Hochschule Hof Preise für Ideen, die das Lernen erleichtern

red

Die Freunde und Förderer der Hochschule belohnen Ideen für neue Lern- und Lehrmethoden. Ein Forschungsprojekt für beschichtete Krankenhausbetten erhält den Sonderpreis.

Die Gewinner aus zwei Jahren (hinten, von links): Christoph Holtmann, Professor Dr. Jörg Krumeich, Jürgen Rubitzko, Matthias Gedler, Jörg Raithel, Professor Günter Müller-Czygan, Professor Dr. René Peinl, (v Foto: Lamilux

Die Gewinner des Awards „Digitaler Aufbruch der Lehre“ stehen fest: Die Gesellschaft der Freunde und Förderer der Hochschule Hof hat die Sieger für 2020 und 2021 gekürt und verlieh den Sonderpreis Forschung für das Jahr 2021. Wegen der Pandemie wurden die Preise aus zwei Ausschreibungsjahren verliehen. Die Gesellschaft möchte damit innovative Lehrtätigkeiten und die Vermittlung von Kompetenzen fördern. Sie sollen die Studierenden optimal auf ein Berufsleben im Zeitalter der Digitalisierung vorbereiten. „So unterstützen wir Hof dabei, einer der attraktivsten Hochschulstandorte Deutschlands zu werden“, erklärt die Vorstandsvorsitzende der Fördergesellschaft, Dr. Dorothee Strunz.

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Damit schon das Studium den Anforderungen der digitalen Arbeitswelt gerecht wird, initiierte die Gesellschaft 2017 erstmals den Preis „Digitaler Aufbruch der Lehre“. Ziel ist es, neue Methoden und Werkzeuge des Kompetenzerwerbs und der Kompetenzvermittlung auszuzeichnen und zu fördern. Der Award richtet sich an Professoren, Labormitarbeiter, Dozenten sowie Lehrbeauftragte der Hochschule Hof. Er ist mit 10 000 Euro dotiert und wird durch die Fördergesellschaft verliehen, die Auszeichnungen der zweiten und dritten Plätze durch die Hochschule.

Labor via Zoom

Die Ausschreibungsrunde des Awards 2020 stand im Zeichen der Umstellung auf die volldigitale Lehre. Insgesamt 16 Einreichungen hatte die Jury zu bewerten. Der erste Platz ging an Jürgen Rubitzko. Er überzeugte im Jahr 2020 am meisten mit dem Konzept, Praktika an Laboraufbauten via Zoom durchzuführen. Hierzu werden die Teams mit den Labor-PCs verbunden, sodass die Studierenden Zugriff auf dessen Steuerung haben und von zu Hause aus via Webcam den Versuch beobachten können. Rubitzkos Idee bringt Studierende zusammen – weltweit und auf schnellstem Wege.

Den zweiten Platz 2020 teilen sich Professor Dr. Anke Müller und Professor Dr. Michael Seidel mit ihrer Einreichung „Ideationweek“. Hinter dem Konzept steckt die Idee, eine Art Bootcamp-Woche zum Kennenlernen und Anwenden agiler Arbeitsmethoden und Kreativitätstechniken zu veranstalten.

Durch die Idee des Drittplatzierten, Dr. Marcelo Kauer, lernen die Studierenden den Einsatz von Blended Scenario-Based Learning in unterschiedlichen Varianten.

Ein Sonderpreis „Digitaler Pionier“ 2020 ging an den Präsidenten der Hochschule, Professor Dr. Dr. h.c. Jürgen Lehmann. Damit wurde nicht nur sein eingereichtes Konzept „Blendet Learning Modul Wirtschaftsrecht“ gewürdigt, sondern viel mehr auch seine bereits jahrelangen Bemühungen um die Digitalisierung der Lehre.

App für Studierende

Matthias Gedler holte sich mit der Programmierung der App „HofStudyMate“ den studentischen Sonderpreis 2020. Studierende können dank der App schnell und einfach Studierende finden, die gleiche Lernstrategien verfolgen und zum Ausgleich eigener Wissenslücken miteinander lernen möchten.

Neun Einreichungen gab es 2021. Den ersten Platz sicherten sich Professor Dr. Sebastian Leuoth sowie Professor Dr. René Peinl mit ihrem Konzept „iLE – immersives Lernen und Erleben“. Dank des Konzeptes können Studierende Online-Lernen neu erleben, indem neue Techniken der virtuellen Realität für die Lehre neu erschlossen werden.

Die zweitplatzierte Entwicklung von Professor Dr. Günter Müller- Czygan und Professor Dr. Anke Müller richtet sich an Abiturienten und Erstsemester. Das Konzept beinhaltet das Angebot einer Kompetenzbilanzen-Veranstaltung für das neue modulare Ingenieur-Studium.

Professor Dr. Heike Markus und Student Aditya Patole belegten 2021 den dritten Platz. Ihr Konzept soll Studierende dabei unterstützen, Zusammenhänge zwischen Geschäftsfeldern und End-to-End-Prozessen zu verstehen.

Die Studierenden Denise Bohrisch, Vanessa Schulz, Jakob Voigt und Isabelle Völkel gewannen den Sonderpreis Student 2021. Ihre Idee: In Workshops sollen Studierende anderen durch praktische Anwendungsszenarien die digitalen Werkzeuge der Hochschule näherbringen.

Der Sonderpreis Forschung wurde 2021 erstmals ausgeschrieben. Er ist mit 10 000 Euro dotiert. Ihn gewinnt das Team um Jessica Will. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin des Instituts für Materialwissenschaften an der Hochschule. Grundidee ihres Projekts ist die Entwicklung einer antibakteriell beschichteten Oberfläche für Krankenhaus- und Pflegebetten mit dem Wirkstoff Chitosan aus Schalentieren und Meeresfrüchten. Der Naturrohstoff kann gegen Mikroorganismen eingesetzt werden. Das Forschungsteam besteht neben Jessica Wittmann aus dem Industriepartner Christoph Holtmann, von Lacolor Lackfabrikation, und Professor Jörg Krumerich.