Nicht immer lohnen sich die zumeist eher drögen Politik-Talkrunden im Fernsehen, austauschbar oft in Personal und Phrasendreschen. Am Montagabend hatte nicht nur der Zuschauer aus den Haßbergen aber wieder einmal Grund zum Einschalten: Dorothee Bär, CSU-Bundestagsabgeordnete aus dem hiesigen Wahlkreis Bad Kissingen und ihres Zeichens stellvertretende Parteivorsitzende der CSU, durfte in der ARD-Sendung „Hart aber fair“ zum Ende der Ampel vom Leder ziehen. Dabei nahm die Ebelsbacherin kein Blatt vor den Mund und sich mit selbigem in bewährt fränkisch-sympathischem Zungenschlag gleich den Kanzler höchstpersönlich zur Brust. Während der ebenfalls geladene SPD-Generalsekretär Matthias Miersch tief geblickt und dabei „den Menschen Olaf Scholz“ gesehen hat, „der auch mal emotional werden darf“, ist sich die CSU-Politiker nicht so sicher, was das Menschliche angeht. Die Rede des Kanzlers zur Lindner-Entlassung habe sie „persönlich wirklich entsetzt“, gesteht Dorothee Bär: Das sei „ganz, ganz kleines Karo“, sich auf eine einzelne Person einzuschießen, „jemanden rauszuschmeißen, nachzutreten“, wie sie sich empört, kurz: „Eines Bundeskanzlers nicht würdig.“
„Hart aber fair“ im TV Dorothee Bär teilt aus
Tanja Kaufmann 12.11.2024 - 16:43 Uhr