"Das ist nicht umsetzbar - dem werden wir niemals zustimmen", sagte der republikanische Sprecher des US-Repräsentantenhauses, Mike Johnson, am Dienstag. "Wir haben nicht genügend Richter. Wir haben nicht genügend Zeit. Das würde wahrscheinlich Jahrzehnte dauern." ICE handele im Rahmen des Einwanderungsrechts, eine zusätzliche richterliche Hürde sei nicht nötig. Gleichzeitig signalisierte er Kompromissbereitschaft und betonte, die Verfassung müsse gewahrt werden, über gesetzliche Änderungen könne man reden. "Wir werden einen Weg finden, um das zu bewältigen."
In einem Zugeständnis hatte Heimatschutzministerin Kristi Noem bereits angekündigt, Einsatzkräfte in Minneapolis mit Bodycams auszustatten. Auch personelle Änderungen wurden vorgenommen: Der umstrittene Einsatzleiter Greg Bovino war aus Minnesota abgezogen und dafür der "Grenzschutz-Zar" Tom Homan entsendet worden - für mehr Professionalität, hieß es. Der Minderheitsführer der Demokraten im US-Senat, Chuck Schumer, sagte dazu am Mittwoch: "Wir sind bereit zu verhandeln – aber halbherzige Maßnahmen reichen nicht aus."
Was passiert, wenn es keine Einigung gibt?
Sollten sich Republikaner und Demokraten nicht rechtzeitig auf ein reguläres Haushaltsgesetz oder eine weitere Übergangsfinanzierung für das Heimatschutzministerium einigen, wäre die mächtige Behörde mit einer Finanzierungslücke konfrontiert. Das wiederum würde grundsätzlich nicht nur die Einwanderungsbehörde ICE betroffen, sondern noch viele weitere Behörden, die dem Heimatschutzministerium unterstehen - etwa den Katastrophenschutz, die Transportsicherheitsbehörde TSA und die Küstenwache.
Wie groß die Auswirkungen dort jeweils wären, hinge von der Länge der Finanzierungslücke ab. Ausgerechnet an der Umsetzung von Trumps umstrittener Migrationspolitik dürfte sich dadurch zumindest kurzfristig ohnehin nichts ändern. Denn ICE stehen noch andere Mittel zur Verfügung, die bereits zu früheren Zeitpunkten bewilligt wurden.