Haßfurt Schüler können bald ab der achten Klasse Spanisch lernen

  Foto: /Günther Geiling

Das Regiomontanus-Gymnasium wartet künftig mit drei modernen Fremdsprachen auf. Zudem beschäftigt man sich aktiv mit dem Thema „nachhaltige Mülltrennung“.

Haßfurt - „Die Beherrschung mehrerer moderner Fremdsprachen ist eine zunehmend wichtige Qualifikation für Beruf und Studium. Deswegen wollen wir den sprachlichen Zweig stärken und es ermöglichen, dass Spanisch als dritte Fremdsprache ab der achten Jahrgangsstufe gewählt werden kann.“ Dies betonte Oberstudiendirektorin Maria Eich zur Ausweitung des schulischen Angebotes mit drei Fremdsprachen am „Regiomontanus-Gymnasium“ in Haßfurt. Und: „Mittlerweile gilt Spanisch als vierte Weltsprache und ist nach Englisch die am weitesten verbreitete internationale Verkehrssprache der Welt.“

Dem Zweckverband des Schulzentrums in Haßfurt lag dazu auch ein entsprechender Antrag vor, denn vor Einreichung beim Ministerialbeauftragten ist auch eine zustimmende Stellungnahme des Schulaufwandsträgers notwendig. Geschäftsführer Horst Hofmann stellte hierzu fest, dass durch die Hinzunahme der zusätzlichen Fremdsprache kein relevanter Mehraufwand entstehe, denn Lernmittel würden weitgehend durch staatliche Zuwendungen gefördert. Die Kosten für die Nutzung von Schulräumen und die Ausstattung stünden in keinem Verhältnis zu dem Gewinn an Anziehung für die Schule.

Schulleiterin Maria Eich begründete den Antrag damit, dass man das sprachliche Profil der Schule stärken und den seit etwa zehn Jahren anhaltenden Rückgang in der sprachlichen Ausbildungsrichtung stoppen wolle. „Der überwiegende Teil der Schüler (rund 85 Prozent in den letzten drei Jahren) entscheidet sich für den naturwissenschaftlich-technologischen Zweig des Gymnasiums. Für einen sprachlichen Zweig haben sich für das Schuljahr 2021/22 nur noch zehn Prozent entschieden.“

Bisher sei es aber auch im Landkreis Haßberge nicht möglich, Spanisch im Rahmen einer regulären Sprachenfolge zu belegen. Die nächstgelegenen Schulstandorte mit Spanisch als dritte Fremdsprache seien in Schweinfurt und Bamberg. Eine Einführung vor Ort wäre somit eine sinnvolle Ergänzung des Bildungsangebotes in der Region, die den Schulstandort Haßfurt, aber auch die Bildungsregion Stadt und Landkreis Haßberge deutlich aufwerten würde.

Seit dem Schuljahr 2001/02 werde Spanisch als spät beginnende Fremdsprache unterrichtet (auch in Ebern gibt es dieses Angebot), aber die Schüler legten sich bei der Wahl der zweiten Fremdsprache mit Französisch auf die naturwissenschaftlich-technologische Ausbildungsrichtung fest und diese Entscheidung müssten sie bereits zum Halbjahr in der fünften Klasse treffen. Zu diesem Zeitpunkt hätten sie aber erst sechs Monate Unterricht in der ersten Fremdsprache Englisch erhalten.

Da nicht wenige Schüler diese Entscheidung erst zu einem späteren Zeitpunkt treffen möchten, wählen sie als zweite Fremdsprache Latein. Dies sei auch im Schuljahr 2020/21 deutlich am Wahlverhalten der Schüler abzulesen. Nur rund ein Viertel der Fünftklässler wählten Französisch, dreiviertel entschieden sich für Latein. Zukünftig gebe es dann bei der Neuregelung der Sprachenfolge zusätzliche Wahlmöglichkeiten. Bei der Sprachenfolge Englisch – Latein/ Latein -Englisch könne man dann im sprachlichen Zweig noch zwischen Französisch und Spanisch wählen und auch in der Sprachenfolge Englisch – Französisch könnten sich die Schüler am Ende der siebten Jahrgangsstufe noch für den sprachlichen Zweig entscheiden.

