Haßberge Ein magischer Ort des Frankenweins

Christian Licha

In den Hassbergen soll ein neuer Aussichtspunkt entstehen. Davon wollen künftig nicht nur die Winzer profitieren. Deren Reben knospen so früh wie noch nie.

Die Planungen für den Aussichtspunkt laufen. Foto: Christian Licha/Licha

Einen besonderen Ort für seine Jahreshauptversammlung hatte sich dieser Tage der Weinbauverein Haßberge ausgesucht. Rund zwei Dutzend Winzer und Interessierte fanden den Weg in die Weinberge des Zeiler Kapellenbergs. Dort soll in der Lage „Steinbacher Nonnenberg“ nun endlich eine seit Jahren geplante Touristenattraktion entstehen, ein sogenannter Terrior f-Punkt.

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Zeils Bürgermeister Thomas Stadelmann erläuterte als Vorsitzender des Abt-Degen-Weintals den Anwesenden den Stand der Planungen. Demnach soll voraussichtlich im Frühjahr kommenden Jahres der „magischen Orte des Frankenweins“ eröffnet werden. Von dort aus können die Besucherinnen und Besucher dann inmitten der Weinberge einen herrlichen Blick über das Maintal werfen. „Das ist eine hervorragende Werbung nicht nur für unsere Winzer und unseren Wein, sondern für die gesamte Region“, zeigte sich Stadelmann überzeugt. Die Gesamtkosten für den Aussichtspunkt belaufen sich auf rund 350 000 Euro. Auf Initiative des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten wird das Projekt im Rahmen des integrierten Entwicklungsprogrammes für den Weinbau mit 180 000 Euro gefördert. Die Mitgliedsgemeinden des Abt-Degen-Weintals, der Landkreis Haßberge sowie zahlreichen Sponsoren, unter denen auch der Weinbauverein Haßberge und die Winzer sind, übernehmen den Restbetrag. Die Projektbegleitung erfolgt fortlaufend durch die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim.

In einigen Gebieten Frankens haben zwei hintereinander folgende Frostnächte am 21. und 22. April den Winzern schwer zu schaffen gemacht. „Glücklicherweise waren die Frostschäden bei uns nicht flächendeckend“, sagte Vorsitzender Roger Nüsslein. Punktuell habe der Frost den frischen Trieben aber schon geschadet, besonders in Zeil und Oberschwappach. Der Silvaner zeige sich resistent, besonders betroffen waren die Rebsorten Müller-Thurgau und Domina, so Nüßlein.

Mit Heinrich Hofmann von der LWG war auch ein Fachmann vor Ort, der Tipps für die mögliche Schadenbegrenzung bezüglich des verzögerten Pflanzenwachstums gegeben hat. Mit den Worten „es gibt Sachen, die kann man einfach nicht erklären“, beschrieb Hofmann das Resultat der Frostnächte. In manchen Hängen waren nur der obere Teil betroffen, die Reben am unteren Ende des Weinbergs hingegen nicht. Seit Beginn der Aufzeichnung war im aktuellen Jahr der früheste Knospenausbruch überhaupt, was natürlich zu den Schäden beitrug. Der sogenannte Windfrost habe dabei auch Anlagen betroffen, die sonst keine Frostprobleme haben, so Hofmann. Die Winzer setzen nun ihre Hoffnungen auf die sogenannten Beiaugen. Darunter versteht man die Nebentriebe des Hauptstranges, an denen die Weintrauben später anfangen zu blühen.