Handball Bittere Pille für Coburg

Das Duell in Lübbecke stand im Zeichen zweier starker Abwehrreihenn. Hier packt Coburgs Merlin Fuß (links) zu. Foto: Iris Bilek

Der HSC 2000 verliert das Spiel der 2. Handball-Bundesliga am Freitag beim TuS N-Lübbecke äußerst unglücklich mit 26:27 (10:13).

Der HSC 2000 Coburg hat am Freitagabend sein Auswärtsspiel in der 2. Handball-Bundesliga beim TuS Nettelstedt-Lübbecke hauchdünn mit 26:27 (10:13) verloren. Die Mannschaft von Trainer Brian Ankersen kämpfte sich nach einer durchwachsenen ersten Halbzeit zurück in die Partie. In einer hochspannenden Schlussphase hatten die Hausherren das Glück auf ihrer Seite.

Auch wenn die neue Zweitliga-Saison noch jung ist, war die Begegnung am Freitag in der Merkur-Arena in Lübbecke im Vorfeld von vielen Coburger Fans als Gradmesser für die tatsächliche Leistungsstärke des HSC in dieser Spielzeit angesehen worden. Nachdem das deutliche 34:22 gegen den HSG Konstanz zum Auftakt kein wirklicher Maßstab gewesen ist, waren alle gespannt, wie sich das neuformierte Ankersen-Team beim letztjährigen Erstligisten TuS Nettelstedt-Lübbecke verkaufen würde. Die Ostwestfalen waren nach dem Abstieg nahezu komplett zusammengeblieben und sind mit dem 31:28-Sieg in Hagen ebenfalls erfolgreich gestartet.

Voller Einsatz auf beiden Seiten

Der Coburger Cheftrainer musste bekanntermaßen auf die verletzten Kristian van der Merwe, Max Preller, Bartlomiej Bis und Tumi Steinn Runarsson verzichten, kurzfristig fiel auch noch Jannes Krone mit einem im Training erlittenen Innenbandanriss im Knie aus. Brian Ankersen schickte zu Beginn Jan Kulhanek im Tor, Florian Billek und Max Jaeger auf den Außen sowie Arkadiusz Ossowski, Merlin Fuß, Jan Schäffer und Fynn Herzig auf die Platte, in der Defensive kam Andreas Schröder für Ossowski.

Es ging von Anfang an zur Sache auf beiden Seiten, sodass die Schiedsrichter gleich durchgreifen und einige Zeitstrafen verteilen mussten. Die Nettelstedter erwischten den besseren Start, lagen auch dank eines glänzend parierenden Katsigiannis im Tor nach zehn Minuten mit 7:4 vorn. Der HSC ließ sich aber nicht abschütteln und kam wieder ran.

Nervöse Spielphase

Es folgte eine nervöse Spielphase mit wenigen Treffern. Beide Abwehrreihen hatten sich mittlerweile gut auf den Gegner eingestellt. Kurz vor der Pause nutzten die Hausherren eine Zeitstrafe gegen den HSC sowie technische Fehler eiskalt aus und gingen mit 13:9 in Führung. Mit seinem bis dahin fünften Tor verkürzte Florian Billek zum 10:13-Halbzeitstand aus HSC-Sicht.

Coburgs Coach Brian Ankersen konnte bis dahin nicht zufrieden sein. Klar war, um die solide Nettelstedter Defensive in Bedrängnis zu bringen, musste Coburg im Angriff einen Gang höher schalten. Das gelang zunächst nicht. Der TuS baute seine Führung sogar auf 16:11 aus. In einer Auszeit stellte der HSC-Trainer sein Team neu ein und versuchte, mit dem siebten Feldspieler zum Erfolg zu kommen. Die Vestestädter taten sich weiter schwer gegen die exzellent verteidigenden Gastgeber, die nach gut 45 Minuten mit 19:15 vorne lagen. Doch der HSC kämpfte vorbildlich, agierte jetzt in der Offensive fast fehlerfrei und war in der 50. Minute beim Stand von 23:22 wieder dran.

Spannung pur in der Schlussphase. Coburg, nun mit Fabian Apfel im Tor, ging zurück auf die 6:0-Deckung. Max Jaeger war es, der in Minute 55 das 24:24 erzielte. Genz gelang das 25:24 für den TuS, Felix Jaeger stellte auf 25:25 und Wesseling traf zum 26:25. Nachdem Coburg den Ausgleich verpasst hatte, hielt Apfel sein Team mit einer tollen Parade im Spiel. Eineinhalb Minuten vor dem Ende erzielte Ossowski das 26:26. Wesselings Treffer zum 27:26 war schließlich der entscheidende.

Statistik

TuS Nettelstedt-Lübbecke: Håvard Åsheim (0 Paraden; 0 Prozent an gehaltenen Bällen), Nikolas Katsigiannis (10 Paraden; 29,41 Prozent an gehaltenen Bällen) – Jo Gerrit Genz (6), Paul Holzhacker, Rutger ten Velde, Florian Baumgärtner, Tom Wolf, Benas Petreikis (2), Peter Strosack (2), Yannick Dräger (2), Luka Mrakovčić (2), Sven Weßeling (7/1), Marek Nissen, Leos Petrovsky, Tom Skroblien (6/1). HSC 2000 Coburg: Jan Kulhánek (5 Paraden; 22,73 Prozent an gehaltenen Bällen), Fabian Apfel (4 Paraden; 30,77 Prozent an gehaltenen Bällen) – Max Jaeger (2), Felix Dettenthaler (n.e.), Viktor Glatthard (2), Merlin Fuß, Arkadiusz Ossowski (3), Florian Billek (9/5), Fynn Herzig (3), Jakob Knauer, Jan Schäffer (4), Felix Jaeger (2), Andreas Schröder (1), Noah Mund (n.e.).

SR: Marvin Cesnik/Jonas Konrad (Gummersbach). – Zuschauer: 948. Zeitstrafen: 5 (Skroblien 2, Petrovsky, Petreikis, Mrakovčić) – 3 (Knauer, Glatthard 3). – Rote Karten: 1 (ten Velde) – 1 (Glatthard). Siebenmeter: 2/2 – 5/5. Spielfilm: 1:0 (3.), 1:1 (4.), 2:1, 3:1 (6.), 3:2, 4:2, 4:3 (8.), 5:3, 6:3 (10.), 6:4, 7:4, 7:5 (12.), 7:6 (13.); Auszeit Coburg; 8:6 (20.), 8:7 (20.), 9:7, 9:8 (21.); Auszeit N-Lübbecke; 10:8 (25.), 10:9, 11:9, 12:9 (27.), 13:9 (28.), 13:10 (30.) – Halbzeit – 14:10 (32.), 14:11 (34.), 15:11 (36.), 16:11; Auszeit Coburg; 16:12 (37.), 17:12, 17:13, 18:13, 18:14; Auszeit N-Lübbecke; 18:15 (43.), 19:15, 19:17, 20:17, 20:18, 21:18, 21:19. 22:19 (48.), 22:20, 23:20, 23:21, 23:22 (50.); Auszeit N-Lübbecke; 24:22 (52.), 24:23 (54.), 24:24 (55.), 25:24, 25:25, 26:25; Auszeit Coburg; 26:26, 27:26.

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