Handball Aufatmen beim HSC Coburg

Erzielte den Coburger Siegtreffer zum 32:31 gegen die Eulen Ludwigshafen: Merlin Fuß Foto: Frank Wunderatsch

Die Coburger Handballer schlagen die Eulen Ludwigshafen 32:31 (15:13). Sie fahren zwei wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga ein.

Aufatmen in Coburg: Der HSC 2000 hat am Mittwochabend sein Heimspiel in der HUK-Arena gegen die Eulen Ludwigshafen mit 32:31 (15:13) gewonnen. Das Team um Kapitän Andreas Schröder sicherte sich zwei wichtige Punkte im Abstiegskampf der 2. Handball-Bundesliga. Den Vestestädtern gelang zudem die Revanche für die 26:33-Hinspielpleite.

Die Mannschaft von Brian Ankersen hatte sich nach der bitteren und unnötigen 29:30-Niederlage in Hamm in der Vorwoche viel vorgenommen. Der Cheftrainer forderte von seinen Spielern Kampf, Leidenschaft und Aggressivität, um mit einem Sieg gegen die zuletzt coronageplagten Eulen ein wenig Druck aus dem Kessel zu nehmen in der zunehmend prekären Situation im Tabellenkeller.

Billek fehlt verletzt

Der HSC-Coach musste auf Florian Billek (Oberschenkelverletzung) verzichten und schickte zunächst Jan Kulhanek im Tor, Dieudonne Mubenzem und Milos Grozdanic auf den Außen sowie Merlin Fuß, Tobias Varvne, Justin Kurch und Andreas Schröder ins Rennen. Den defensiven Part für Varvne übernahm Jan Schäffer.

Coburg zeigte von Anfang Biss und startete mit Elan in die Partie. Tolle Paraden von Kulhanek, variable Spielzüge und sehenswerte Einzelaktionen im Angriff brachten die 6:2-Führung für den HSC nach acht Minuten. Ludwigshafens Trainer Ceven Klatt musste zusehen, wie sein ersatzgeschwächtes Team auch weiter einem Rückstand hinterherlaufen musste, und nahm die erste Auszeit des Spiels beim Stand von 8:5 für die Hausherren. Der HSC blieb hellwach und behauptete die Drei-Tore-Führung beim 9:6, das Grozdanic nach einem schlitzohrigen Steal erzielte.

Die Gäste um den wurfgewaltigen Nationalspieler Hendrik Wagner taten sich sichtlich schwer in der Offensive und vor allem mit Jan Kulhanek, der wieder einmal wie der Fels in der Brandung stand. Er parierte mehrfach herausragend. Die Folge war das 11:7 in der 19. Minute durch Merlin Fuß.

Spannung nach Pause

Doch die Eulen zeigten sich unbeeindruckt und verkürzten auf 10:11, sodass HSC-Coach Ankersen die grüne Auszeit-Karte legte. Zwei herrliche Treffer von Varvne brachten Coburg im Anschluss wieder mit drei Toren in Front beim 13:10 fünf Minuten vor der Halbzeit. Zur Pause stand es letztlich verdient 15:13 für den HSC, der konzentriert und mit der geforderten Kampfkraft zu Werke ging.

Die Frage war: Würden die Coburger die Führung diesmal behaupten können? Zu Beginn der zweiten Hälfte konnten die ruhig und abgeklärt agierenden Vestestädter ihren Vorsprung zunächst bis zum 19:16 halten.

Doch technische Fehler und ein Stürmerfoul führten dazu, dass die Ludwigshafener nach 40 Minuten zum 19:19-Ausgleich kamen. In der Folgezeit blieb die Begegnung eng, wobei der HSC immer ein Tor vorlegen konnte. Ankersen brachte jetzt Jan Jochens im HSC-Tor, der allerdings glücklos agierte bis zum 23:23. Nachdem Schröder gescheitert war, bot sich den Eulen die Möglichkeit zur Führung, die Klimek auch erzielte. Der Coburger Trainer nahm die nächste Auszeit und stellte seine Truppe neu ein.

HSC behält die Nerven

Ganz wichtig war das Tor von Justin Kurch über den Kreis zum 24:24. Nun war es die Mannschaft aus Ludwigshafen, die immer einen Treffer vorlegte. Der HSC geriet unter Druck, konnte ihm aber standhalten. Karl Toom traf zwei Mal und in der 50. Minute stand es 26:26. Die 1004 Zuschauer in der HUK-Arena konnten sich auf eine hochspannende Crunchtime freuen. Kulhanek hütete nun wieder den HSC-Kasten und als er gegen Klimek parieren konnte, erzielte Toom das 28:27 für Coburg, das aber prompt von Neuhaus egalisiert wurde.

In der hochdramatischen Schlussphase behielten die Hausherren die Nerven. Es ging hin und her bis zum 31:31. Auszeit Coburg, 48 Sekunden auf der Uhr. Merlin Fuß erzielte das 32:31. 18 Sekunden vor der Schlusssirene nahm Gästecoach Klatt eine Auszeit, doch der letzte Wurf von Eisel landete neben dem Coburger Tor. Schluss, Aus, der HSC-Sieg war perfekt! Und dann ging in der Arena die Party ab. Die Fans feierten ihre Mannschaft überschwänglich.

Statistik

HSC 2000 Coburg: Jan Kulhanek (6 Paraden; 19,35 Prozent gehaltene Bälle), Jan Jochens (0; 0) – Max Preller, Tumi Steinn Runarsson (2), Merlin Fuß (5), Karl Toom (4), Dieudonné Mubenzem, Paul Schikora, Lukas Juskenas, Jakob Knauer, Tobias Varvne (5), Jan Schäffer, Justin Kurch (4), Milos Grozdanic (8/5), Andreas Schröder (4), Stefan Bauer; Trainer: Brian Ankersen.

Eulen Ludwigshafen: Matej Asanin (2 Paraden; 12,50 Prozent gehaltene Bälle), Ziga Urbic (6; 25,00) – Gunnar Dietrich (3), Marc-Robin Eisel (9), Enes Keskic (3), Hendrik Wagner (2), Yessine Meddeb (5), Max Neuhaus (1), Christian Klimek (4), Alexander Falk (4), Jannik Hofmann, Pascal Durak; Trainer: Ceven Klatt.

SR: Tobias Biehler (Offenburg)/Fabian Dietz (Ohlsbach). – Zuschauer: 1004.

Zeitstrafen: 3 (Kurch 2, Schäffer) – 4 (Dietrich 2, Klimek 2). Siebenmeter: 5/5 – 0/2.

Spielfilm: 2:0, 3:1 (4.), 6:2 (9.), 7:3, 8:5; Auszeit Eulen; 8:6 (15.), 9:6, 10:7, 11:8, 11:9 (22.), 11:10; Auszeit HSC; 13:10, 13:11, 13:12 (28.), 15:12 (30.), 15:13 – Halbzeit – 17:14 (35.), 19:18 (40.), 23:24 (47.); Auszeit HSC; 25:25, 26:27, 27:27; Auszeit Eulen; 28:27, 28:28, 29:28, 29:29 (56.), 30:30, 31:30, 31:31; Auszeit HSC; 32:31; Auszeit Eulen; Endstand.

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