dieser Schädigungen wird „Fetales Alkoholsyndrom“ („FAS“) genannt.

Auch das Umfeld kann etwas tun

Der Verzicht auf Alkohol während der Schwangerschaft ist nicht nur Aufgabe der Mütter. Auch das soziale Umfeld kann einen Beitrag leisten. Der Partner, die Partnerin, Eltern, der Freundeskreis, Kolleginnen und Kollegen können Schwangere beim Alkoholverzicht unterstützen, ganz nach dem Motto: „Kleiner Verzicht fürs größte Glück!“

Die Ausstellung der Kampagne „Schwanger? Null Promille!“ bietet Informationen und interaktive Möglichkeiten, um sich zum Thema Alkohol in der Schwangerschaft zu informieren. Bürger können die Ausstellung im Haus Haßfurt der Haßberg-Kliniken in der Zeit vom 19. bis 27. Oktober kostenlos besichtigen.