Handball-Bundesliga Coburger Abstieg ist besiegelt

Coburgs Kreisläufer Stepan Zeman in Aktion. Foto: Iris Bilek

Nach der Niederlage bei den Füchsen Berlin steht der HSC 2000 Coburg als Absteiger aus der 1. Handball-Bundesliga fest. Er verliert mit 20:32 (11:17).

Berlin/Coburg - Jetzt ist es amtlich: Der HSC 2000 Coburg hat am Sonntag sein Auswärtsspiel bei den Füchsen Berlin mit 20:32 (11:17) verloren und steht als Absteiger aus der 1. Handball-Bundesliga fest. Damit endet nicht nur die Rechnerei der absoluten Optimisten unter den Coburger Fans, auch Spieler und Trainer brauchen in Interviews jetzt nicht mehr um den heißen Brei herumzureden. Die Rückkehr der Mannschaft von Trainer Alois Mraz in die 2. Bundesliga, die sich seit längerem abgezeichnet hat, ist nun Fakt. Damit muss sich der HSC auch bei seinem zweiten Gastspiel im deutschen Oberhaus nach nur einer Saison wieder aus der stärksten Liga der Welt verabschieden.

Begleitet werden die Vestestädter von TUSEM Essen und wohl auch von der HSG Nordhorn-Lingen. Den vierten Absteiger machen Ludwigshafen, Balingen-Weilstetten und Minden unter sich aus. Hier zeichnet sich ein heißer Tanz ab in der Schlussphase der Saison. Eines ist bereits jetzt klar: In der kommenden Spielzeit verspricht der Meisterschaftskampf in der 2. Bundesliga ein richtig spannender zu werden.

15 Minuten mitgehalten

Viel zu wildern im Revier der Füchse gab es am Sonntag nicht für die Coburger , die auf ihren Spielmacher Tobias Varvne (Handprellung) verzichten mussten und insgesamt nur mit 13 Spielern angereist waren. Für die favorisierten Berliner als aktueller Tabellenfünfter war ein Sieg Pflicht im Kampf um die internationalen Plätze.

Der HSC begann mit Jan Kulhanek im Tor, Milos Grozdanic und Florian Billek auf den Außen, Andreas Schröder, Stepan Zeman, Pontus Zetterman sowie Pouya Norouzinezhad auf der Spielmacherposition. In der Anfangsphase lief es überraschend gut für die Coburger, die in der Abwehr prima standen und vorne die Berliner Defensive ein ums andere Mal sehenswert düpierten. Sie lagen nach elf Minuten mit 8:5 vorne, auch weil Kulhanek mehrfach exzellent parieren konnte.

Füchse-Coach Jaron Siewert war wenig begeistert vom laschen Beginn seiner Mannschaft und nahm die erste Auszeit. Nachdem Grozdanic mit einem Siebenmeter an Dejan Milosavljev gescheitert war, fand Berlin mit Jacob Holms 7:8 den Anschluss und glich nach 15 Minuten zum 8:8 aus.

Als die Füchse-Abwehr das Spiel noch unterbrochen wähnte, startete Florian Billek und wurde siebenmeterreif gestoppt. Faire Geste: Der Coburger Torjäger warf den Ball ganz locker ins Milosavljevs Hände und erhielt Beifall dafür.

Füchse ziehen davon

Die erste Führung im Spiel gelang Berlin beim 11:10, als Hans Lindberg seinen dritten Siebenmeter sicher verwandelte. Die Füchse-Defensive um Paul Drux und Co. packte jetzt kräftiger zu und zwang die Gäste dadurch zu Fehlern. Sie fanden in der Folge keine Lösungen mehr im Angriff und die Hauptstädter zogen durch Tempogegenstöße über 14:10 bis zur Pause auf 17:11 davon.

Die zweite Halbzeit eröffnete Berlins Routinier Hans Lindberg mit einem verwandelten Siebenmeter. Das Siewert-Team gab richtig Gas und nach 36 Minuten lagen beim 22:12 schon zehn Tore zwischen den beiden Kontrahenten. Konstantin Poltrum kam für Kulhanek ins Spiel und blieb zwei Mal Sieger bei Füchse-Würfen. Der Siebenmeterkiller Nummer eins der Liga machte seinem Namen alle Ehre und parierte einen Strafwurf von Lindberg auf der Torlinie stehend.

Die Luft ist raus

Für die vor allem in der Offensive schwächelnden Vestestädter ging es jetzt nur noch darum, in der verbleibenden Spielzeit zu verhindern, abgeschossen zu werden. Berlin wechselte häufiger durch, dennoch konnten die Hausherren ihren klaren Vorsprung behaupten (26:16, 50.). Dem HSC war der Frust nun deutlich anzumerken, es gelang nur noch wenig. Die Berliner machten es gnädig und verzichteten darauf, einen weiteren Gang nach oben zu schalten. So plätscherte die Partie ohne große Höhepunkte bis zum 32:20-Endstand dahin.

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