Haßfurt Hier werden Brücken geschlagen

Jennifer Nüßlein

Das Mehrgenerationenhaus erhält eine Förderung im bundesweiten Programm: „Vor Ort vereint – Für ein starkes Miteinander“.

Begegnung wird im Mehrgenerationenhaus Haßfurt zum Ausgangspunkt für gelebte Demokratie. Foto: Christina Raitherl

Das Mehrgenerationenhaus Haßfurt ist ein Ort, an dem Menschen seit Jahren aufeinandertreffen, sich austauschen und voneinander lernen. Mit dem neuen Projekt „ZusammenWachsen“ wird diese Arbeit nun bewusst erweitert: Begegnung wird zum Ausgangspunkt für gelebte Demokratie. Für dieses Vorhaben erhielt das Haus eine Förderung im bundesweiten Programm „Vor Ort vereint – Für ein starkes Miteinander“ der Änderwerk gGmbH, ausgewählt aus über 600 Bewerbungen. Unterstützt wird das Projekt zusätzlich von der Robert Bosch Stiftung und der Christian und Dorothee Bürkert Stiftung.

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Das Förderprogramm richtet sich gezielt an Initiativen in kleineren Gemeinden und ländlichen Räumen, in denen Orte für Austausch und gesellschaftliche Beteiligung besonders wichtig sind. „Vor Ort vereint“ setzt auf niedrige Hürden, kurze Entscheidungswege und flexible Umsetzung. Es fördert Projekte, die auf die Menschen vor Ort zugeschnitten sind und Brücken zwischen unterschiedlichen Perspektiven schlagen. Genau hier setzt „ZusammenWachsen“ an.

Angebote werden zu Räumen für Demokratie

Begegnung, Austausch und gemeinsames Lernen prägen die Arbeit des Hauses seit Langem. Mit dem neuen Projekt wird diese Arbeit jedoch gezielt vertieft: Bestehende Angebote werden weiterentwickelt und zu Räumen für Demokratie. „Wir schaffen Raum, in denen Menschen lernen, Unterschiede anzunehmen und sich auf die Suche nach dem zu machen, was sie verbindet“, so die Leiterin des Mehrgenerationenhauses Gudrun Greger.

Gespräche auf Augenhöhe

Demokratie wird hier nicht abstrakt vermittelt, sondern erfahrbar und erlebbar: durch gemeinsame Aktivitäten, kreatives Arbeiten, Austausch und Gespräche auf Augenhöhe.

Das Angebot ist vielfältig und niedrigschwellig: Demokratiestammtische, Lesestunden, kreative und inklusive Workshops, musikalische Formate sowie Aktionen im öffentlichen Raum laden bewusst zum Mitmachen ein – freiwillig und ohne Erwartungshaltung. So entstehen Begegnungen, in denen Menschen unterschiedlicher Generationen und sozialer Hintergründe aufeinandertreffen, Vertrauen aufgebaut und unterschiedliche Perspektiven sichtbar werden. Wer teilnimmt, kann zuhören, sich einbringen, reflektieren und erleben, wie Gemeinschaft aktiv gestaltet wird.

Die Idee hinter „ZusammenWachsen“ ist klar: Demokratie beginnt dort, wo Menschen miteinander gestalten, zuhören und respektvoll diskutieren – im Alltag, nicht nur in Theorieräumen. Das Projekt erreicht Menschen, die sonst kaum an gesellschaftlichen Prozessen teilnehmen, und macht so Demokratie als lebendigen, gemeinsamen Prozess erfahrbar, so Jennifer Nüßlein Projektmitarbeiterin im MGH.

Der Abschluss des Projekts ist für den Herbst 2026 vorgesehen.