Handball-Bundesliga HSC gelingt die Sensation

Die Coburger Handballer holen in Melsungen die ersten Punkte der Saison. Das Team von Alois Mraz siegt nach einer überragenden Leistung mit 32:27 .

Melsungen/Coburg - Melsungen ist ein gutes Pflaster: Der HSC 2000 Coburg hat am Donnerstagabend nach zehn Niederlagen den ersten Sieg der Saison gelandet. Er gewann sein Auswärtsspiel in der 1. Handball-Bundesliga bei MT Melsungen mit 32:27 (15:13). Die hochmotiviert auftretende Mannschaft von Trainer Alois Mraz bot dem mit zahlreichen Nationalspielern bestückten Gastgeber in jeder Phase Paroli und lag schon zur Pause hochverdient mit zwei Treffern vorne. Die Coburger konnten damit ihren Erfolg aus der Saison 2016/17 wiederholen. Damals hatten sie in Melsungen ihren bislang einzigen Auswärtssieg in Liga eins gefeiert.

Zu Beginn stand die erwartete Sieben des HSC auf der Platte mit Poltrum im Tor, Billek und Grozdanic auf den Außen sowie Nenadic, Varvne, Zeman und Zetterman. Die Coburger erwischten einen Start nach Maß, fanden guten Lösungen im Angriff und lagen nach fünf Minuten mit 5:2 vorne.

Melsungens Trainer Gudmundur Gudmundsson, der Finn Lemke schonte, war nicht zufrieden mit seiner Truppe und nahm früh eine Auszeit. Danach lief es zunächst ein wenig besser bei den favorisierten Gastgebern, die zum 7:7 (12.) ausgleichen konnten.

Doch die furios aufspielenden Coburger mit einem erneut stark parierenden Poltrum im Rücken gaben richtig Gas. Sie erzielten nach tollen Spielzügen sehenswerte Treffer durch Pouya, Zeman und Billek und lagen nach 22 Minuten beim mit 12:9 mit drei Toren in Front.

Melsungen war nun völlig von der Rolle. Der HSC spielte weiter hochengagiert, verpasste es aber, noch mehr Tore zwischen sich und die verunsichert wirkenden Hausherren zu legen. Dennoch hielt Coburg seinen Drei-Tore-Vorsprung bis kurz vor der Halbzeitsirene. Melsungens Nationalspieler Julius Kühn verkürzte noch zum 13:15. Die Pausenführung des HSC war hochverdient. Der Auftritt in Hälfte eins war der bislang beste der Saison.

Nach dem Wechsel stand bei Melsungen Tausendsassa Silvio Heinevetter im Tor. Auch er hatte zunächst keine Chance, als Coburgs Neuer Milos Grozdanic in der 34. Minute per Siebenmeter auf 17:15 für Coburg stellte. Als die Hausherren zwei Zeitstrafen kassierten, scheiterte Grozdanic mit einem weiteren Strafwurf an Heinevetter. Bitter für den HSC: In doppelter Unterzahl glichen die Gastgeber zum 18:18 aus (38.).

In der Folge übertrafen sich beide Teams im Auslassen guter Tormöglichkeiten. Doch der HSC kämpfte unverdrossen, nutzte jeden Fehler des Widersachers und legte nach 40 Minuten beim 21:18 erneut drei Treffern zwischen sich und die Melsunger, die nun richtig unter Druck gerieten.

Das Gudmundsson-Team tat sich schwer gegen das Tabellenschlusslicht, das eine Viertelstunde vor Schluss von der Sensation träumen durfte. Als Kulhanek gegen Nationalspieler Reichmann einen Siebenmeter parierte und Poltrum anschließend seine zehnten Parade machte, zogen die Coburger auf 26:20 (48.) davon.

Nach 52 Minuten führte der HSC 27:23, dennoch warnte Coach Alois Mraz, dass die vier Tore Vorsprung am Ende vielleicht nicht reichen könnten. Doch Florian Billek trug mit einem verwandelten Siebenmeter zum 28:23 zur Beruhigung des Nervenkostüms seines Trainers bei.

Auch in der Schlussphase präsentierte sich Coburg kampfstark, sprühte zudem vor Spielfreude. Hinzu kam eine Portion Cleverness und ein überragender Torhüter Poltrum. Nach 55 Minuten führten die Gäste wieder mit sechs Toren. Anschließend überstanden sie sogar eine doppelte Unterzahl und konnten selbst zwei vergebene Strafwürfe verschmerzen.

Nun lagen die Nerven blank bei Melsungen. Nach einem Frustfoul an Varvne sah Nationalspieler Reichmann die rote Karte. Der HSC spielte die restlichen Minuten herunter und holte mit dem 32:27-Sieg die ersten Punkte der Saison. Nach der Schlusssirene lagen sich die Coburger in den Armen. Die Sensation war perfekt, die ersten Punkte da.

Der überragende Poltrum sagte gegenüber „Sky“: „Ich bin stolz auf die Leistung meiner Mannschaft. Uns ist es gelungen, den Gegner 60 Minuten lang zu nerven.“

MT Melsungen: Silvio Heinevetter (4 Paraden), Nebojsa Simic (10 Paraden) – Marino Maric, Julius Kühn (5), Paul Kompenhans, Tobias Reichmann (4/3), Yves Kunkel (6), Lasse Mikkelsen (4), Felix Danner, Arnar Freyr Arnarsson (1), Michael Allendorf, Ole Pregler (1), Kai Häfner (4), Stefan Salger, Timo Kastening (2/2), Domagoj Pavlovic. – Trainer: Gudmundur Gudmundsson.

HSC 2000 Coburg: Jan Kulhanek (1 Parade), Konstantin Poltrum (13 Paraden) – Pouya Norouzi Nezhad (2), Felix Sproß, Dominic Kelm, Drasko Nenadic (1), Florian Billek (7/3), Pontus Zetterman (7), Tobias Varvne (5), Paul Schikora, Justin Kurch (1), Stepan Zeman (3), Milos Grozdanic (6/3), Christoph Neuhold. – Trainer: Alois Mraz.

Schiedsrichter: Julian Köppl (Düsseldorf/Denis Regner (Nieder-Olm).

Gelbe Karten: 2 (Pregler, Arnarsson) – 2 (Grozdanic, Kurch).

Zeitstrafen: 6 (Pregler, Salger, Danner, Kühn, Arnarsson 2) – 4 (Zeman 2, Nenadic, Pouya).

Rote Karten: 1 (Kühn) – 0

Siebenmeter: 5/6 – 4/6.

Spielfilm: 0:1, 1;1, 1:2, 1:3, 1:4, 2:4, 2:5, 3:5 (6.), 4:5, 4:6; Auszeit Melsungen; 5:6, 5:7, 6:7, 7:7 (12.), 7:8, 7:9, 8:9, 8:10, 8:11 (18.), 9:11, 9:12, 10:12 (24.), 10:13, 11:13 (26.), 11:14, 12:14, 12:15, 13:15 (Halbzeit); 14:15, 14:16, 15:16, 15:17, 16:17 (35.), 17:17 (37.), 17:18, 18:18, 18:19, 18:20, 18:21 (42.), 19:21, 19:22, 20:22 (43.), 20:23, 20:24 (46.), 20:25 (48.); Auszeit Melsungen; 20:26, 21:26, 22:26, 22:27, 23:27 (52.); Auszeit HSC 2000 Coburg; 23:28, 24:28, 24:29, 24:30, 25:30, 26:30 (57.); Auszeit HSC 2000 Coburg; 26:31, 26:32 (59.), 27:32 (Endstand).

 

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