Henri Marteau Gedenken an einen Meister der Violine

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Zum 150. Geburtstag erinnert der Bezirk Oberfranken mit Online-Vorträgen an Henri Marteau, den „Vater“ der heutigen Musikbegegnungsstätte in Lichtenberg.

Henri Marteau 1924 in seiner Villa in Lichtenberg. Foto: Bezirk Oberfranken

Henri Marteau hat der Welt sein meisterhaftes Geigenspiel und seine Kompositionen geschenkt. Anlässlich des 150. Geburtstags erinnert der Bezirk Oberfranken in Online-Vorträgen an den großen Violinisten, dessen Sommervilla heute Internationale Musikbegegnungsstätte des Bezirks ist.

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Zu Ehren des einstigen Hausherrn hat das Team von Haus Marteau im Jubiläumsjahr eine Reihe von öffentlichen Veranstaltungen geplant. Vier Online-Vorträge finden im September jeweils mittwochs um 19.30 Uhr statt. Am 4. September ist Marteaus Konzerttätigkeit Thema, am 11. September wird „Marteau und der Erste Weltkrieg“ im Mittelpunkt stehen, am 18. September die Ehefrau Blanche Marteau. „Bildende Kunst und Architektur im Umbruch“ lautet das Thema am 25. September. Zum Abschluss wird Prof. Friedrich Geiger, Lehrstuhlinhaber für Historische Musikwissenschaft an der Hochschule für Musik und Theater München, einen Präsenz-Vortrag in der Künstlervilla halten. Er referiert am 2. Oktober zu „Henri Marteau – Musik im Kräftefeld der europäischen Moderne“. Der Zugang zu allen Vorträgen ist kostenfrei, für den Vortrag von Prof. Geiger wird um Anmeldung gebeten unter https://haus-marteau.de/konzerte-aktuelles/fuehrungen/.

Der in 1874 in Reims geborene Henri Marteau begann mit fünf Jahren, das Violinspiel zu erlernen und debütierte als Zehnjähriger erfolgreich vor 2500 Zuhörern. Es folgten ab 1887 Auftritte in Wien und in London. 1891 schrieb sich Marteau am Pariser Conservatoire ein, 1893/94 unternahm er Konzerttourneen in die USA. Schon als 21-Jähriger verstand sich Marteau nicht nur als Geiger und Komponist, sondern setzte sich auch für eine einheitliche Regelung des Urheberrechtes an Musikwerken ein. 1900 erhielt er seine erste Professur in Genf.

Henri Marteau und Ehefrau Blanche im Garten der Villa Marteau in Lichtenberg 1926. Foto: Stadtarchiv Lichtenberg

1908 wurde Marteau der Nachfolger Joseph Joachims als Professor für Violine an der Hochschule für Musik in Berlin. Wegen seiner französischen Staatsbürgerschaft wurde Marteau nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs interniert, verlor am 30. September 1915 seine Berliner Professur und wurde 1917 in seiner Villa in der oberfränkischen Stadt Lichtenberg unter Hausarrest gestellt. Nach dem Krieg konnte er weder als Professor noch als Künstler an die vorherigen Glanzzeiten anknüpfen. Marteau nahm die schwedische Staatsbürgerschaft an und lehrte an der Deutschen Akademie in Prag, am Leipziger Konservatorium sowie am Dresdner Konservatorium. Daneben unterrichtete er privat und unternahm Konzertreisen. Am 4. Oktober 1934 starb Marteau in seiner Villa in Lichtenberg im Hofer Land, wo er auch seine letzte Ruhestätte fand. Die Villa beherbergt heute die Internationale Musikbegegnungsstätte Haus Marteau mit 2021 angebautem, unterirdischen Konzertsaal.