Knorr sparte hingegen selbst nach seiner Top-Leistung nicht an Selbstkritik. "Ich kam mir ziemlich verarscht vor. Drei Spiele funktioniert nichts und auf einmal geht jeder Gurkenwurf rein", sagte der Spielmacher und schüttelte ungläubig den Kopf.
Uscins mahnt: "Nicht durchatmen"
Es ist das dritte Halbfinale, das Deutschland mit einem nahezu identischen Kader erreicht. Bei der Heim-EM vor zwei Jahren landete man am Ende auf dem undankbaren vierten Platz. Bei Olympia gab es Silber - und jetzt? "Wir wollen uns darauf nicht ausruhen, sondern den nächsten Schritt gehen. Wir sind noch nicht fertig", kündigte Kapitän Johannes Golla verheißungsvoll an.
Dass Deutschland plötzlich zu den vier besten Teams Europas gehört, hätten zu Turnierbeginn wohl nur die wenigsten vorhergesagt. Nach der überraschenden Pleite gegen Serbien drohte der vielversprechenden Auswahl das historische Turnier-Aus in der Vorrunde - und Gislason das vorzeitige Ende als Bundestrainer.
Zehn Tage später spricht niemand mehr über ein EM-Debakel. Plötzlich plant der Olympia-Zweite den Gold-Coup. "Klar wollen wir den Titel. Es wird entscheidend sein, dass wir den Druck aufrechterhalten und nicht durchatmen. Die Spannung muss ganz oben bleiben. Wir brauchen nicht in große Euphorie zu verfallen", appellierte Uscins an seine Mitspieler und erklärte: "Angst haben wir nicht."