Ski fahren bei minus 40 Grad – geht das?
Neben dieser Erkenntnis, die rund 200 Jahre altes Wissen beiseite fegt, räumt die Studie noch mit einer weiteren irrigen Annahme auf. „Bisher gingen wir auch davon aus, dass man unter minus 40 Grad Celsius beispielsweise nicht mehr Ski fahren kann, weil sich dann schlicht kein dünner Flüssigkeitsfilm mehr unter den Skiern bildet, da es zu kalt ist. Auch das ist falsch“, erläutert der Materialphysiker.
Die anziehende Wirkung der Dipole funktioniert auch bei solchen tiefen Temperaturen noch tadellos. „Selbst nahe des absoluten Nullpunktes entsteht noch ein flüssiger Film an der Grenzfläche von Eis und Ski“, führt Müser aus. Dieser Film ist aber bei sehr niedrigen Temperaturen noch zähflüssiger als Honig, auf dem sich bekanntlich schlecht Ski fahren lässt. Diesen Film kann man kaum mehr als das wahrnehmen, was wir als Wasser bezeichnen würden.
Fest steht aber auch: Es wird denjenigen, die sich im Winter auf die Nase legen, herzlich egal sein, ob es Druck, Reibung oder Dipole sind, die ihnen den Schmerz eingebrockt haben. Für die Physik jedoch ist es nicht egal, auch wenn noch nicht klar ist, welche Folgen die Entdeckung der drei saarländischen Wissenschaftler haben wird.