Haushalt Cranach-Stadt muss sparen

Finanzielle Investitionen werden in der Stadt Kronach fortan wohl noch genauer überdacht. Foto: bilderstoeckchen - stock.adobe.com

Im Stadtrat ist es am Montag unter anderem um den Haushalt der Stadt gegangen. Nach zwei Jahren mit gutem Ergebnis folgen nun wohl einige finanziell schwierige Jahre.

Seit knapp neun Jahren hat Wolfgang Günther das Amt des Stadtkämmerers in Kronach inne. Heuer ist es für den Finanzexperten jedoch Zeit von seinem Amt Abschied zu nehmen. Ausgerechnet bei seinem letzten Haushaltsentwurf, musste er dem Stadtrat jedoch ein negatives Jahresergebnis vortragen. Um ihren laufenden Betrieb zu finanzieren, muss die Stadt 2022 wohl auf Reserven zurückgreifen. Auch in den kommenden Jahren sieht die Situation wohl nicht rosig aus. Kronach muss sparen. Die Schuld hierfür trifft jedoch nicht den scheidenden Kämmerer – darin sind sich die Parteien einig.

„Der Ergebnisplan für 2022 schließt mit einem Minus von 0,44 Millionen Euro ab“, erklärte Günther in seinem Vorbericht zum Haushalt am Montag. Dies sei deutlich unter den Ergebnissen der vergangenen beiden Corona-Jahre. In diesen habe die Stadt noch je Überschüsse von deutlich über 3 Millionen Euro erwirtschaftet. Ein Ausrutscher werde das schlechte Jahresergebnis heuer aber jedoch vermutlich nicht bleiben. Auch im kommenden Jahr erwarte die Stadt einen Negativbetrag von rund einer Million Euro. Frühestens im Jahr 2025 dürfe man erst wieder mit einem positiven Ergebnis rechnen.

Dennoch gab er zu bedenken, dass die Kreditsituation Kronachs aktuell durchaus gut sei. So sei es im vergangenen Jahr gelungen, die Schulden der Stadt auf 12,6 Millionen Euro zu senken. Sondertilgungen seien derzeit nicht mehr möglich, folglich müsse die Stadt lediglich noch den Grundbetrag von 223 000 Euro leisten, um die bislang bestehenden Schulden zu begleichen.

Verantwortlich für das Jahresergebnis seien insbesondere Ursachen, auf die die Stadt wenig Einfluss habe, wie die Kreisumlage, zur Finanzierung der öffentlichen Leistungen des Landkreises durch die Kommunen, sowie gesunkene Schlüsselzuweisungen im Zuge des kommunalen Finanzausgleichs. Um die Verluste zu kompensieren, hoffe man im kommenden Jahr auf Gewinne aus Immobilienverkäufen, höhere Schlüsselzuweisungen sowie Gewerbesteuereinnahmen. Insbesondere letztere beschrieb Günther in seinem Vortrag jedoch als schwierig, da viele Unternehmen ja noch an den Spätfolgen der Corona-Krise sowie dem Krieg in der Ukraine litten. Aus diesem Grund sei es wichtig, dass die Stadt im Rahmen von Investitionen oder auch Personalkosten auf Einsparpotenzial achte.

„Die beiden Haushalte aus den Jahren 2020 und 2021 weisen auf ein sparsames und verantwortungsvolles Wirtschaften hin“, erklärte der CSU-Fraktionsvorsitzende Martin Bittruf in seiner Stellungnahme zur Haushaltsplanung. Die Stadt Kronach werfe kein Geld zum Fenster hinaus. „Luftschlösser erhalten unsere wunderschöne Stadt leider nicht“, betonte er. Man müsse an wichtigen Sanierungsprojekten wie etwa der Spitalbrücke festhalten, die das Tor in die Innenstadt darstelle.

„Eine drastische Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage könnte dauerhaft die Leistungsfähigkeit der Stadt in Gefahr bringen“, gab Ralf Völkl, Fraktionsvorsitzender der SPD zu bedenken. Folglich dürfe man den Haushalt nicht auf die leichte Schulter nehmen. Dennoch gebe es auch in seinen Augen eine Reihe an Pflichtaufgaben, an denen die Stadt trotz knapper Kasse festhalten müsse. Ein Beispiel hierfür sei etwa die Sanierung des Crana Mare, die entschlossen angegangen werden sollte, um Kosten durch andauernde Reparaturkosten zu vermeiden. Ebenso sei es wichtig, die Innenstadtsanierung fortzuführen, um die Stadt noch attraktiver zu machen. Einsparungspotenzial sehe er im Rahmen von Projekten darin, dass die Verwaltung bereits frühzeitig die Augen nach möglichen Fördermitteln offen hält. Personalkosten könnten zudem im Zuge des digitalen Rathauses eingespart werden. Eine Idee, um Einnahmen zu generieren, kam von Martin Panzer von der Wählergemeinschaft Zukunft Kronach. „Wir könnten die Parkraumbewirtschaftung und -überwachung deutlich ausbauen“, schlug er vor. Schließlich werde das Parken in der Cranach-Stadt kaum kontrolliert und das, obwohl die Parksituation mitunter eine regelrechte Zumutung darstelle.

Letztendlich stimmten trotz negativem Ergebnis alle anwesenden Stadträte für den vom scheidenden Kämmerer vorgelegten Haushalt.

Autor

 

Bilder