Emotionaler Kampf in Halbzeit eins
Anders als bei der 26:31-Niederlage in der Hauptrunde begann Andreas Wolff, der wie Kapitän Johannes Golla ins All-Star-Team des Turniers gewählt wurde, im deutschen Tor. Auch die etatmäßigen Außen Lukas Mertens und Lukas Zerbe, die sechs Tage zuvor nicht einmal im Kader standen, waren dabei. "Wir müssen eine überragende Abwehr hinstellen und brauchen eine starke Torhüterleistung", forderte Gislason.
Von Beginn an entwickelte sich eine hitzige und umkämpfte Partie, in der die deutsche Mannschaft nach einer Viertelstunde beim 7:10 mit drei Toren hinten lag. Zu diesem Zeitpunkt war das Spiel für Tom Kiesler bereits beendet. Der Abwehrspezialist, der sich nach einer Magen-Darm-Erkrankung rechtzeitig zum Finale fit gemeldet hatte, sah nach einem Foul an Gidsel schon früh die Rote Karte.
Doch das DHB-Team ließ sich davon nicht beeindrucken – und schon gar nicht entmutigen. Vor allem Knorr und Köster machten im Angriff viel Betrieb und sorgten für die nötige Torgefahr aus dem Rückraum. Nach 21 Minuten war das Spiel beim 12:12 wieder ausgeglichen. "Wir haben sie genau da, wo wir sie haben wollen", lobte Gislason seine Schützlinge in einer Auszeit. Zwar schlichen sich in der Schlussphase der ersten Halbzeit einige Offensiv-Fehler ein, zur Pause war trotzdem noch alles drin.
Dänemark nicht zu stoppen
Nach dem Wechsel ging die wilde Hatz weiter. Die DHB-Auswahl kam schnell zum Ausgleich, der ihr aber sofort wieder aus den Händen glitt, weil sie rund sechs Minuten ohne Tor blieb. Zum Glück wurde Wolff nun immer stärker und verhinderte mit einigen Glanzparaden zunächst einen höheren Rückstand.
Weil seinen Teamkollegen in dieser Phase im Angriff kaum noch etwas gelingen wollte, war Dänemark Mitte der zweiten Halbzeit beim 26:22 dennoch erstmals auf vier Tore enteilt. Die Vorentscheidung, zumal auch Kreisläufer Jannik Kohlbacher in der Schlussphase die Rote Karte sah. Das deutsche Team steckte bis zum Ende zwar nie auf, die Wende gelang aber nicht mehr.