In den USA gibt es für das Bedürfnis der Stars, ihr Innerstes nach Außen zu kehren oder persönliche Fehltritte zu beichten, einen Begriff: „Oprahfication“. Die Frage im Fall der Sussex’ ist also nicht: Warum Oprah? sondern: Wer, wenn nicht Oprah?
Wie ist die Stimmung im Buckingham Palace?
„Never explain, never complain“ – ihrem bewährten Motto bleiben die Queen und ihre Familie auch im Angesicht des Oprah-Winfrey-Interviews treu. Britische Medien zitieren aber ungenannte Quellen aus dem Dunstkreis des Palasts: Die Familie sei vor allem über das Timing bestürzt – schließlich liegt der 99-jährige Ehemann der Queen, Prinz Philip derzeit im Krankenhaus und musste sich einer Herz-OP unterziehen.
In den vergangenen Tagen – da war das Gespräch mit Oprah Winfrey allerdings längst gedreht – ist der Ton zwischen London und Santa Barbara noch einmal deutlich schärfer geworden: Die britische „Times“ zitierte aus Palast-Emails aus dem Jahr 2018 über die Herzogin von Sussex. Demnach sollen unter anderem zwei persönliche Assistentinnen der ehemaligen Schauspielerin hingeworfen haben, weil Meghan großen Druck aufgebaut habe – Demütigungen und Tränen inklusive. Meghans Anwälte schossen zurück und nannten die Berichterstattung eine „kalkulierte Schmutzkampagne, die auf irreführender und schädlicher Falschinformation beruht“. Es sei kein Zufall, dass diese „verzerrten, einige Jahre alten Vorwürfe“ an die britische Presse herangetragen würden, kurz bevor Meghan und Harry „offen und ehrlich über ihre Erfahrungen der vergangenen Jahre“ sprechen wollten.
Der Buckingham Palace geht indes in die Offensive: Man werde die Vorwürfe untersuchen, hieß es in einem schriftlichen Statement. Das Königshaus werde Mobbing oder Belästigung am Arbeitsplatz nicht tolerieren.