Samstagmorgen, 5.30 Uhr in der Coburger Ketschengasse. Es ist noch still im Zentrum der Vestestadt, und umso lauter klappert der Wagen des Zeitungsausträgers, der einsam seine Runde dreht. Lediglich ein weiterer Fußgänger ist schon unterwegs – und der hat es auf die Mülleimer im Umkreis abgesehen. Der Kleidung nach zu urteilen handelt es sich nicht um eine sehr wohlhabende Person, die da mit einem Stock in der Hand den Abfallbehälter am Münzmeisterhaus durchwühlt. Wenig später zieht sie, sichtlich zufrieden mit ihrer Beute, drei Pfandflaschen hervor, grüßt den Zeitungsausträger freundlich und geht weiter zum Albertsplatz. Dort befindet sich der letzte verbliebene Mülleimer mit Pfandring. Doch nur selten stehen in der Vorrichtung auch tatsächlich Flaschen.
Hobby oder Notlage Warum Coburger Flaschen sammeln
Christiane Schult 19.05.2023 - 11:46 Uhr