Großeinsatz Wohnhausbrand fordert zehn Verletzte

Michael Will, BRK

In Haßfurt brennt am Freitag ein Mehrfamilienhaus über zwei Etagen. Die Feuerwehr ist mit einem Großaufgebot vor Ort; ein Rettungshubschrauber landet unweit des Amtsgerichts zwischen den Häuserfassaden. Unter den Verletzten sind auch drei Feuerwehrleute.

Ein Wohnhausbrand hat am Freitagvormittag in Haßfurt für einen Großeinsatz von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei gesorgt. Insgesamt wurden zehn Personen verletzt, darunter zwei Kinder und drei Feuerwehrleute. Das Haus ist nun unbewohnbar.

Die Integrierte Leitstelle (ILS) Schweinfurt hatten gegen 11.15 Uhr mehrere Notrufe erreicht, dass es in Haßfurt in einem Mehrfamilienwohnhaus in der Hofheimer Straße brennt und Personen eingeschlossen seien und nach Hilfe rufen würden. Umgehend wurden daraufhin zahlreiche Feuerwehren und Rettungskräfte des Bayerischen Roten Kreuzes alarmiert.

Zu diesem Zeitpunkt drang nach Augenzeugenberichten dichter Qualm aus den Fenstern des Gebäudes. „Der Rauch war so dicht, dass im Bereich des Brandes die ganze Hofheimer Straße in Rauch gehüllt war, man konnte so gut wie nichts mehr sehen“, berichtete ein Nachbar. Bei Eintreffen der Feuerwehr Haßfurt schlugen Flammen aus den Fenstern im 1. Stock, wie Kommandant und FFW-Einsatzleiter Christian Meisch bestätigte, dichter Rauch drang aus dem Gebäude.

Mehreren Bewohnern aus dem 2. Stock war durch das Feuer und den Brandrauch der Fluchtweg durch das Treppenhaus versperrt. Sie machten sich an einem Fenster im 2. Stock bemerkbar und riefen um Hilfe. Dank des Einsatzes der Feuerwehr, die bereits wenige Minuten nach dem Alarm vor Ort war, gelang es, drei Bewohner mithilfe der Drehleiter zu retten und in Sicherheit zu bringen. Andere Bewohner konnten sich selbstständig in Sicherheit bringen.

Mit mehreren Trupps unter schwerem Atemschutz drangen Feuerwehrleute nach Worten von Meisch in das Gebäude ein und begannen mit der Brandbekämpfung. Parallel dazu wurde das gesamte Haus nach weiteren Personen abgesucht, die gegebenenfalls eingeschlossen oder verletzt in einer hilflosen Lage sind. „Dabei sind wir zum Glück auf keine Personen mehr gestoßen“, teilte der FFW-Einsatzleiter mit.

Unterdessen drang aus den Fenstern im ersten und zweiten Stockwerk dichter Rauch. Der Feuerwehr gelang es schließlich, die Flammen zügig unter Kontrolle zu bringen und zu löschen. Gegen 13 Uhr waren auch letzte Glutnester gelöscht. Insgesamt waren die Feuerwehren aus Haßfurt, Königsberg, Prappach, Sylbach und Augsfeld sowie die Kreisbrandinspektion mit über 70 Einsatzkräften vor Ort. Während der Löscharbeiten waren mehrere Trupps Atemschutzgeräteträger im Einsatz, die nach ihrer anstrengenden körperlichen Arbeit immer wieder von Kollegen abgelöst wurden. Die Feuerwehr Haßfurt hatte auf dem Vorplatz des Amtsgerichts ihren Abrollcontainer Aufenthalt/Betreuung aufgebaut. Hier konnten sich die Atemschutzträger nach ihrem Einsatz aufwärmen und ausruhen und wurden dabei von Kollegen der BRK-Schnelleinsatzgruppe Betreuung betreut.

Der Einsatz führte auch zu einem Großaufgebot des Rettungsdienstes. Insgesamt wurden nach Worten von Lukas Krapf, BRK-Einsatzleiter Rettungsdienst, zehn Personen verletzt, unter ihnen drei Feuerwehrleute. Ein 42-jähriger Hausbewohner wurde schwer verletzt. Er erlitt eine Rauchgasvergiftung sowie Verbrennungen an mehreren Extremitäten. Nach Erstversorgung durch Rettungsdienst und einen Notarzt wurde der Mann mit einem Rettungshubschrauber in ein Verbrennungszentrum nach Nürnberg geflogen. Der ADAC-Rettungshubschrauber „Christoph 18“ aus Ochsenfurt landete direkt auf der Hofheimer Straße, unweit des Amtsgerichts zwischen den Häuserfassaden.

In dem Wohnhaus, in dessen Untergeschoss sich ein Schnellimbiss befindet, sind in den beiden oberen Stockwerken nach Angaben von Erstem Polizeihauptkommissar Kurt Etzel, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Haßfurt, vier Wohneinheiten untergebracht. Neben dem Schwerverletzten zogen sich weitere sechs Personen aus dem Wohnhaus, darunter zwei Kinder, leichtere Verletzungen zu. Sie hatten überwiegend Rauchgas eingeatmet und wurde durch Rettungsdienst und Notärzte versorgt und anschließend in Kliniken nach Haßfurt, Schweinfurt und Bamberg gebracht. Des Weiteren verletzten sich bei den Löscharbeiten drei Feuerwehrleute leicht, die ebenfalls vom Rettungsdienst versorgt wurden.

Das Bayerische Rote Kreuz war mit insgesamt sechs Rettungswagen, vier Krankentransportwagen, zwei Notarzteinsatzfahrzeugen sowie den ehrenamtlichen Schnelleinsatzgruppen (SEG) Transport 1 (Bereitschaften Knetzgau und Zeil) und Transport 2 (Bereitschaft Ebern) sowie der SEG Betreuung (Bereitschaft Haßfurt) mit weiteren Fahrzeugen im Einsatz. Die SEG CBRN(E) aus Haßfurt brauchte ein spezielles Messgerät zum Einsatz, mit dem mithilfe eines Sensors der Kohlenstoffmonoxid-Gehalt im Blut von Personen gemessen und so deren Schwere der Raugaseinatmung eingeschätzt werden kann. Insgesamt waren über 30 Rotkreuz-Einsatzkräfte vor Ort.

Die Ursache für das Feuer, das nach ersten Erkenntnissen im 1. Stock des Hauses seinen Ursprung gehabt haben dürfte, ist bislang noch völlig unklar, wie die Polizei mitteilte. Die Kriminalpolizei Schweinfurt hat die weiteren Ermittlungen übernommen. Auch der Sachschaden steht bislang nicht genau fest, wird von der Polizei nach ersten Schätzungen aber im sechsstelligen Bereich eingeordnet. Das Haus ist bis auf Weiteres unbewohnbar.

Während der Lösch- und Rettungsarbeiten blieb die Hofheimer Straße für komplett gesperrt. Der Verkehr wurde von Polizei, Feuerwehr und dem Bauhof der Stadt örtlich umgeleitet. An Ort und Stelle machten sich auch Haßfurts Bürgermeister Günther Werner und Kreisbrandrat Ralf Dressel ein Bild der Lage.

 

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