Nachdem es auf dem Gipfel am Sonntag bereits um die Gleichstellung der Frauen, Hilfe für Afrika und den Kampf gegen die verheerenden Brände im Amazonasgebiet gegangen war, standen zum Abschluss noch der Klimaschutz und die Artenvielfalt auf dem Programm. Unabhängige Beobachter warfen den G7-Staaten aber Untätigkeit vor. "Aus Angst sich zum Gefangenen einer einzelnen Verweigerernation zu machen, streichen die G7 lieber gleich die Segel", sagte Marwin Meier von World Vision mit Blick auf die USA.
Auch die Vereinbarungen zu Afrika stießen auf Kritik. Die Entwicklungsorganisation ONE kritisierte die Pläne für Unterstützung zum Kampf gegen islamistischen Terror in der Sahelzone und die Erklärung zu einer neuen Partnerschaft zwischen den G7 und Afrika. Es mangele an konkreten Verpflichtungen. "Macron hatte mit dem "G7 gegen Ungleichheit" große Erwartungen geweckt, sagte Jörn Kalinski von Oxfam. "Doch den vielversprechenden Worten folgten keine Taten."
Im Kampf gegen die verheerenden Brände des Amazonas-Regenwaldes in Südamerika sagten die G7-Staaten eine Soforthilfe von 20 Millionen US-Dollar (17,9 Millionen Euro) zu. In einem zweiten Schritt solle im bei der UN-Vollversammlung eine Initiative für den Amazonas gestartet werden. Dabei solle es auch um Aufforstung gehen, sagte Macron. In Brasilien wüten derzeit die schwersten Waldbrände seit Jahren.
Im Handelskrieg der USA mit China, den die G7-Partner wegen der Auswirkungen auf die Weltwirtschaft mit großer Sorge betrachten, sah Trump auch Bewegung. Die chinesischen Unterhändler hätten sein Team in Washington am Sonntag kontaktiert. "Es ist das erste Mal, dass ich sehe, dass sie wirklich eine Vereinbarung schließen wollen." Seine Äußerungen sorgten für eine gewisse Erholung an den Börsen.
Der US-Präsident hatte Ende der Woche den Handelskrieg mit China noch einmal eskaliert, indem er die Strafzölle der USA auf Waren aus China weiter erhöht hatte. "Wir werden sehen, was passiert", sagte Trump. "Aber ich glaube, wir werden eine Vereinbarung schließen."
Nachdem er am Vortag mit Japan eine Grundsatzeinigung über ein Handelsabkommen verkündet hatte, äußerte Trump die Hoffnung, auch mit den Europäern ein "faires" Abkommen schließen zu können. Merkel plädierte für baldige Handelsgespräche. Beide Seiten hätten ein großes Interesse, den Handel zu intensivieren. Trump droht den Europäern mit Sonderabgaben auf US-Importe europäischer Autos. In Gegenwart von Merkel beschrieb Trump die Europäer als "knallharte Händler", die er aber wie die Chinesen respektiere.
Der nächste G7-Gipfel wird 2020 voraussichtlich in einem von Trumps Golfhotels in Miami stattfinden. "Es ist die beste Wahl", sagte der Präsident. Die USA übernehmen nächstes Jahr den Vorsitz der G7 von Frankreich.
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