Gewinner aus Coburg Mit dem Porsche zum Sieg

red

Bei den „Historic Sounds of Würgau“ ist Michael Stoschek aus Coburg Erster in seiner Klasse geworden. Der Titel des Tages geht jedoch nach Oberbayern.

Jörg Tischer aus Inning am Ammersee ist der große Gewinner der „Historic Sounds of Würgau“. Mit seinem kleinen Steyr-Puch 500 D (650 TR) schaffte er die beiden Wertungsläufe mit einer zeitlichen Abweichung von lediglich zwei Hundertstelsekunden. Aber auch der Coburger Michael Stoschek hatte mit seinem Porsche in seiner Klasse die Nase vorn.

Doch eigentlich waren an diesem Tag alle Gewinner: die Teilnehmer, die Veranstalter und vor allem Hunderte von Fans, die zu dem Rennen angereist waren. Schließlich konnten die Würgauer Berg-Classics nach drei Jahren Pandemie endlich wieder durchgeführt werden. Die Teilnehmer konnten bei anfänglich gutem Rennwetter zumindest zweimal die anspruchsvolle und fahrerisch höchst abwechslungsreiche 1650 Meter lange Strecke vor der Würgauer Wand absolvieren.

Bewundern und Kontakt aufnehmen

Die Veranstalter hatten es mit keinerlei Problemen und schon gar nicht mit irgendwelchen Unfällen zu tun, und die Zuschauer konnten einen interessanten Sonntagnachmittag bei ihrem Lieblingssport verbringen und dabei faszinierende historische Fahrzeuge beim Rennen, aber auch im Fahrerlager aus nächster Nähe bewundern und mit vielen Fahrern Kontakt aufnehmen.

Punkt 11 Uhr startete Wolfgang Dillig vom 1. Bamberger Automobilclub (BAC) den Wettbewerb. Den Anfang machte eine frischgebackene Europameisterin und ein ebenso frischgebackener Vize-Europameister, beide aus dem mittelfränkischen Fürth: Tanja Hentschel eröffnete mit der Startnummer eins auf ihrer Aermacci Ala Rossa von 1958 mit 17 PS das Rennen, gefolgt von Jürgen Riedel, der mit einer Honda Nikobakker aus dem Jahr 1979 am Start stand und mit dem nötigen Sicherheitsabstand von etwa 30 Sekunden die Verfolgung aufnahm.

Noch richtig feucht

Zweirad folgte nun auf Zweirad. Mit der Startnummer 17 brachte der Litzendorfer Tino Pfützner mit einer D-Rad R O/4 Sport von 1925 das älteste Motorrad an den Start. Nach einigen Gespannen wurden die Zwei- beziehungsweise Dreiräder wieder zurückgeholt, und die Automobile eroberten die Würgauer Wand. In den einzelnen Klassen ging es dann Schlag auf Schlag. Meist im 30-Sekunden-Takt wurden die Fahrer losgelassen, auch wenn sie durch Rennleiter Bernd Schrüfer (Bamberg) bei der Fahrerbesprechung noch etwas eingebremst worden waren. Denn, so Schrüfer: „Oben im Wald ist es noch richtig feucht.“

Trotzdem waren Fahrer und Fans gleichermaßen begeistert, auch wenn vor allem die Formel-Fahrer mit ihren profillosen Slick-Reifen eine gehörige Portion Sorgfalt anwenden mussten, um auf der Straße zu bleiben.

Ohne Ausrutscher und Unfälle

Das zweite Renndrittel mit dem ersten Wertungslauf verlief bei zum Teil bedecktem, zum Teil aber auch sonnigem Himmel völlig problemlos. Erst im letzten Renndrittel, beim zweiten Wertungslauf, begann es zu regnen, als die beiden letzten Klassen mit den klassischen Rennwagen an der Reihe waren. Am Ende prasselte sogar richtiger Starkregen nieder. So verzichteten etliche Formel-Fahrer auf einen zweiten Wertungslauf. „Schließlich wäre es mit den profillosen Slick-Reifen viel zu gefährlich“, so die Piloten unisono. So konnte der Wettbewerb jedoch ohne Ausrutscher und Unfälle abgeschlossen werden.

Von den 95 Gesamtstartern kamen 83 in die Wertung. Den Gesamtsieg holte dabei eines der kleinsten Autos im Feld.

My friends in Würgau

In den einzelnen Klassen gab es folgende Sieger. Klasse 1 (Motorräder bis 1975): 1. Alexander Dürr (Bischberg/AC Ebern), BMW R 100 Krauser, Abweichung 0,36 sec.; Klasse 2 (Seitenwagen bis 1975): 1. Rudolf Wehner (Uttrichshausen), BMW 1000 RS, Abweichung 0,86 sec.; Klasse 3 (Hist. Automobile bis 1950): 1. Werner Hagen (Hagenbüchach/MCN Nürnberg), Rally NCP, Abweichung 0,16 sec.; Klasse 4 (Tourenwagen bis 1970): 1. Jörg Tischer (Inning am Ammersee), Steyr-Puch 500 D (650 TR), Abweichung 0,02 sec.; Klasse 5 (GT- und Sportwagen von 1951 bis 1964): 1. Margit Aumüller (Schönbrunn), Fiat Abarth Bialbero 1000, Abweichung 0,06 sec.; Klasse 6 (GT- und Sportwagen von 1965 bis 1975): 1. Günter Petrich (Eckental), Porsche 911 SC, Abweichung 0,16 sec.; Klasse 6+ (GT- und Sportwagen von 1965 bis 1975): 1. Michael Stoschek (Coburg), Porsche 914/6 GT, Abweichung 2,83 sec.; Klasse 7 (Hist Sport- und Rennsportwagen bis 1971): 1. Michael Eckardt (Nürnberg), Devin D, Abweichung 7,70 sec.; Klasse 8 (Hist. Sport- und Rennsportwagen bis 1986): 1. Siegfried Bürger (Memmelsdorf/BAC, Bamberg), Ferrari Mondial, Abweichung 12,72 sec.

Publikumsliebling war, wie in den Jahren vorher, der Engländer Keith Harris, ein besonderer Freund von Rennchef Hans Schrüfer, der es sich auch in diesem Jahr nicht nehmen ließ, eine zweitägige Anreise über einige Tausend Kilometer anzutreten – „to come to my Friends in Würgau!“, wie der Brite zwischen zwei Rennläufen launig verlauten ließ.

Sportlich-faires Verhalten

Bei der Siegerehrung im Sportheim des SV Würgau bedankte sich Rennleiter Schrüfer bei allen Teilnehmern für das sportlich-faire Verhalten, bei seinen Mitgliedern vom 1. BAC für deren Hilfe und beim Funkerhilfsdienst Nordhalben, der Feuerwehr Würgau, dem Team Opelfreunde Königsfeld, beim Hauptsponsor Brose Excellence in Mechatronics und dem Scheßlitzer Roten Kreuz für deren Einsatz und Unterstützung „und bei allen Genehmigungsbehörden und Anwohnern für deren erneuten Vertrauensvorschuss, den wir hoffentlich nicht allzu sehr überstrapaziert haben“.

 

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