Heinrich-Schaumberger-Schule Containerschule am Coburger Judenberg steht

Ob die Heinrich-Schaumberger-Schule saniert oder doch neu gebaut werden soll, steht noch nicht fest. Eine Containeranlage dient nichtsdestotrotz ab September als Interimsstätte.

Trägerverein, Stadt, Landkreis und die Regierung von Oberfranken haben ihn gemeinsam auf den Weg gebracht: den Containerbau für die Heinrich-Schaumberger-Schule. Beim Ortstermin: (von links) Brigitte Keyser, Sebastian Straubel, Dominik Heike, Thomas Mück-Rönsch, Rüdiger Jörg und Can Aydin. Foto: Landratsamt Coburg/Berthold Köhler

Auf dem Gelände der Heinrich-Schaumberger-Schule (HSS) in Coburg laufen derzeit die Vorbereitungen für die Rückkehr nahezu aller Schülerinnen und Schüler an den zentralen Unterrichtsstandort am Judenberg. Laut Pressemitteilung des Coburger Landratsamtes werden dort aktuell insgesamt 186 Container auf dem Schulgelände aufgestellt. Sie bilden ab Mitte September den zentralen Komplex für den Unterrichtsbetrieb.

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Im Containerdorf auf dem Schulgelände werden demnach zwölf Klassenräume, die Verwaltung sowie verschiedene Fachräume untergebracht. Im Schulgebäude verbleiben die Schulvorbereitende Einrichtung (SVE) sowie die Klassen der Jahrgangsstufen 1 und 2. Lediglich die Stütz- und Förderklassen bleiben bis auf Weiteres an ihrem bereits seit längerer Zeit bewährten Standort in Neustadt.

Eine „grüne Schule im Grünen“

Die räumliche Aufteilung des Containerbaus, steht bereits: Im Erdgeschoss befinden sich laut Schreiben Funktionsräume wie der Werkraum, die Schulküche sowie die Aula, im ersten Stock überwiegend Klassenräume und im zweiten Obergeschoss die Schulleitung mit Verwaltung. Vom Flur ganz oben aus sogar mit Vesteblick. Passend zum Umfeld mit vielen Wiesen und Hecken, erhalten die Container eine grüne Außenverkleidung – so wird die HSS zu einer „grünen Schule im Grünen“.

Sebastian Straubel, Vorsitzender des Trägervereins „Sonderpädagogik für Kinder im Coburger Land“, freut sich, dass nahezu die gesamte Schulfamilie der Heinrich-Schaumberger-Schule wieder an einem Standort zusammengebracht werden kann: „So stärken wir die pädagogische Arbeit und erleichtern allen – Lehrern, Eltern und besonders unseren Kindern - den Alltag.“

Vorbild Rückert-Ersatzschule am Anger

Der Containerkomplex ist demzufolge für eine langfristige Nutzung ausgelegt – bis zum Abschluss einer Sanierung oder bis zur Fertigstellung eines Neubaus für die Heinrich-Schaumberger-Schule. Möglich wurde diese Lösung durch die Zusammenarbeit zwischen der Stadt Coburg, dem Landkreis Coburg und der Regierung von Oberfranken, insbesondere bei den zügig umgesetzten Genehmigungsverfahren.

Can Aydin, stellvertretender Vorsitzender des Trägervereins, ist überzeugt, dass die gemeinsame Beschulung am angestammten Standort eine gute Basis für weiterhin qualitativ hochwertige pädagogische Arbeit an der HSS darstellt: „In einer sogenannten Container-Schule kann man sehr gut lernen. Das haben wir in Coburg mit der Rückert-Ersatzschule am Anger erfahren. Da entstehen Klassenzimmer, in denen sich die Kinder wohlfühlen, und die top ausgestattet sind.“

Mietkosten für Container im fünfstelligen Bereich

Die monatlichen Mietkosten für die Containeranlage liegen laut Pressemitteilung im fünfstelligen Bereich. Hinzu kommen Kosten für die Herstellung der Zufahrt, die Vorbereitung des Grundstücks, die Verlegung der Versorgungsleitungen sowie den Auf- und den späteren Abbau der Anlage. Bei der Möblierung der Container kann die Schule überwiegend ihre bestehende Ausstattung verwenden – mit ergänzenden Neuanschaffungen je nach Bedarf.

Bei der Frage zur Zukunft des derzeit nicht genutzten Teils des Schulgebäudes befindet sich der Trägerverein derzeit in der Zielfindungsphase. Sobald diese abgeschlossen ist, werden die Ergebnisse den kommunalen Gremien als Entscheidungsgrundlage dienen. Aktuell werden sowohl eine Sanierung als auch ein Neubau auf dem bestehenden Schulgelände sowie ein Neubau auf einem anderen Schulgrundstück geprüft.

Die Ergebnisse der Zielfindung werden demnach voraussichtlich nicht vor dem Sommer 2026 vorliegen. Umso wichtiger sei es, sagt Sebastian Straubel, dass jetzt eine langfristig nutzbare Lösung zur Verfügung steht: „Sie gibt allen Beteiligten den notwendigen zeitlichen Spielraum, um bei der Frage zur Zukunft des Schulgebäudes eine wohlüberlegte Entscheidung treffen zu können.“