Großes Engagement in der Krise Coburger Hilfsbereitschaft hält an

Geflüchtete aus der Ukraine brauchen mehr als eine Unterkunft. Es geht auch darum, ihnen wieder die Teilhabe an einem „normalen“ Leben zu ermöglichen.

  Foto: /Archiv/picture alliance

Im Landkreis Coburg sind bislang 524 Geflüchtete aus der Ukraine erfasst worden. „Davon sind ungefähr 200 Menschen staatlich von uns untergebracht worden. Der Rest ist privat untergekommen mit Übernahme der Mietkosten über Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz“, erklärt Corina Rösler, Pressesprecherin des Landratsamtes, auf Anfrage unserer Zeitung.

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Wie viele Menschen aus der Ukraine genau nach Coburg gekommen sind, lässt sich nicht genau beziffern, da viele privat kommen und sich erst später registrieren oder nach kurzem Aufenthalt zu Verwandten in andere Bundesländer reisen. Zudem besteht für niemanden eine Registrierungspflicht.

Die Lage ist aufgrund des Kriegsgeschehens laut Corinna Rösler ungewiss: „Tatsächlich kommen wohl aktuell in Bayern weniger Flüchtlinge als zu Beginn an, beziehungsweise werden in andere Bundesländer vorrangig verteilt, da der Freistaat wohl im Verhältnis seine Quote nach dem Königsteiner Schlüssel bereits erfüllt hat.“

Das gilt auch für die Vestestadt, in der rund 500 Menschen ein neues Zuhause gefunden haben, wie Pressesprecher Louay Yassin auf Anfrage bestätigt: „ Ich möchte hier besonders betonen, dass dies ein besonders hoher Wert an Registrierungen ist. Das hat auch die Regierung von Oberfranken bestätigt. Andere vergleichbare Städte sind da sehr viel langsamer. Manche Städte haben bisher keine Flüchtenden aufgenommen oder registriert.“

Trotzdem kommt es bei den Bürgern teilweise zu Unverständnis, wenn die Registrierung etwas mehr Zeit benötigt. „Ich betone diesen Umstand besonders, da uns immer wieder zu Ohren kommt, dass Coburger Bürger, die Flüchtlinge aufgenommen haben, sich beschweren, wenn ihre Schützlinge nicht sofort einen Registrierungstermin bekommen. Diese hohe Zahl der Registrierungen konnten die Kollegen in der Ausländerbehörde trotz einer sehr schwierigen Personalsituation stemmen“, so Louay Yassin. Die Registrierung einer Familie könne schnell mal zwei Stunden dauern.

Landrat Sebastian Straubel bedankte sich für das große Engagement der Bürger und für die anhaltende Hilfsbereitschaft. „Das ist ein gutes und vor allem wichtiges Signal, mit dem wir den Ukrainerinnen und Ukrainern zeigen, dass wir zusammenstehen und füreinander da sind. Wichtig ist nun, dass wir weiterhin Zusammenhalt zeigen, dass wir die hier angekommenen Flüchtlinge gut aufnehmen und integrieren.“

Geflüchtete aus der Ukraine erhalten vom Landratsamt eine bebilderte Informationsmappe in deutscher und ukrainischer Sprache, um sich in der neuen Region besser orientieren zu können. Zusätzlich wurde eine Internetseite „Ukrainehilfe im Coburger Land“ eingerichtet, um einen Überblick zu geben, welche Hilfsangebote es in der Region gibt und welche Spenden tatsächlich benötigt werden.

Gleichzeitig besteht für Bürger die Möglichkeit, Wohnraum für Ukraine-Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen. Außerdem werden ab Mai spezielle Stadtführungen für Menschen aus der Ukraine angeboten, damit sie ihre neue Umgebung möglichst schnell kennenlernen.