Hitze-Schutz in Coburg „Weitere Erwärmung nicht achselzuckend zulassen“

Kommt uns jeder Euro, der heute nicht in Klimaschutz investiert wird, irgendwann noch teurer? Ein Leser blickt differenziert auf den NP-Kommentar zu Hitze-Schutz in Coburg.

Braucht es mehr Hitzeschutz-Maßnahmen im Coburger Stadtgebiet? Foto: picture alliance/dpa

Wörtlich schreibt und Michael Bedall aus Neustadt bei Coburg diesen Leserbrief an unsere Redaktion: „Dem Kommentator ist uneingeschränkt zuzustimmen, wenn er mehr und effizientere Hitzeschutzmaßnahmen in der Stadt anmahnt. Allerdings fordert der Autor diese offenbar nicht als Ergänzung, sondern anstatt von Klimaschutzmaßnahmen, die er offenbar mittlerweile für sinnlos hält (,Verhindern lässt sich diese Entwicklung längst nicht mehr’) und deshalb dafür vorgesehene finanzielle Mittel als verschwendet betrachtet.

Nach der Werbung weiterlesen

Dieser Haltung kann ich gar nichts abgewinnen. Wir müssen doch das eine tun und das andere nicht lassen! Auch wenn das vielbeschworene 1,5-Grad-Ziel infolge weitverbreiteter Ignoranz wohl verfehlt wird, darf die Reaktion darauf doch nicht sein, nun achselzuckend eine ungehemmte weitere Erwärmung von Atmosphäre und Meerwasser zuzulassen.

 Wissenschaftlich gesehen kommt es auf jedes halbe Grad, ja vielleicht auf jedes zusätzliche Zehntelgrad Erwärmung an, das wir noch verhindern können. Anderenfalls steuern wir auf Szenarien zu, die Maßnahmen gegen die Folgen sehr schwierig bis unmöglich machen würden, unter anderem weil letztere weit über schweißtreibende Temperaturen in unseren Innenstädten hinausgehen würden; Folgen wie Missernten, Trinkwassermangel und nicht zuletzt stark zunehmenden Migrationsdruck aus den jetzt „nur“ heißen oder/und trockenen, dann aber möglicherweise völlig unbewohnbar werdenden Regionen der Erde, um nur einige zu nennen.

,Wesentlich effizienter wäre es, Anstrengungen und finanzielle Mittel vor allem darauf zu konzentrieren, sich entschlossener auf die Folgen des Klimawandels einzustellen, als weiterhin zu versuchen, ihn zu verhindern?’ Ganz im Gegenteil - sehr wahrscheinlich werden wir jeden Euro, den wir beim Klimaschutz einsparen, doppelt und dreifach bei den Folgen bezahlen müssen.

 Also: Hitzeschutz und sonstiges Klimafolgenmangement ja, Maßnahmen gegen die zunehmende Klimaerwärmung aber erst recht ja!“

Lesermeinungen sind keine Stellungnahmen der Redaktion und können nur mit Name und Wohnort des Absenders veröffentlicht werden. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzung vor.