Auch der Schüleraustausch werde aufgewertet. Wenn Spanisch als dritte Fremdsprache bereits ab der achten Jahrgangsstufe gewählt werden kann, könnten die Schüler mit dem bis dahin erreichten Sprachniveau deutlich mehr vom Austausch profitieren. Eine ausreichende Versorgung mit Lehrkräften sei gegeben und da seit fast 20 Jahren Spanisch als spät beginnende Fremdsprache unterrichtet werde, sei auch die entsprechende Erfahrung vorhanden. Als zusätzlichen Effekt bereite das Angebot der „Individuellen Lernzeitverkürzung“ im G 9 Schüler unter anderem auf die Möglichkeit vor, in Jahrgangsstufe elf für ein Jahr ins Ausland zu gehen. Im ersten Jahr hätten sich schon 27 Schüler dafür entschieden. Der Zweckverband stimmte somit der Hinzunahme Spanisch ab der achten Jahrgangsstufe und der Erweiterung der Sprachenfolge ab dem Schuljahr 2022/23 zu.

Schüler der Klasse Q 11 stellten dann dem Gremium das Projekt „Nachhaltigkeit-Mülltrennung“ vor, wobei Lena Kraus und Antonia Liehr die einzelnen Maßnahmen im Schulgebäude erläuterten. Sie bestätigten, dass die Müllmengen das größte Problem für die Umwelt seien. Man weise deswegen die Schüler mit Plakaten auf die Mülltrennung hin und wolle für die zukünftigen Klassen auch ein Video gestalten.

Geschäftsführer Horst Hofmann betonte, dass der wirtschaftliche und ökologisch sinnvolle Umgang mit Ressourcen seit Langem ein Ziel der Verantwortlichen im Schulzentrum sei. Die Schulen hatten über einige Jahre auch eine Energiespargruppe betrieben, die sich sehr aktiv um die Minderung der Verbräuche kümmerte. Tatsächlich sei auch eine Energieeinsparung um 50 Prozent gegenüber dem Jahre 1998 erzielt worden.

Zwei wünschenswerte Veränderungen könnten jedoch derzeit noch nicht erreicht werden. So sei es angesichts der vorhersehbaren hygienischen Probleme nicht möglich, Biostoffe eigens im Gebäude zu erfassen. Der Biomüll aus der Ganztagesstätte werde aber von jeher gesammelt, gepresst und der Kompostierung zugeführt.

Außerdem bestand der Wunsch, eine Sammelstelle für ausgediente Mobiltelefone zu schaffen. „Es ist bisher jedoch nicht möglich, eine absolut sichere Löschung der Speicher und Medienkarten zu gewährleisten. Gerade bei modernen Geräten, bei denen Komponenten nur noch schwer oder gar nicht getrennt werden können, ist die Löschung für uns nicht gelöst.“ Die Nachhaltigkeitsprojekte sollen jedoch fortgesetzt werden und auch Landrat Wilhelm Schneider sah die Mülltrennung als sehr wichtig an. Vonseiten des Verbandes wurden Kosten von 2850 Euro für Sammelbehälter genehmigt und auch der Schülergruppe wurde ein Budget zur Verfügung gestellt. Ein Teil des Einsparerfolges wird zur eigenen Verwendung überlassen. Die Mittel wurden für Demonstrationsanlagen (Fotovoltaik, Energiefahrrad) und für die interne Informationsarbeit eingesetzt.

Schließlich ging es noch um das Förderprogramm zum Ausgleich pandemiebedingter Nachteile. Landrat Wilhelm Schneider meinte, dass es leider so sei, dass durch die Pandemie für manche Schüler Nachteile entstanden seien. Diese will man abmindern. Der Staat fördere nun schulische Aktivitäten in der Ferienzeit und es sei mit Unterrichtseinheiten der Schulen zu rechnen. Direktorin Maria Eich vom Regiomontanus-Gymnasium und Konrektorin Christine Gehringer von der Dr. Auguste-Kirchner-Realschule teilten dazu mit, dass man sich nach den Pfingstferien mit den entsprechenden Vorgaben und dem Anbieten der Kurse beschäftigen und darüber informieren werde.

 

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