Großes Werk in Pegnitz KSB steuert auf neues Rekordjahr zu

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Der Pumpen- und Armaturenhersteller KSB trotzt den herausfordernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Auch nach dem dritten Quartal meldet der Konzern Wachstum.

Trotz aller konjunktureller Herausforderungen läuft es bei KSB – hier die Gießerei im Werk in Pegnitz – weiter gut. Foto: Stefan Schreibelmayer

Auftragseingang, Umsatz sowie der um Sonderkosten bereinigte Gewinn vor Finanzergebnis und Ertragsteuern (EBIT) liegen bei KSB über dem gleichen Vorjahreszeitraum. Dabei räumt Stephan Timmermann, Sprecher der Geschäftsleitung, in der Quartals-Mitteilung ein: „Die weltweite Investitionszurückhaltung, die zugehörige Wirtschaftsabschwächung und der Wertverlust des US-Dollars haben auch das dritte Quartal für KSB zu einer Herausforderung gemacht.“ Dennoch sei es gelungen, die positive Unternehmensentwicklung fortzuschreiben.

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Aufträge für fast 2,5 Milliarden Euro

Der Auftragseingang legte in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2025 um 2,7 Prozent auf 2,448 Milliarden Euro zu, wobei 750 Millionen Euro auf das dritte Quartal entfielen. Bereinigt um Währungseffekte von 51 Millionen Euro hätte das Plus sogar bei 4,8 Prozent gelegen, meldet das Unternehmen mit Sitz im pfälzischen Frankenthal, das in Pegnitz ein großes Werk betreibt, in dem rund 1600 der weltweit 16.400 Mitarbeiter beschäftigt sind.

Geht man ins Detail, war das Plus beim Auftragseingang im größten Segment, den Pumpen, mit einer Rate von 7,2 Prozent auf 1,35 Milliarden Euro am höchsten. Auf ein Prozent Zuwachs brachten es die Armaturen mit 323 Millionen Euro. Dagegen reduzierte sich der Auftragseingang im Segment SupremeServ, in dem KSB sein Geschäft mit Ersatzteilen und Servicedienstleistungen gebündelt hat, aufgrund geringerer Ersatzteilnachfrage in den Märkten Bergbau und Energie um 3,7 Prozent auf 775 Millionen Euro.

Wachsendes Wassergeschäft

Innerhalb des Segments Pumpen, welches das Geschäft mit Neupumpen ohne Ersatzteile enthält, realisierte der Bereich Standardmärkte aufgrund des wachsenden Wassergeschäfts ein Wachstum von 8,1 Prozent. Der Marktbereich Bergbau steigerte den Auftragseingang um 6,5 Prozent. Lag der Marktbereich Energie zum Halbjahr noch mit 14,3 Prozent im Minus, brachte das dritte Quartal die Wende – dank größerer Einzelaufträge liege man jetzt für die ersten neun Monate 2,7 Prozent im Plus.

Unter den einzelnen Regionen legte Mittlerer Osten/Afrika um 9,2 Prozent zu. In Europa betrug das Plus 2,3 Prozent, in der Region Asien/Pazifik 2,5 Prozent und in Amerika 2,0 Prozent.

Auch der Umsatz entwickelte sich erfreulich und stieg in den ersten drei Quartalen um 2,8 Prozent auf 2,233 Milliarden Euro, wobei 768 Millionen Euro zwischen Juli und September erlöst wurden. Auch hier dämpften laut KSB Währungseffekte den Anstieg, der ansonsten 4,9 Prozent betragen hätte.

Segment Pumpen am umsatzstärksten

Im umsatzstärksten Segment Pumpen legten die Erlöse gegenüber dem Vorjahr um 4,0 Prozent auf 1,18 Milliarden Euro zu. Auch hier profitierten vor allem die Standardmärkte vom wachsenden Wassergeschäfts, sodass das Plus 4,4 Prozent auf 962 Millionen Euro betrug. Dabei konnte der Marktbereich Energie um 5,2 Prozent zulegen, während der Marktbereich Bergbau 3,8 Prozent an Boden verlor.

Im Segment Armaturen ging der Umsatz um 2,9 Prozent auf 304 Millionen Euro nach oben, bei SupremeServ um ein Prozent auf 749 Millionen Euro. Dieser vergleichsweise geringe Anstieg sei bedingt durch den Vergleich mit größeren Ersatzteilaufträge in der Vorjahresperiode in den Märkten Energie und Bergbau sowie negative Währungseffekte in Höhe von 14 Millionen Euro.

Nach Regionen betrachtet kam Mittlerer Osten/Afrika auf 5,1 Prozent Plus und Europa auf 3,4 Prozent. Asien/Pazifik mit einem Zuwachs von 3,1 Prozent und vor allem Amerika mit 0,5 Prozent hätten unter dem schwachen Dollar gelitten.

Kosten für Software belasten Ergebnis

Bleibt der Blick auf das Ergebnis. Und da lag das EBIT in den ersten drei Quartalen 2025 mit 186,3 Millionen Euro leicht um 2,5 Millionen Euro im Minus, wobei im dritten Quartal schon wieder ein Plus von 6,1 Millionen auf 78,3 Millionen Euro heraussprang. Dabei sei der operative Gewinn in den ersten neun Monaten allerdings durch Kosten für die Einführung einer neuen Konzern-Software mit 20,7 Millionen Euro (Vorjahr nur 7,5 Millionen Euro) belastet worden.

Das Segment Pumpen erzielte vor allem aufgrund der Ergebnissteigerung in den Standardmärkten ein EBIT von 50,5 Millionen Euro (Vorjahr 36,5 Millionen). Das Segment Armaturen liegt mit 2,5 Millionen Euro im Minus (Vorjahr plus 4,4 Millionen). Und bei SupremeServ gab es einen Rückgang um 12,2 Millionen auf 138,2 Millionen Euro.

Trotz der einzelnen Blessuren ist Konzernchef Timmermann optimistisch: „Der Fokus für das vierte Quartal liegt jetzt darauf, den weltweiten Auftragsbestand zu Umsatz werden zu lassen. Trotz der herausfordernden Rahmenbedingungen blicken wir zuversichtlich auf das Gesamtjahr 2025 und sind überzeugt, das Unternehmen weiterhin im Zielkorridor für Auftragseingang, Umsatz und Ergebnis zu halten – damit dürften wir erneut auf ein Rekordjahr zusteuern.“