Hochschule Coburg Studentinnen gewinnen internationalen Designpreise

Zwei Design-Absolventinnen aus Coburg haben eine Lösung gefunden, um Freiwillige im Katastrophenfall an den Einsatzort zu bringen. Für ihre Idee wurden die beiden nun ausgezeichnet.

Preisverleihung im Guggenheim-Museum in Bilbao (von links): Uwe Cremering (CEO iF Design), Eva Conci und Johanna Ballestrem. Foto: Dani de Pablos

Wie bringt man Freiwillige im Katastrophenfall sicher und sinnvoll zum Einsatz – ohne Plan, ohne Organisation, aber mit Engagement? Zwei Design-Absolventinnen aus Coburg haben eine überraschend einfache Lösung gefunden – und damit eine internationale Jury überzeugt, heißt es in der Pressemitteilung der Hochschule Coburg.

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Eva Conci und Johanna Ballestrem aus dem Studiengang Integriertes Produktdesign der Hochschule Coburg sind demnach beim „if Design Student Award 2025“ ausgezeichnet worden – einem der renommiertesten internationalen Designpreise für Studierende. Die Auszeichnung ist im weltberühmten Guggenheim Museum im spanischen Bilbao verliehen worden.

Mehr als 7000 Einreichungen aus 74 Ländern

Das prämierte Konzept „Help.On“ überzeugte die internationale Jury durch seine innovative Antwort auf ein hochaktuelles Thema: die Koordination von Spontanhelferinnen und -helfern in Krisensituationen. Unter mehr als 7000 Einreichungen aus 74 Ländern sei das Projekt als eines von nur 100 prämierten ausgewählt worden.

„Help.On“ wurde laut Schreiben im Wintersemester 2023/24 im Rahmen eines Wahlfachs im Studiengang Integriertes Produktdesign bei Wolfgang Schabbach entwickelt. Ausgangspunkt war die Auseinandersetzung mit dem Thema „Mobilität“. Dabei sei schnell deutlich geworden, wie zentral funktionierende Bewegungs- und Kommunikationsstrukturen für die Krisenbewältigung seien.

Spontanhilfe im Fokus

Insbesondere die Spontanhilfe, also das kurzfristige Engagement freiwilliger Helfender außerhalb etablierter Organisationen, rückte dabei in den Fokus. Ziel war demnach, spontane Hilfe im Katastrophenfall besser zu strukturieren. Herzstück des Konzepts ist eine App, die ohne Registrierung nutzbar ist und unter anderem Informationen zu Einsatzorten, Aufgaben und Sicherheitsvorkehrungen liefert. Dazu kommt eine auffällige cyanfarbene Einsatzweste – für klare Sichtbarkeit und ein Gefühl von Team.

Einblick in die entworfene Help.On-App. Foto: Johanna Ballestrem und Eva Conci

Die Jury zeigte sich laut Schreiben beeindruckt: „This ingenious concept was developed to help coordinate the work of spontaneous volunteers in disaster scenarios. This is an elegant and effective response to a very real need.“ („Dieses geniale Konzept wurde entwickelt, um die Arbeit spontaner Helferinnen und Helfer in Katastrophensituationen zu koordinieren. Es ist eine elegante und effektive Lösung für eine reale gesellschaftliche Herausforderung.“)

Auszeichnung ist ein bedeutender Erfolg

Die Auszeichnung sei für Conci und Ballestrem ein bedeutender Erfolg. Er bestärke sie darin, gestalterische Arbeit weiterhin zu nutzen, um gesellschaftlich relevante Themen sichtbar zu machen, um das Zusammenleben aktiv mitzugestalten – und die Welt ein Stück besser zu machen.

Das Projekt wurde demnach durch den Innovationsfonds Transfer im Rahmen von „Creapolis + design“ durch die Bund-Länder-Initiative „Innovative Hochschule“ finanziell unterstützt.